Spartagebuch: Gratis Haare schneiden

Katrin geht zum Frisör und lässt sich vom Azubi schneiden, um Geld zu sparen. Außerdem testet sie Spartipps von Brigitte.de-Leserinnen und den "Schlemmerführer"...

"Kurz", habe ich zu Andrea gesagt. Und dann lieber die Augen zugemacht. So richtig lang waren meine Haare bisher ja auch nicht. Aber kurz, heißt richtig kurz. Und davor habe ich dann doch ein bisschen Bammel.

Kurze Haare sparen Bares: Man braucht weniger Shampoo und weniger Zeit zum Föhnen, was dann wieder Strom spart... Ich gebe zu, die Ersparnis ist marginal, das Ganze ist wohl doch eher eine Entscheidung aus modetaktischen Gründen.

Fußball und Geld

Schnitt vom Azubi

Aber immerhin hilft Andrea mir beim Sparen. Denn Andrea ist noch keine Frisörin, jedenfalls noch keine fertige. Sie macht ihre Ausbildung bei "Kinki Kappers", und ihr Chef lässt sie zwar schon an die Haare von echten Kunden, nimmt denen dafür aber kein Geld ab. Beim Modellschneiden macht man wirklich einen guten Schnitt: Statt 35 Euro kostet die neue Frisur - gar nix, höchstens ein paar Nerven.

"Ich vertraue dir", hab ich Andrea am Anfang großspurig erklärt. Immerhin hat sie nur noch acht Monate ihrer Ausbildung vor sich. Fröhlich macht sie sich mit der Schere über meinen Kopf her. Doch kurz vor Ende verlässt mich mein Vertrauen: "Ich find's noch zu lang." Andrea bessert nach. Nun mäkele ich: "Die sind über den Ohren aber ungleich." Andrea bessert nach. Ich, völlig schockiert: "Da hinten stehen sie ab."

Ende gut, alles gut

Andrea findet, jetzt habe sie genug nachgebessert. "Warte mal, bis ich's gestylt habe", schlägt sie vor, verteilt ein bisschen Gel in meinen wirklich kurzen Haaren und hält mir einen Spiegel hin. "Wow, das sieht ja richtig gut aus!" Ich bin überrascht und begeistert.

Andrea lächelt nett. Knut steht nicht so auf kurze Haare. Er guckt kritisch, als ich nach Hause komme. Doch nachdem ich ihn mit 35 Euro bestochen habe, ist auch er von der Frisur angetan.

Leser-Mails und Spar-Fahren in der U-Bahn

Ich bin beim Sparen übrigens nicht mehr allein. Inzwischen sind ganz viele Mails von bekennenden Sparern mit tollen Tipps eingetroffen. Danke! Manches davon kann ich leider schlecht umsetzen. So würde der Sparrat, mir ein kleineres Auto zu kaufen, finanziell eher einen Verlust als einen Gewinn bedeuten. Denn bisher verzichte ich komplett aufs Auto.

Dafür habe ich bei Bus und Bahn eine abgefahrene Sparoption aufgetan. Normalerweise kostet ein Monatsticket 67 Euro. Doch der Hamburger Verkehrsverbund belohnt Leute, die in der Rush-Hour nicht die öffentlichen Transportmittel verstopfen. Und zwar mit der CC-Karte. Damit darf ich morgens erst ab neun und nachmittags nicht zwischen vier und sechs fahren, am Wochenende aber rund um die Uhr. Das ist manchmal unpraktisch, wenn man zehn Minuten an der U-Bahn-Station steht, bis der große Zeiger den magischen Strich überschritten hat, kostet dafür aber auch nur 27 Euro. Das macht 40 Euro für Knut.

Ein Tipp aus Bella Italia...

Zurück zu den Mails. Sogar aus Italien habe ich schon Post gekriegt. Natürlich mit einem Pasta-Rezept. Die Absenderin schwört auf Nudeln mit Tomatensoße als billigen Satt- und Glücklichmacher für die ganze "famiglia". Zwar habe ich keine italienische Großfamilie zu ernähren, sondern nur meinen Freund namens Daniel.

An dem wird das Gericht getestet: Eine kleine Zwiebel, ein Stückchen Staudensellerie und eine halbe Möhre schwitze ich in Olivenöl an. Dazu kommt eine Prise Salz und eine kleine Dose Tomaten. Noch etwas Basilikum hinzugefügt und die Soße mit dem Pürierstab durchgemixt. Für nicht mal zwei Euro fühlen wir uns wie in Bella Italia.

Tipp: BRIGITTE-Pastarezepte gibt's hier.

Köstlich speisen und sparen mit dem Schlemmerführer

Manchmal, manchmal muss es aber doch ein Besuch im Restaurant sein. Am Samstagabend wollen Daniel und ich testen, ob der Italiener bei mir um die Ecke mit der Tomatensauce vom Vortag mithalten kann.

Damit der Gourmet-Ausflug keine Riesenlöcher ins Portmonee reißt, habe ich den Schlemmerführer dabei. Wer einen Gutschein aus diesem Sparbuch vorlegt, isst zwei Hauptgerichte, bezahlt aber nur das günstigere von beiden. Als wir dem Kellner beim Bestellen etwas verschämt unser Büchlein geben, lacht der los und zeigt auf den Nebentisch. Auch unsere Tischnachbarn essen für zwei und zahlen für einen. Zum halben Preis schmecken das Saltimbocca und die Scallopine al Limone gleich doppelt so köstlich. Und als wir Knut erzählen, dass wir schlemmenderweise 11,50 Euro gespart haben, reibt auch der sich den Bauch.

Experten-Kommentar: Selbst kochen spart Zeit, Geld - und Fett

Dazu Hedi Grunewald, Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen:

"Super! Wer selbst kocht, schon nicht nur das Portmonee, sondern auch die Kalorienbilanz, da in der Gastronomie mehr Fett verwendet wird. Katrins Pasta spart auch Zeit - die Zubereitung dauert nur etwa 15 bis 25 Minuten. Übrigens schmecken Biomöhren viel besser, kosten aber mit durchschnittlich 1,41 Euro doppelt so viel wie herkömmliche Möhren. Das Billigste ist nicht immer gut genug!

Nach dem Restaurantbesuch hat Knut zuviel kassiert, denn schließlich kostet das Gutscheinbuch auch Geld. Er muss wohl wieder ein paar Euro rausrücken."

Tipp: Einen Saisonkalender für Obst und Gemüse finden Sie hier.

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