Gehaltsunterschied: Frauen verdienen nur die Hälfte

Eine neue Studie zeigt, dass der Gehaltsunterschied bei Männern und Frauen viel größer ist als angenommen. Demnach verdienen Frauen 49 Prozent weniger als Männer. Wie kommt das?

49 Prozent weniger? Welcher Rechenkünstler ist denn auf diese deprimierende Zahl gekommen?

Die Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Und die sind nicht gerade bekannt dafür, mit falschen Zahlen zu jonglieren.

Bei anderen Studien kam doch immer ein Gehaltsunterschied von 22 Prozent heraus. Wie kommt das DIW auf 49 Prozent?

In anderen Studien hat man sich bislang nur den Stundenlohn angesehen. Die DIW-Forscher gingen nun vom Jahreseinkommen aus und haben zum ersten Mal alle Einkommensarten eingerechnet, also auch Gewinn-, Arbeits- und Vermögenseinkommen. Und es wurden auch Spitzeneinkommen analysiert, wie Stefan Bach vom DIW im "Karriere Spiegel" erklärt.

Aha. Und Gewinn-, Arbeits- und Vermögenseinkommen sind noch mal genau ...?

Das kann auch nur eine Frau fragen! Das sind Einkommen aus Unternehmertätigkeit, Zinsen aus Vermögen, Dividende, Gewinne von Selbstständigen - also Geld, das nicht auf dem normalen Gehaltszettel steht.

Okay, okay, und warum stehen die Frauen so schlecht da?

Laut DIW sind es die bekannten Gründe: Besonders unter den Spitzenverdienern mit einem Jahresgehalt von mehr als 500.000 Euro gibt es sehr wenige Frauen, nämlich nur vier Prozent. Auch bei den Unternehmern sind sie eine Seltenheit und bei den gut bezahlten technischen Berufen auch.

Stattdessen wählen die Frauen Berufe, die schlecht bezahlt werden.

Genau. Mit sozialen Jobs oder Handwerksberufen wie Friseurin wird man in diesem Land leider nicht reich. Dazu kommt, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten.

Und wie können wir das ändern?

Laut DIW brauchen wir einen kulturellen Wandel. Die Familienarbeit darf nicht automatisch Frauensache sein. Und die Frauen selbst müssen sich auch mehr trauen und mehr fordern.

Mehr Infos zur Studie unter www.diw.de.

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