Neues Gesetz: Ab Januar darfst du deinen Chef fragen, was deine Kollegen verdienen 💰

Frauen im Job

Gleiches Gehalt bei gleicher Position? Sollte selbstverstĂ€ndlich sein, ist es aber nicht. Ein neues Gesetz soll die Lohn-LĂŒcke schließen.

Noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt weniger als MĂ€nner – und das bei gleicher Arbeit. Ein neues Gesetz soll ein Schritt in Richtung Gerechtigkeit sein: Das sogenannte Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) besagt, dass Angestellte sich schlau machen dĂŒrfen, was Kollegen in Ă€hnlichen Positionen eigentlich so verdienen.

Am 6. Januar ist es nun so weit: Erstmals ab diesem Tag können BeschÀftigte einen sogenannten Auskunftsanspruch stellen. 

Das Ziel: Gleiches Gehalt bei gleicher Position

Abgesegnet hatte das Bundeskabinett das "Gesetz fĂŒr mehr Lohngerechtigkeit" bereits Anfang 2017. Konkret bedeutet das EntgTranspG:

Das Gesetz gibt allen MĂ€nnern und Frauen einen individuellen Auskunftsanspruch, die in Betrieben mit mehr als 200 BeschĂ€ftigten arbeiten. Sie können die Kriterien und Verfahren der Entgeltfindung fĂŒr ihre TĂ€tigkeit und eine gleiche oder gleichwertige TĂ€tigkeit erfragen.

Sprich: Arbeitest du in einem Betrieb mit mehr als 200 Leuten, hast du einen Anspruch auf Auskunft. Arbeitgeber oder Kollegen mĂŒssen aber nicht preisgeben, was eine bestimmte Person verdient. Vielmehr kann z.B. eine Frau das Durchschnittsgehalt von sechs mĂ€nnlichen Kollegen mit vergleichbarer TĂ€tigkeit erfragen. Und ein Mann das Durchschnittsgehalt von sechs Kolleginnen. Lenkt der Arbeitgeber bei einer LohnlĂŒcke nicht ein, kann die benachteiligte Person klagen.

Drei Monate hat ein Arbeitgeber Zeit, um auf Anfragen zu reagieren. BeschÀftigte können den Anspruch wiederum laut Bundesfamilienministerium grundsÀtzlich alle zwei Jahre stellen:

Wird der Auskunftsanspruch dann in der Zeit zwischen dem 6. Januar 2018 und dem 5. Januar 2021 gestellt, gilt abweichend zur eigentlichen Zweijahresfrist eine Wartefrist von drei Jahren. Haben sich die Voraussetzungen wesentlich geÀndert, ist eine vorzeitige Nachfrage möglich.

Unternehmen ab 500 Mitarbeitern werden durch das Gesetz verpflichtet, darĂŒber zu berichten, wie sie die existierende LohnlĂŒcke zwischen MĂ€nnern und Frauen schließen wollen. Auch BeschĂ€ftigte im öffentlichen Dienst haben einen Auskunftsanspruch; Beamte und Beamtinnen der LĂ€nder und Kommunen jedoch nicht.

"Mit diesem Auskunftsanspruch hat man zukĂŒnftig die Möglichkeit, von einer Vergleichsgruppe des anderen Geschlechts zu erfahren, wie dort durchschnittlich bezahlt wird", sagte zu Beginn des Jahres die damalige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. 

Wie groß ist die LohnlĂŒcke wirklich?

Laut Statistischem Bundesamt ist der durchschnittliche Bruttoverdienst von Frauen um 21 Prozent niedriger als bei den MÀnnern. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen hÀufiger in Teilzeit und in schlechter bezahlten Berufen arbeiten, etwa in der Pflege oder in Dienstleistungsberufen. Werden diese Faktoren herausgerechnet, verdienen  Frauen im Durchschnitt aber immer noch 7 Prozent weniger als ihre mÀnnlichen Kollegen.

Die Union hatte das Vorhaben der Familienministerin lange Zeit torpediert. BegrĂŒndung: Das Gesetz sei ein "BĂŒrokratiemonster".

"Das kann so nicht bleiben"

FĂŒr Schwesig ein Scheinargument. Im Interview mit "Spiegel Online" sagte sie: "Das Grundgesetz verpflichtet uns dazu, dass Frauen die gleichen Rechte wie MĂ€nner haben sollten. Aber ihre Lebenswirklichkeit sieht oft anders aus: Sie haben die niedrigeren Löhne und werden sogar fĂŒr die gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt. Das kann so nicht bleiben. Wir sind dazu verpflichtet, diese Unterschiede abzubauen."

Kommentare

Kommentare

    Unsere Empfehlungen

    Guten Morgen, Welt!

    Guten Morgen, Welt!

    Wir servieren euch tĂ€glich Trends, Top-Stories und kuriose NetzfundstĂŒcke zum FrĂŒhstĂŒck! 

    Brigitte-Newsletter

    Brigitte-Newsletter

    Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.

    Diesen Inhalt per E-Mail versenden

    Frauen im Job
    Gesetz: Ab 2018 darfst du deinen Chef fragen, was die Kollegen verdienen 💰

    Gleiches Gehalt bei gleicher Position? Sollte selbstverstĂ€ndlich sein, ist es aber nicht. Ein neues Gesetz soll die Lohn-LĂŒcke schließen.

    Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

    E-Mail wurde versendet
    Deine Mail konnte leider nicht versendet werden