Hausarbeit schreiben leicht gemacht

Endspurt: Das Semester neigt sich dem Ende entgegen. Die entspannten Ferien sind schon in Sicht - wenn ihr nicht noch diese verflixte Hausarbeit schreiben müsstet. Wir geben euch Tipps, wie sie gelingt

Gerade für Neulinge ist die erste Hausarbeit eine große Herausforderung. Damit es trotzdem klappt, haben wir für euch ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt:

1. Das Thema

Grundsätzlich sollte sich das Thema deiner Hausarbeit am Thema des Seminars orientieren. Lass einfach das letzte Semester Revue passieren und geh deine Aufzeichnungen durch: Welches Thema hat dich besonders gefesselt? Was hat dich überhaupt nicht interessiert? Denn: Ein wenig Interesse solltest du schon aufbringen, schließlich wirst du in den nächsten Wochen viele Stunden mit deiner Arbeit beschäftigt sein.

Wichtig: Formuliere das Thema nicht zu allgemein und achte darauf, dass es genug hergibt, um die vorgegebene Seitenanzahl zu füllen. Falls du während des Semesters schon ein Referat oder eine Präsentation gehalten hast, ist es hilfreich, die Hausarbeit darauf aufzubauen, denn in diesem Fall hast du schon wichtige Vorarbeit geleistet und bist mit dem Thema vertraut.

2. Die Recherche

Sobald du dich für ein Thema entschieden hast, startest du mit einer groben Literaturrecherche und notierst dabei erste Gedanken zu Inhalt und Aufbau deiner Arbeit: Was genau möchtest du untersuchen? Welche Fragestellungen ergeben sich aus dem Thema? Welche unterschiedlichen Meinungen gibt es dazu? Vereinbare einen Termin bei deinem Professor und erläutere ihm deine Ideen. Oft ergeben sich aus diesem Gespräch weitere Anregungen und erste Literaturhinweise.

Internetrecherche

Zu Beginn einer Hausarbeit heißt es erstmal lesen, lesen und noch mal lesen. Doch wo findet man die passende Literatur zum Thema? Als Einstieg eignet sich die Internetrecherche. Wer sein Thema bei Google oder Amazon eingibt, findet schnell erste Literaturhinweise. Für aktuelle Themen bietet zum Beispiel www.paperball.de eine Artikelsuche in Online-Zeitungen an. Über Suchmaschinen findest du auch Referate oder Hausarbeiten, die einen ersten inhaltlichen Einstieg in das Thema ermöglichen. Orientierungshilfe bieten außerdem die Literaturlisten deines Profs, die meist zu Beginn eines Seminars verteilt werden.

Die Bibliothek

Fast alle Universitätsbibliotheken haben ihre Kataloge schon in elektronische Datenbanken umgewandelt, die im Internet abrufbar sind. Mit deinem Universitätsausweis kannst du dich daher auch bequem von zu Hause aus einloggen, in Ruhe recherchieren und interessante Bücher sofort bestellen oder zumindest vormerken. Ist ein Buch schon ausgeliehen oder nicht vorhanden, kannst du es per Fernleihe an einer anderen Uni bestellen. Doch auch hier gilt: Bücher möglichst früh bestellen, denn vor allem bei der Fernleihe kann es schon mal Wochen dauern, bis das Buch da ist. Wer einen Artikel aus einer bestimmten Zeitschrift sucht, sollte sich vorher auf der Seite www.zeitschriftendatenbank.de informieren, in welcher Bibliothek der Uni diese Zeitschrift zur Ausleihe zur Verfügung steht. Außerdem ist auch ein Besuch in der Seminarbibliothek deines Faches empfehlenswert. Die Bücher sind hier als Präsenzexemplare vorhanden. Zwar kannst du sie nicht ausleihen, die interessanten Artikel aber vor Ort kopieren.

Das Schneeballsystem

Bei der Literatursuche nach dem Schneeballsystem startest du mit einer relativ neuen Veröffentlichung zu deinem Thema und suchst anhand der Literaturangaben und Fußnoten in diesem Werk nach ähnlicher Literatur. In diesen Büchern wendest du dann dasselbe Verfahren an und hast auf diese Weise schnell eine lange Liste zusammen.

Tipp:

3. Lesen und Auswerten

Vor dir stapeln sich die Bücher? Du weißt nicht, was du zuerst lesen sollst? Keine Panik! Niemand erwartet, dass du jedes Buch von vorne bis hinten durcharbeitest. Zunächst geht es darum, die Spreu vom Weizen zu trennen. Finde heraus, welche Bücher, Kapitel oder Zeitschriftenaufsätze für dich wirklich sinnvoll sind. Mit deiner Fragestellung im Hinterkopf, solltest du daher aufmerksam das Inhaltsverzeichnis durchgehen, wichtige Punkte herausfiltern und informative Kapitel quer lesen. Oft liefert ein Blick in das Inhaltsverzeichnis auch Anhaltspunkte und Ideen für die eigene Gliederung.

In einem zweiten Arbeitsschritt solltest du relevante Kapitel oder Grundlagenwerke ausführlich durcharbeiten. Doch Lesen allein reicht nicht. Markiere wichtige Stellen und schreibe dir grundlegende Infos heraus. Außerdem solltest du die Kernaussagen oder die Argumentationsstruktur des Autors in eigenen Worten wiedergeben. So kannst du sichergehen, dass du das Gelesene auch verstanden hast. Diese Exzerpte sind später eine große Hilfe, wenn du mit dem Schreiben beginnst!

4. Die Gliederung

In deiner Gliederung skizzierst du den Aufbau deiner Arbeit, d.h. du machst deutlich, wie du vorgehen möchtest. Die erste grobe Gliederung entsteht meist schon in der Anfangsphase, verändert sich aber während des Lesens und Bearbeitens der Lektüre fortwährend. Am Ende hast du einen konkreten Plan, der dir als Inhaltsverzeichnis dienen kann. Um eine Gliederung zu erstellen, hilft oft ein Brainstorming: Welche Themen möchtest du in deiner Arbeit auf jeden Fall ansprechen? Welche unterschiedlichen Meinungen, Konzepte usw. gibt es? Notiere alle deine Ideen auf einem Blatt und versuche sie in eine logische Reihenfolge zu bringen. Dabei bieten sich verschiedene Gliederungsformen an:

Gut ist eine Gliederung dann, wenn sie auch für Außenstehende nachvollziehbar ist. Um Logik und Stringenz deiner Argumentation zu überprüfen, suchst du dir am Besten einen Kommilitonen, dem du deine Vorgehensweise anhand deiner Gliederung erläuterst. Oft merkst du dabei selbst, welche Schwachstellen noch ausgemerzt werden müssen oder wo es Verständnisprobleme gibt.

5. Der formale Aufbau

Unabhängig vom Fachbereich besteht eine wissenschaftliche Arbeit aus folgenden Teilen:

Tipp: Je nach Seminar und Fachbereich können die formalen Vorschriften wie Seitenanzahl, Titelblattgestaltung, Seitenrand usw. variieren. Es kann auch sein, dass du eine Selbstständigkeitserklärung abgeben musst, in der du versicherst, dass du die Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe verfasst hast. Informiere dich also vorher und spreche mir deinem Professor über seine Vorstellungen.

6. Das Schreiben

Die Einleitung: In der Einleitung sollten folgende Fragen beantwortet werden:

Der Hauptteil:

Im Hauptteil geht es darum, die einzelnen Gliederungspunkte mit Inhalt zu füllen. Dabei gehst du am Besten chronologisch vor. Bevor du beginnst, solltest du dich jedoch noch einmal mit der für das jeweilige Kapitel relevanten Literatur beschäftigen: Welche Inhalte möchtest du ansprechen, welche Autoren zitieren? Überleg dir auch, wie du argumentativ vorgehen möchtest. Nach dieser Vorarbeit kannst du mit dem Schreiben beginnen. Für das Schreiben gilt:

Die Schlussbemerkung::

Hier greifst du noch einmal deine Forschungsfrage auf und fasst die im Laufe der Arbeit erlangten Ergebnisse in eigenen Worten zusammen. Abgerundet wird deine Arbeit mit einer persönlichen Stellungnahme und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen, die sich aus deiner Arbeit ergeben.

Tipp:

7. Richtig zitieren

In deiner Arbeit sollte jede wörtlich übernommene Textstelle als Zitat kenntlich gemacht werden, indem du sie mit Anführungszeichen versiehst und außerdem in einer Fußnote darüber informierst, in welchem Werk und auf welcher Seite das Zitat zu finden ist. Auch sinngemäße Übernahmen gelten als Zitate. Generell gilt: Zitate hauchen deinem Text Leben ein und machen das Lesen abwechslungsreicher. Trotzdem sollte dein Text nicht aus einer Aneinanderreihung von Zitaten bestehen. Setze sie nur da ein, wo sie einen Sinn machen, beispielsweise um die Theorie eines Autors zu unterstreichen.

8. Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis ist eine alphabetische Auflistung der von dir zitieren Werke. Man unterscheidet dabei zwischen Primär- und Sekundärliteratur. Während die Primärliteratur Originaltexte bezeichnet, beziehst sich der Begriff Sekundärliteratur auf alle Texte, in denen die Primärliteratur besprochen wird. Bei einer Hausarbeit über das deutsche Drama gehören zum Beispiel alle aufgeführten Dramen zur Primärliteratur. Ein Buch über den Dramenaufbau ist jedoch der Sekundärliteratur zuzuordnen. Primär- und Sekundärliteratur solltest du im Literaturverzeichnis getrennt voneinander auflisten.

Tipp: Je nach Fachbereich oder Professor variieren die Formvorschriften zum Erstellen von Fußnoten oder des Literaturverzeichnisses. Frag besser vorher nach!

9. Vor der Abgabe

Du bist fertig? Bevor du deine Arbeit abgibst, solltest du jedoch noch einige Punkte durchgehen:

10. Literaturtipps

Noch mehr Tipps und Tricks findest du in folgenden Büchern oder auf diesen Internetseiten:

www.hausarbeiten.de Kostenpflichtiger Download von über 20.000 Hausarbeiten, Diplomarbeiten, Referaten oder sogar Doktorarbeiten aus ca. 200 Fachbereichen. Weiterhin gibt es die Möglichkeit eigene Arbeiten online zu stellen und zu vermarkten. Computer-Muffel können sich außerdem fertige Word-Formatvorlagen herunterladen.

www.uni-hausarbeit.de Richtig zitieren, Hilfe bei Schreibblockaden und viele hilfreiche Tipps und Tricks rund um das Thema Hausarbeit bietet das Portal uni-hausarbeit.de.

Booth, Wayne C./Colomb, Gregory C./Williams: The Craft of Research. Chicago, 1995.

Bünting, Karl-Dieter u.a.: Schreiben im Studium: mit Erfolg. Ein Leitfaden. Berlin, 2000.

Charbel, Ariane: Schnell und einfach zur Diplomarbeit. Der praktische Ratgeber für Studenten. Nürnberg, 2001.

Eco, Umberto: Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. 7. Aufl., Heidelberg, 1998.

Esselborn-Krumbiegel, Helga: Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. UTB, Paderborn, 2. Aufl. 2004.

Knigge-Illner, Helga: Der Weg zum Doktortitel. Strategien für die erfolgreiche Promotion. Frankfurt/M. 2002.

Kruse, Otto: Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 8. Aufl., Frankfurt/M., 2000.

Paetzel, Ulrich: Wissenschaftliches Arbeiten. Überblick über Arbeitstechniken und Studienmethodik. Berlin 2001.

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