Geldtipp von Helma Sick - Bankenkrise

Bankenkrise: Wir haben BRIGITTE-Finanzexpertin Helma Sick gebeten, uns die wichtigsten, oft gestellten Fragen zu beantworten.

Keine Panik, bitte!

BRIGITTE: Muss ich um mein Erspartes Angst haben, wenn jetzt Banken in Schwierigkeiten geraten?

Helma Sick: Nein. Zwar hat die Krise in den USA Auswirkungen auf Banken bei uns. Im Rausch um die Millionengewinne haben sich einige Banker verzockt - jetzt schrumpfen die Gewinne. Dass aber Banken bei uns zahlungsunfähig werden, ist nicht sehr wahrscheinlich: Die meisten Privatbanken sind einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds angeschlossen, oder sie haben eigene Sicherungssysteme (wie die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken) - die besten der Welt. Geschützt sind damit alle Guthaben, die auf Girokonten, Sparbüchern, Tages- und Festgeldkonten angelegt sind, sowie alle Sparbriefe der jeweiligen Bank - und das bis mindestens 1,5 Millionen Euro pro Kunde. Auch das Vermögen von Investmentfonds ist vor einer Pleite geschützt: Es ist als "Sondervermögen" insolvenzsicher. Nicht abgesichert bei einer Pleite sind Inhaberschuldverschreibungen und Zertifikate der jeweiligen Bank.

BRIGITTE: Sie schreiben öfter, dass Gold keine lohnende Geldanlage ist. Hat sich das geändert?

Helma Sick: Nein. Gold bringt keine Zinsen. Die Anlage rentiert sich also nur, wenn der Goldpreis weiter steigt. Davon können Sie aber nicht auf Dauer ausgehen. Immerhin hat sich zwischen 1980 und 1999 der Goldpreis schon mal fast halbiert. Die rasante Steigerung der letzten Zeit sieht ganz nach einer massiven Übertreibung aus!

BRIGITTE: Ich zahle monatlich 100 Euro in einen Fonds Aktien ein. Ist das immer noch sinnvoll?

Helma Sick: Ja, natürlich. Mit monatlichen Zahlungen nutzen Sie die ja mitunter starken Schwankungen. Denn bei gesunkenen Kursen erhalten Sie für Ihr Geld mehr Anteile, bei gestiegenen Kursen weniger. Ein Beispiel: Wenn ein Anteil Ihres Fonds 50 Euro kostet, erhalten Sie für Ihre Einzahlung von 100 Euro monatlich zwei Anteile. Sinkt nun der Anteilspreis bis zur nächsten Einzahlung auf 40 Euro, erhalten Sie für Ihren Monatsbeitrag 2,5 Anteile. Fällt der Preis Ihres Fonds weiter auf 30 Euro, bekommen Sie 3,333 Anteile. Bei einer monatlichen Einzahlung ergibt sich ein guter Durchschnittskurs.

BRIGITTE: Aktienfonds bringen angeblich die beste Rendite aller Anlagen. Das kann man angesichts der Ereignisse kaum glauben . . .

Helma Sick: "Glauben" müssen Sie das auch nicht, denn es ist belegt. Aktienfonds rentieren sich dann, wenn Sie 15, 20 oder mehr Jahre Zeit haben - so kann man die mitunter erheblichen Schwankungen der Aktienkurse aussitzen. In den letzten 30 Jahren haben gute Aktienfonds trotz mehrerer heftiger Börsenkrisen eine jährliche Durchschnittsrendite zwischen 10 und 12 % erzielt. In den letzten 15 Jahren waren es immer noch 8 bis 9 % pro Jahr. Geben Sie also eine langfristige Strategie nicht wegen kurzfristiger Ereignisse auf.

BRIGITTE Heft 10/08
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.