Fitness-Jobs: Branche mit Zukunft

Mehr als 60 Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für Wellness aus. Klar, dass in der Fitness- und Wohlfühlbranche neue Jobs entstehen. Welche Berufe es gibt und was Sie bei den Bildungsangeboten beachten sollten.

Der Wellness-Markt boomt, Body-Styling, Schönheit und Gesundheit gewinnen immer mehr an Bedeutung. Deshalb werden qualifizierte Fachkräfte gebraucht, die die neuen Trends auch vermitteln können. Berufe entstehen, die besonders für Frauen attraktiv sind - viele interessieren sich für die Themen Gesundheit und Fitness, arbeiten gern mit Menschen zusammen und bevorzugen flexible Arbeitszeiten und Teilzeit. Wer in der Branche tätig sein will, kann von den neuen Jobchancen profitieren.

Leider gibt es in dem wild wuchernden Aus- und Fortbildungsmarkt bislang nur wenige geschützte Berufsbezeichnungen und zertifizierte Fortbildungseinrichtungen, oft fehlen einheitliche Qualitätsstandards. Der Deutsche Wellnessverband warnt deshalb vor unseriösen Instituten. Einige locken mit leeren Versprechungen ("Tolle Karrierechance", "Traumberuf") und ziehen den Seminarteilnehmern lediglich das Geld aus der Tasche. Ein Bildungsangebot sollte deshalb sorgfältig geprüft werden, bevor es in Anspruch genommen wird.

Die angeblichen Traumberufe haben natürlich auch ihre Nachteile: Manche Fachkraft ist damit beschäftigt, Massageöle einzukaufen, für den nächsten Saunaaufguss zu sorgen oder die schmutzigen Handtücher in die Maschine zu stecken. Sie arbeitet häufig abends, am Wochenende und in den Ferien. Und in Fitnesscentern, Hotels und DaySpas herrscht dicke Luft - in den aufgeheizten Räumen gibt es wenig Tageslicht.

Wer in der Well- und Fitnessbranche tätig werden will, muss oft auch eine fundierte Grundausbildung mitbringen - etwa als Sportmedizinerin, Ernährungswissenschaftlerin, Krankenpflegerin, Physiotherapeutin, Kosmetikerin oder Masseurin. Es gibt aber Ausbildungsberufe - beispielsweise zur Diplom-Fitnessökonomin - die keine speziellen Vorkenntnisse erfordern.

Wellness-Trainer/in

Wellness-Trainer fördern eine gesunde und genussvolle Lebensweise. Auf Basis einer individuellen Bedarfsanalyse üben sie mit ihren Kunden Methoden der Bewegung, der Ernährung sowie des Umgangs mit psycho-mentalen und sozio-emotionalen Belastungen. Die Ansätze kommen aus den Sport- und Ernährungswissenschaften, aus der Psychologie, den Sozialwissenschaften und der Gesundheitspädagogik.

Ausbildung: Zum Beispiel bei den TÜV-Akademien. Sie bieten ab 2005 in Berlin, Leipzig, Dresden, Rostock, Köln und München ein zweijähriges berufsbegleitendes Studium zum Wellnesstrainer an. Weitere Infos unter www.tuev-akademie.de.

Wellness-Berater/in

Wellness-Berater stellen für ihre Kunden maßgeschneiderte Produkte aus einer Vielzahl möglicher Wellnessanwendungen zusammen, außerdem sind sie für die Kundenbindung in einem Betrieb zuständig.

Ausbildung: Der IHK-Zertifikatslehrgang "Wellnessberater/in" vermittelt einen Überblick über einzelne Wellnessangebote und versetzt die Teilnehmer in die Lage, Kunden kompetent zu beraten, Produkte zusammenzustellen und unternehmerisch zu handeln. An dem 88-stündigen Kurs können Mitarbeiter aus Kosmetik-, Gesundheits-, Sport- und Freizeitunternehmen teilnehmen. Weitere Infos bei den Industrie- und Handelskammern.

Diplom-Fitnessökonom/in

Diplom-Fitnessökonomen (BA) nehmen in Fitnessclubs, Wellnessanlagen oder touristischen Einrichtungen sowohl Führungs- und Managementaufgaben als auch qualifizierte Fachaufgaben wahr. Sie wirken auch bei der Einrichtung und der Geräteausstattung von Fitness-Centern, Sonnenstudios und Saunen mit.

Ausbildung: Die Ausbildung zum Diplom-Fitnessökonom (BA) kann an Berufsakademien absolviert werden. Die Erstausbildung dauert drei Jahre und wird speziell für Abiturienten angeboten.

Personal Trainer/in

Ein Personal Trainer ist Trainer und Lifestyle-Berater in einem. Entsprechend vielseitig ist seine Tätigkeit: Indoor- oder Outdoor-Training, mit oder ohne Equipment, im Fitnessstudio oder Zuhause beim Kunden - der Personal Trainer ist ein kompetenter Coach in Sachen Fitness.

Ausbildung: Personal-Trainer-Ausbildungen bieten z.B. SAFS&BETA, Meridian Academy oder IFAA an. Weitere Infos beim Bundesverband Deutscher Personal Trainer e.V. unter www.bdpt.org.

Ernährungsberater/in

Ernährungsberater kümmern sich um Menschen mit ernährungsbedingten Krankheiten oder Essstörungen. In Ernährungsberatungsstellen halten sie Einzel- und Gruppenberatungen ab, gehen auf die individuellen Besonderheiten der Ratsuchenden ein und arbeiten mit ihnen zusammen Ernährungspläne aus. An Volkshochschulen, in Krankenhäusern, Kur- und Reha-Einrichtungen führen sie Informationsveranstaltungen und Seminare durch.

Ausbildung: Die Ausbildung kann z.B. in zwei Jahren an einem Berufskolleg absolviert werden.

Sport- und Fitnesskauffrau

Dieser staatlich anerkannte Ausbildungsberuf soll qualifizierten Nachwuchs für die Boom-Branche fördern. Sport- und Fitnesskaufleute arbeiten hauptsächlich in der Verwaltung von Sportverbänden und -vereinen oder von Fitnessstudios.

Ausbildung: Die Ausbildung in Betrieb und Schule dauert drei Jahre. Weitere Infos beim Bundesinstitut für Berufsbildung.

Fitnessfachwirt/in

Die Fortbildung zum Fitnessfachwirt gibt es seit 1998. Nach der Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer (IHK) kann man ein eigenes Fitnessstudio eröffnen oder als Abteilungsleiter/in in einem größeren Studio arbeiten. Voraussetzung: kaufmännische Ausbildung und zwei Jahre Berufspraxis oder sechs Jahre Berufserfahrung in einem sportnahen Bereich.

Ausbildung: Bei den Industrie- und Handelskammern, Infos unter www.wis.ihk.de (Suchwort: Fitnessfachwirt).

Fitnesstrainer/in - von Aerobic bis Yoga

Zu den Hauptaufgaben von Fitnesstrainern gehören die Anleitung und Unterstützung von Sport Treibenden in Fitnessstudios. Zu den Standardangeboten zählen heute z.B. auch Rückengymnastik, Aerobic, Callanetics oder Power-Yoga. Ergänzend beraten sie Kunden bezüglich ihrer Trainingsgestaltung und in Ernährungsfragen.

Ausbildung: Die SAFS&BETA Bildungsakademie bietet Fortbildungen in Aerobic, Step, Yoga, Bauch, Beine, Po, Tai Chi, Management etc. Beim Deutschen Fitness & Aerobic Verband e.V. haben Sie die Wahl zwischen Ausbildungen und Workshops (z.B. Aerobics & Group Fitness Instruktor, Cardio Kick Fit, Jazzdance, Mind-Body, Nordic Walking, Wirbelsäulengymnastik). In der Weiterbildungsdatenbank KURS der Bundesagentur für Arbeit finden Sie ebenfalls Qualifikationsangebote (Aqua-Fitness, Wassergymnastik und vieles mehr). Als Bildungsziel einfach "Wellness" oder "Fitness" eingeben.

Darauf sollten Sie bei einem Fortbildungsanbieter achten!

Der Deutsche Wellness Verband hat Kriterien zusammengestellt, die seriöse Bildungsträger auszeichnen:

  • Es wird nicht viel versprechend mit Arbeitsplätzen oder Stellenchancen gelockt
  • Man verlangt vorab plausible Grundqualifikationen von Ihnen und prüft diese auch ab
  • Das Institut beschäftigt nur pädagogisch geschulte Dozenten, die für ihr Fachgebiet nachweislich ausgebildet und anerkannt sind
  • Die angekündigten Dozenten gestalten selbst den Unterricht (keine Ausfälle oder Vertretungen!)
  • Die Fort- und Weiterbildung hat einen hohen Praxisanteil, mindestens 50 Prozent der Unterrichtsstunden
  • Sie erwerben Ihr Wissen und Können nicht im Rahmen eines Fernstudiums zu Hause am Schreibtisch, sondern im unmittelbaren Kontakt mit Dozenten
  • Ihre Anwesenheit wird überprüft. Sie müssen mindestens 80 Prozent präsent sein
  • Sie werden abschließend theoretisch und praktisch nach einer offen zugänglichen Prüfungsordnung geprüft und benotet
Text: Susanne Arndt; Foto: TÜV Akademie

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