Geld macht glücklich - wenn Sie es richtig ausgeben

Die Autoren Elizabeth Dunn und Michael Norton erklären, wie Geld glücklich macht. Vorausgesetzt, man investiert richtig.

Elizabeth Dunn ist Professorin für Psychologie an der Universität in Vancouver in Kanada, Michael Norton Professor an der Harvard Business School in Cambridge in den USA. Anhand von Fallbeispielen und wissenschaftlichen Studien beschreiben die beiden in ihrem Ratgeber "Happy Money", wie man Geld so einsetzen kann, dass es einen glücklich macht. Unabhängig davon, wie viel Geld der einzelne besitzt. Das sind ihre Tipps.

1. Erlebnisse kaufen

Viele Menschen sind der Ansicht, dass ein Eigenheim zu einem glücklichen Leben gehört. Dabei zeigen jüngste Forschungsergebnisse, dass der Traum von den eigenen vier Wänden nicht immer so traumhaft sein muss. Materielles, wie ein schönes Haus oder ein edler Füllfederhalter, macht erwiesenermaßen weniger glücklich als Erlebnisse wie Reisen, Konzerte oder ein besonderes Abendessen. Ob Sie nun viel oder wenig Geld ausgeben, ist nicht so wichtig. Wichtiger ist die Tatsache, dass tolle Erlebnisse Sie stärker davor schützen, Ihren Kauf später zu bereuen.

2. Sich etwas Besonderes gönnen

Beschränken Sie sich auf das, was wirklich für Sie wertvoll ist. Und verzichten Sie nicht einfach auf etwas (zum Beispiel auf den geliebten Kaffee), sondern machen Sie Ihre Lieblingsdinge wieder zu einem Verwöhnerlebnis (indem Sie zum Beispiel Ihren Latte Macchiato nicht täglich hinunterstürzen, sondern ihn ab und zu bewusst genießen). Dieses Prinzip kann man auch auf kleine und große Anschaffungen übertragen.

3. Zeit kaufen

Wenn wir uns die Freiheit nehmen, besonders ungeliebte Tätigkeiten wie Toilettenputzen oder das Reinigen der Dachrinnen andere machen zu lassen, kann das so eingesetzte Geld uns ermöglichen, unseren Hobbys nachzugehen. Und genau das sollten Sie auch nutzen. Menschen, die mehr auf ihre Zeit als auf ihr Geld achten, handeln wie Glücksexperten - sie wählen mehr Aktivitäten, bei denen sie sich wohlfühlen.

Happy Money von Elizabeth Dunn und Michael Norton, Verlag books4success, 224 Seiten, 19,99 Euro.

4. Sofort bezahlen, später konsumieren

Im iPad-Zeitalter sind Produkte sofort zu haben und unsere Brieftaschen sind mit Plastikkarten statt mit Geldscheinen gefüllt. Unsere digitale Technik und unsere Kreditkarten fordern uns dazu auf, Waren heute schon zu verbrauchen, sie aber erst morgen zu bezahlen. Wenn wir dieses wirkmächtigste Prinzip umkehren, indem wir alles gleich bezahlen, aber erst später genießen, können wir mit geringeren finanziellen Mitteln mehr Glück erwerben. Die Forschung hat ergeben: Auf etwas zu warten, und sei es nur eine zart schmelzende Praline, steigert den Genuss erheblich. Wenn wir auf der Stelle zahlen, die gekauften Waren aber erst später konsumieren, können wir einen neuen Lippenstift oder einen Mojito genießen, als wären sie gratis. Ein weiterer Vorteil ist, dass Leute weniger dazu neigen, ihr Konto zu überziehen, wenn sie alles sofort bezahlen müssen.

5. In andere Menschen investieren

Die neueste Forschung kommt zu dem Ergebnis, dass es uns wesentlich glücklicher macht, anderen Menschen von unserem Geld abzugeben, als es selbst zu verbrauchen. Dieses Grundprinzip gilt in ungewöhnlich vielen unterschiedlichen Situationen, von der kanadischen College-Studentin, die ihrer Mutter einen Schal schenkt, bis hin zu der Frau aus Uganda, die einer Freundin lebensrettende Medikamente gegen deren Malaria kauft. Geld in andere Menschen zu investieren, macht uns glücklicher.

Text: bia
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