Studie: Frauen heiraten zunehmend "runter"

Männer heiraten zunehmend hoch

Frauen heiraten sich hoch? Das war einmal. Zumindest in den USA dreht sich der Trend gerade um.

Die Zahl der hochqualifizierten Frauen ist gestiegen

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der hochgebildeten Frauen in den USA gestiegen. Dadurch haben sich die Chancen des „Hochheiratens“ für amerikanische Männer verbessert.

Für Frauen sind sie gesunken. So stellt die Ehe für Männer immer öfter einen wirtschaftlichen Aufstieg dar, während Frauen häufiger einen weniger gebildeten Mann heiraten (müssen).

Diese Veränderung resultiert vor allem aus der wachsenden Anpassung der Gehälter, wie eine Studie der University of Kansas herausgefunden hat. Für die Untersuchung haben Soziologen geschlechtsspezifische Veränderungen unter Verheirateten zwischen 35 und 44 Jahren in den USA analysiert.

In Sachen Ehe profitieren die Männer vom Fortschritt der Frauen

Es stellte sich heraus, dass es in den USA inzwischen mehr hochgebildete Frauen als hochgebildete Männer auf dem Heiratsmarkt gibt. „Das Modell der Ehe und die damit verbundenen wirtschaftlichen Konsequenzen haben sich im Laufe der Zeit verändert. Somit ist es wahrscheinlicher, dass Frauen einen weniger gebildeten Mann heiraten“, stellte Studienleiter Chang Hwan Kim fest.

Dieser Wandel wird vor allem dadurch begünstigt, dass die Einkommen von Frauen in den vergangenen Jahren gestiegen sind, während die Gehälter von Männern stagnierten. Die Bezahlung der Ehepartner sei oft gleich, zum Teil verdienten Frauen sogar mehr. Dies führe dazu, dass sich der Lebensstandard der verheirateten Männer ohne eigenes Dazutun schneller erhöht, als bei gleich gut ausgebildeten Frauen.

Erstmals ist die Ehe für Männer wirtschaftlich interessant

Für die Wissenschaftler könnte das auch ein Indiz dafür sein, warum sich Männer nicht beschweren. So sei die Lebensqualität inzwischen eher durch das Familieneinkommen als durch die persönlichen Einkünfte bestimmt. Es scheint daher für den Mann in Ordnung zu sein, dass seine Ehefrau mehr Einkommen in den Haushalt bringt als er selber. Diese Erkenntnis impliziert, dass die Ehe für das wirtschaftliche Wohlergehen von Männern erstmals von Bedeutung ist.

In Deutschland verdienen Frauen immer noch weniger als Männer

Im Gegensatz zu den USA ist laut Statistischem Bundesamt das Verhältnis zwischen hochgebildeten Frauen und hochgebildeten Männern in Deutschland seit mehr als drei Jahren ausgeglichen.

Deutsche Frauen stehen wirtschaftlich jedoch schlechter da. So liegen die Löhne von Frauen in Deutschland 21 Prozent unter denen der Männer. Für diesen unbereinigten Gender Pay Gap sind vor allem Strukturunterschiede verantwortlich: Frauen sind in schlechter bezahlten Branchen und Berufen tätig und besetzen trotz gleichem Bildungsniveau Positionen mit geringeren Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation. Zudem sind Frauen häufiger als Männer teilzeit- oder geringfügig beschäftigt und erhalten im Schnitt auch für gleiche Tätigkeiten weniger Geld.

TIPP: Der Artikel wurde in leicht abgeänderter Form von herMoney übernommen - dem unabhängigen Finanzforum für Frauen. herMoney ist ein Informationsportal, das speziell auf weibliche Anforderungen für Vorsorge und Finanzen zugeschnitten ist. Es richtet sich an Frauen ab 25 Jahren.

Linda Standhardt

Kommentare (2)

Kommentare (2)

  • Brigitte
    Brigitte
    Liebe Sabrumm,

    eine Zusammenfassung der Studie finden Sie unter diesem Link:
    https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs13524-017-0601-3

    Die ganze Studie können Sie dort bei Interesse für 41 Euro downloaden.

    Herzliche Grüße
    vom BRIGITTE-Team
  • Sabrumm
    Sabrumm
    Liebe Brigitte,
    ich bin vielleicht etwas müde, aber: Aus welchen Fakten schließt der Artikel, dass Frauen in den U.S.A. zunehmend einen Mann mit niedrigerem Bidungsstand heiraten?
    Ich finde nur Ausführungen dazu, dass Frauen in den U.S.A. mittlerweile im Schnitt höher gebildet sind als Männer, und die Männer theoretisch einen finanziellen Vorteil von einer Eheschließung mit einer wohlhabenderen Frau hätten.
    Gibt es konkrete Zahlen zu veränderten sozialen Konstellationen bei Eheschließungen?
    Was besagen diese Zahlen?
    Könnte es nicht stattdessen so sein, dass die besser gebildeten Frauen Single bleiben? Gibt es hierzu Daten, die eine Veränderung aufzeigen?
    Es tut mir leid, aber eine belastbare Argumentationskette finde ich im Artikel nicht., stattdessen "Jumping to conclusions".
    Leider findet sich auch auf der Seite der Quelle, auf die Ihr verweist, keine weitere Information und erst recht kein Link zur Studie. Die fände ich in der Tat sehr interessant und würde sie gerne lesen.

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