Finde das Studium, das zu dir passt

Es soll ja Leute geben, die wissen, was sie nach der Schule machen wollen. Für alle anderen: Ein Ratgeber für die richtige Studienwahl - der spart euch Zeit und Nerven!

Die Suche nach dem richtigen Studium ist manchmal zum Haareraufen

Wer das passende Studienfach sucht, hat die Qual der Wahl: Von Abfallwirtschaft bis Zukunftsenergien stehen in Deutschland über 11.000 Studienfächer zur Auswahl. Ihr steht vor der Entscheidung und wisst nicht, was ihr tun sollt? Ganz ruhig. Erstmal tief durchatmen. Hier lest ihr Schritt für Schritt, wie ihr das Studium findet, das zu euch passt.

Ein Haufen 50-Cent-Münzen

Schritt eins: Finde heraus, was deine Stärken sind!

Bei der Suche kommt es vor allem darauf an, dass ihr euch selbst einzuschätzten lernt. Fragt euch: Was fällt mir leicht? Was kann ich besser als andere? Und genauso: Was zählt eigentlich nicht zu meinen Stärken?

Macht euch am besten eine "Das kann ich"-Liste. Dann überlegt euch, welche Fächer euch in der Schule am meisten Spaß gemacht haben - und welche euch eher Schwierigkeiten bereitet haben. Wer zum Beispiel mit Chemie auf dem Kriegsfuß steht, der sollte ein Studium der Materialwissenschaft für sich besser gleich ausschließen.

Auf die Liste gehören auch all die Dinge, die ihr in eurer Freizeit gerne macht. Ihr spielt in einer Band? Ihr schreibt Kurzgeschichten, macht viel Sport oder lernt abends an der Volkshochschule Chinesisch? Alles aufschreiben! Denn häufig könnt ihr schon daraus ableiten, welchen Weg ihr beruflich einschlagen könntet. Sport zählt zu euren Stärken? Dann könnte das zum Beispiel ein Sportstudium sein, Sportökonomie oder vielleicht ein Lehramtsstudium, aber auch der Beruf des Sport-Journalisten oder Reporters kommen eventuell für euch in Frage.

Außerdem könnt ihr an euren Hobbys und Interessen andere Stärken und Vorlieben erkennen: Seid ihr eher Gruppenmensch oder Einzelgänger? Seid ihr detailverliebt oder wollt ihr den Gesamtüberblick? Arbeitet ihr lieber mit Menschen – oder darf es gerne etwas technischer sein? All dies sind Ansatzpunkte, die euch auf die richtige Spur bringen.

Auf der nächsten Seite: Wie dir andere bei der Wahl des Studiums helfen können

Schritt zwei: Frag die anderen

Frag die anderen: Wie sehen sie dich?

Freunde, Lehrer und die Familie sehen euch oft anders, als ihr es selber tut. Deswegen: Fragt sie nach ihrer Meinung und bittet sie, euch einzuschätzen. Wo sehen sie eure Stärken? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten schätzen sie an euch besonders? Manchmal kommen gerade bei dem Blick von außen Talente heraus, die ihr übersehen hättet.

Schritt drei: Finde heraus, was dir wichtig ist

Um später im Job zufrieden zu sein, solltet ihr euch Gedanken machen, wie ihr euch euer Leben vorstellt. Als Unternehmensberaterin macht ihr wahrscheinlich schnell Karriere und verdient viel Geld, habt aber wenig Zeit für Freunde oder Hobbys. Als Hotelmanagerin hört euer Tag nicht um 18 Uhr auf, sondern fängt dann manchmal erst an. Als freier Journalist könnt ihr eure Zeit selber einteilen, dafür seid ihr weniger abgesichert. Je stärker der Beruf euren Bedürfnissen entspricht, desto zufriedener wird er euch machen.

Auf der nächsten Seite: Wie du Ideen sammelst und wo du dich beraten lassen kannst

Schritt 4: Ideen sammeln und überprüfen

Nicht verzweifeln! Du findest schon heraus, welches Studium das richtige ist.

Wenn ihr wisst, wo eure Stärken liegen, könnt ihr eine konkrete Studienrichtung ableiten. Soll es etwas mit Sprachen sein, oder vielleicht mit Tourismus? Bei folgenden Beratungsangeboten könnt ihr euch über die verschiedenen Studiengänge informieren, weitere Ideen sammeln und euch von manchen wieder verabschieden, wenn ihr feststellt, dass eure Vorstellung nichts mit der Realität gemein hat.

Das BIZ

Dem Berufsinformationszentrum, kurz BIZ, eilt häufig ein altbackener Ruf voraus - dabei lohnt sich einen Blick hinter die grauen Fassaden. Im BIZ findet ihr online und in rund 450 Infomappen Antworten auf Fragen zur Berufswahl, erhaltet detaillierte Beschreibung von Studienfächern bis hin zu konkreten Einsatzbereichen für Studienabsolventen. Zudem könnt ihr an Vorträgen und Workshops teilnehmen. Am besten aber fragt ihr direkt nach der Berufsberatung speziell für Abiturienten. Dabei erarbeitet ihr zusammen mit einem Experten mögliche Studienrichtungen und bekommt konkrete Vorschläge mit auf den Weg. Um von dem Beratungsgespräch zu profitieren, solltet ihr euch vorher über eure Stärken Gedanken gemacht haben - bestenfalls habt ihr eure "Das kann ich"-Liste dabei.

Auf der nächsten Seite: Schnupper Uni-Luft und mach den Gratis-Test!

Beratungsangebote der Hochschulen

Geht auf den Campus und sprecht mit Studenten und Professoren

Wer das BIZ scheut, kann sich an Fachhochschulen und Universitäten einen Termin bei der Zentralen Studienberatung geben lassen. Hier erfahrt ihr alles über den Inhalt und Aufbau der Studiengänge, ihr könnt an Seminaren und Vorträgen zu Studien- und Berufswahl teilnehmen oder den Tag der offenen Tür besuchen, den die meisten Hochschulen und Fachbereiche anbieten. Der Weg lohnt sich: Ihr könnt Uni-Luft schnuppern und im direkten Gespräch mit Studenten, Studienberatern und Professoren all eure Fragen klären und eure Vorstellungen überprüfen. Vielleicht stellt ihr dabei fest, dass das Medizin-Studium wenig mit "Scrubs" oder "Grey’s Anatomy" zu tun hat, dass es sich aber schon deshalb lohnt, weil ihr in euren Pausen wie Rory von den "Gilmore Girls" in Cafés rumlungert und dabei literweise Kaffee trinken könnt.

Kostenloser EXPLORIX-Test

Der EXPLORIX-Test ist ein Testverfahren, das euch Informationen und Entscheidungshilfen bietet. Der Test führt euch durch einen Online-Fragenkatalog, der euch helfen soll, eine Anzahl von Berufen zu finden, die zu euch passen und mit denen ihr euch im Anschluss näher auseinandersetzen könnt. Normalerweise kostet der Test elf Euro. Aber auf www.start-ins-studium.de steht euch ein limitiertes Kontingent an Gratis-Tests zur Verfügung. Um daran teilzunehmen, müsst ihr euch auf der Startseite registrieren und erhaltet dann eine Bestätigungs-Mail mit dem Link zum Test und einem persönlichen Code, der zur kostenlosen Durchführung des Tests berechtigt.

Auf der nächsten Seite: Warum es wichtig ist, die Praxis nicht zu vergessen

Schritt fünf: Der Praxis-Check

Oft hat man ein unrealistisches Bild davon, wie das Berufsleben wirklich aussieht. Die wenigsten Lehrer machen um 14 Uhr Feierabend, und der Berufsalltag eines Rechtsanwalts ist nicht so verrückt wie bei "Ally McBeal". Auch das Studium bleibt manchmal hinter den eigenen Erwartungen zurück. Wer sich nicht ausreichend informiert hat, läuft schnell Gefahr, das Studium hinzuschmeißen - weil es eben doch so ganz anders ist, als man es sich vorher vorgestellt hat. Unterzieht eure Ideen deshalb am besten dem Praxis-Check.

Berufstätige fragen

Experten für einzelne Studienfächer und Berufe findet ihr häufig im direkten Umfeld. Fragt Eltern, Verwandten und Bekannten und hakt immer dann nach, wo Zusammenhänge nicht klar sind. Durch die Erfahrungsberichte könnt ihr erkennen, ob euch der Beruf wirklich interessiert. Vielleicht besteht sogar die Möglichkeit, sie an ihrem Arbeitsplatz zu besuchen und sich selbst ein Bild zu machen.

Der Praxistest

Am besten ist aber: ihr probiert euch aus! Bei Schülerbetriebspraktika, bei "Schnuppertagen" in Unternehmen oder zusätzliche Praktika in den Ferien. Dabei erfahrt ihr hautnah, wie ein ganz normaler Arbeitstag aussieht und könnt so die Entscheidung für den künftigen Beruf überprüfen.

Aber auch die Schule bietet viel Raum, euch selber zu testen. Zum Beispiel als Schulsprecher, die Arbeit als Tutor für Schulneulinge, bei der Schülerzeitung oder der Theatergruppe. Auf diesen Wegen findet ihr heraus, was euch gefällt und trainiert nebenbei Kommunikations- und Teamfähigkeit - auch die sind im Berufsleben nämlich sehr gefragt.

Links zur weiteren Recherche

www.kursnet.arbeitsagentur.de www.berufenet.de www.hochschulkompass.de

Text Nele Justus

Wer hier schreibt:

Nele Justus
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