Traumjob: Ingenieurin

Okay, wahrscheinlich steht der Beruf der Ingenieurin nicht ganz oben auf euer „Was ich einmal werden will“-Liste. Warum es sich aber lohnt, noch einmal drüber nachzudenken, und was ihr damit tatsächlich alles machen könnt, lest ihr hier.

Das wissenschaftliche Team von Dr. Ruppert entwickelt neue Sonnenschutzmittel für den weltweiten Markt.

Claudia Steikert baut keine Brücken - oder sitzt stundenlang vorm Rechner, um neue Autos zu entwickeln. Sie ist "Sonnenschutzforscherin" bei Beiersdorf. Zusammen mit ihren Kollegen entwickelt sie immer neue, noch bessere Produkte.

Die etwas andere Ingenieurin

Bym.de: Frau Steikert, was genau macht eigentlich eine Sonnenschutzforscherin?

Claudia Steikert: Innerhalb unseres wissenschaftlichen Teams entwickeln wir Sonnenschutzmittel für den weltweiten Markt. Die Verbraucher haben hohe Anforderungen an Sonnenschutzprodukte: Ein schönes Hautgefühl, ein angenehmes Auftragen und die Pflege der Haut sind ihnen genauso wichtig, wie der Schutz gegen schädliche UV-Strahlen.

Bym.de: Was macht den Job für Sie persönlich so spannend?

Claudia Steikert: Es ist einfach eine spannende Aufgabe, an der Entwicklung innovativer Produkte beteiligt zu sein und sich täglich mit neuen Aufgaben zu beschäftigen. Zurzeit entwickele ich zum Beispiel neue Produkte für 2009. Und gerade bei der Produktentwicklung gibt es eine ganze Reihe von Abläufen, die einer engen Zusammenarbeit mit anderen Bereichen bedürfen. Bis das fertige Produkt im Regal steht, sind eine Reihe von Versuchen, Tests und Studien erforderlich, an denen ich beteiligt bin. Am Ende bekommt der Verbraucher ein Produkt, welches genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Und genau daran mit zu arbeiten macht den Beruf so interessant.

Bym.de: Warum haben Sie überhaupt Ingenieurswissenschaften studiert?

Claudia Steikert: Ich habe mich immer schon für naturwissenschaftliche Fächer interessiert und zudem auch gerne praktisch gearbeitet. Die Laborversuche und das Arbeiten mit Maschinen haben mich fasziniert. Das Ingenieursstudium verbindet beides und ist genau das, was ich mir vorgestellt habe.

Auf der nächsten Seite: Was Claudia Steikert jungen Frauen rät, die auch Ingenieurin werden wollen

Bym.de: Stimmt das Klischee, dass fast ausschließlich Männer das Fach studieren? Wie viele Frauen gab es bei Ihnen im Studium?

Claudia Steikert: Genau kann ich das nicht sagen. Ich schätze es waren so etwa 40 Prozent Frauen.

Bym.de: Und im Job? Finden Sie es schwerer als Frau in diesem Beruf zu arbeiten?

Claudia Steikert: Nein, gar nicht! Frauen haben ja immer noch mehr Bezug zur Kosmetik als Männer. In diesem Bereich arbeiten hauptsächlich Frauen.

Bym.de: Haben Sie ein Erfolgsrezept?

Claudia Steikert: Die Begeisterung für die Produkte und der Spaß am Entwickeln tragen sicherlich dazu bei, aber ein richtiges Rezept dafür habe ich nicht. Ich glaube, der Erfolg kommt mit der Begeisterung.

Bym.de: Was würden Sie jungen Frauen raten, die den Beruf ergreifen wollen?

Claudia Steikert: Auf jeden Fall würde ich jedem, der die Möglichkeit hat, raten zu studieren. Ganz egal, welches Studium es letztendlich ist. Mit einem abgeschlossenen Studium sind die Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb eines Unternehmens oft größer als mit einer Ausbildung. Speziell für meinen Bereich ist ein naturwissenschaftlich orientiertes Studium wichtig. Der Umgang mit den Rohstoffen und den Technologien, mit denen die Entwicklung arbeitet, setzt ein fundiertes chemisches Wissen voraus.

Bym.de: Und ist es Ihrer Einschätzung nach ein Beruf der Zukunft?

Claudia Steikert: Ich würde schon sagen, dass es ein Beruf der Zukunft ist, der Praxis und Theorie gut kombiniert. Neue Technologien für den Verbraucher von morgen zu entwickeln und den gegeben Empfehlungen für kosmetische Produkte zu folgen, lässt für die Zukunft eine Reihe von Aufgaben entstehen.

Zur Person

Sonnenschutzforscherin Claudia Steikert

Claudia Steikert hat nach ihrer Ausbildung zur biologisch-technischen Assistentin in Lemgo Lebensmitteltechnologie mit Schwerpunkt Pharmatechnik studiert und mit einer Diplomarbeit über die Entwicklung eines wirkstoffhaltigen, sprühfähigen Kosmetikproduktes abgeschlossen. Seit knapp fünf Jahren arbeitet sie bei der Firma Beiersdorf AG und war dort zunächst als Praktikantin, später als Diplomandin tätig. Seit drei Jahren ist sie in der Produktentwicklung Lichtschutz beschäftigt und entwickelt Sonnenschutzprodukte für Kinder und Erwachsene.

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