Go East - Studium im Osten Deutschlands

Euer Traumstudienplatz ist weit entfernt von Leipzig, Rostock, Greifswald oder Görlitz? Dumm! Denn ein Studium im Osten Deutschlands hat seine Vorteile. Das will auch die Image-Kampagne der Bundesregierung vermitteln und sucht junge Reporter für die "Ralley Fernost", eine Entdeckungstour durch die neuen Bundesländer!

Den Ost-Unis laufen die Studenten weg

Leipzig, Rostock, Greifswald, Weimar und Co. Die Städte liegen in der ehemaligen DDR. Und sie bieten hervorragende Studienbedingungen. Doch das interessiert die meisten Studienbewerber bei der Hochschulwahl anscheinend nicht. Denn den Ost-Unis laufen die Studenten weg.

Studieren in "Dunkeldeutschland" ist nicht besonders angesagt. Aktuell beginnen nur vier Prozent der westdeutschen Abiturienten ein Studium in Ostdeutschland. Umgekehrt entscheiden sich über zwanzig Prozent der ostdeutschen Schulabgänger für eine westdeutsche Hochschule.

Imagekampagne "Studieren Fernost"

Um das Image der vermeintlich tristen Hochschulstandorte Ostdeutschlands aufzupolieren und dem Rückgang der Studentenzahlen entgegen zuwirken fließen jetzt mehrere Millionen Euro in professionelle Werbekampagnen. Mit YouTube-Videos und Plakaten gehen die "Ossis" auf Studentenfang im Westen.

Der Bund liefert eine Video-Kampagne. Darin suchen die fragwürdigen Charaktere Gang und Dong, unter dem irreführenden Titel "Studieren Fernost", die "fernöstlichen" Hochschulen in Deutschland auf. In überdrehten Kurzportraits, mit vielen Comic-Effekten und wenig Infos, werden die Vorzüge der Hochschulen dargestellt. In Stralsund ist das nicht die gut ausgestattete Bibliothek, sondern natürlich der Strand...

Auf der nächsten Seite: Die Sächsische Imagekampagne

Sachsen schickt Promo-Team auf Deutschland-Tour

Der Freistaat Sachsen startet seinen ganz eigenen Feldzug zu Gunsten voller Hörsäle. Mit dem Slogan "Pack dein Studium. Am Besten in Sachsen" geht ein Promotion-Team auf (West-)Deutschlandtour und erklärt den unwissenden "Wessis" die Vorzüge der Sächsischen Hochschullandschaft.

Contra Ost

Doch warum wollen so wenig junge Menschen in den Osten? Steht in den Köpfen etwa noch die Mauer? Vorurteile gegen die neuen Bundesländer haben viele parat. Das zeigt auch eine Imageanalyse der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen: Grau in Grau, Plattenbau und Rechtsradikalismus gehören zu den genannten Attributen der Ex-DDR.

Und dann ist da auch noch dieser Dialekt - Sächsisch! "Wenn ich mir vorstelle, mein Professor würde sächseln! Den könnte ich gar nicht ernst nehmen", untermauert Nina ihre Wahl für die Uni Frankfurt. Ist Hessisch etwa besser?

Pro Ost

Die Vorzüge des Ostend liegen dafür klar auf der Hand. Günstige Mieten in geräumigen Altbauwohnungen (nein, es gibt natürlich nicht nur Plattenbau!), geringere Lebensunterhaltskosten, keine oder weitaus niedrigere Studiengebühren und beste Lernbedingungen.

"Schon als ich das erste Mal in Dresden war, hab ich mich sofort in die Stadt verknallt", schwärmt Nele aus NRW begeistert. Sie studiert seit zwei Jahren Geisteswissenschaften an der Dresdner Uni und ist super zufrieden. "Ich bekomme hier alle Seminare und Vorlesungen, die ich brauche und kann dadurch meine Regelstudienzeit ganz leicht einhalten."

Julia findet die ganze Ost-West-Diskussion überflüssig. Sie sagt: "Ich habe in Leipzig studiert. Ich hatte keinen Kulturschock. Es war dort nicht viel anders als im Westen." Natürlich gibt es Unterschiede zwischen West und Ost. Genauso wie zwischen Süd- und Norddeutschland. Unter dem Motto: Probieren geht über Studieren (im Westen) ist es an der Zeit, den Wahrheitsgehalt der Ost-Klischees zu testen. Traut euch! Go East!

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