5 gute Gründe, früher Feierabend zu machen

Soziologen fordern schon länger eine kürzere Arbeitszeit für alle. Viele gute Gründe sprechen dafür.

1. Wer mehr arbeitet, ist nicht unbedingt produktiver.

Je mehr wir arbeiten, desto mehr schaffen wir? Das glauben viele Arbeitgeber - und Arbeitnehmer. Schnell noch Extra-Stunden am Abend angehängt, um das wichtige Projekt voran zu bringen und am Wochenende setzen wir uns auch nochmal ran. Aber bringt es wirklich etwas, wenn wir übermüdet noch eine Abrechnung machen oder Arbeiten korrigieren?

Tatsächlich gibt es Studien, die zeigen, dass mehr Arbeitszeit nicht produktiver macht. Forscher der Stanford University fanden heraus, dass die Produktivität pro Stunde sinkt, wenn Menschen mehr als 50 Stunden die Woche arbeiten. Und bei 70 Stunden pro Woche sind sie nur noch so produktiv wie bei einer 56-Stunden-Woche. Heißt: Die 14 Stunden sind verschwendete Zeit.

Auch aus diesem Grund testet Schweden derzeit in Pilotprojekten den 6-Stunden-Tag für den Öffentlichen Dienst. Die Vermutung ist, dass die Angestellten in dieser Zeit genauso viel schaffen wie in 8 Stunden.

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2. Wer weniger Überstunden macht, lebt gesünder.

Im Schnitt arbeiten wir Deutsche 45 Stunden die Woche. Die Zahl der Überstunden nimmt seit Jahren zu. Eine ungesunde Entwicklung. Laut dem "Stressreport" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen langen Arbeitszeiten und Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychischen Beeinträchtigungen. Außerdem nehme nach 8 Stunden pro Tag das Unfallrisiko rapide zu.

3. Teilzeit macht die Menschen glücklicher.

Die Niederlande sind eine der glücklichsten Nationen der Welt. Regelmäßig landen sie bei Zufriedenheits-Studien auf den vorderen Plätzen. Und das liegt sicher nicht nur an den Coffee Shops. Laut Soziologen ist der Grund wohl eher, dass unsere Nachbarn nicht so viel arbeiten.

Mehr als die Hälfte der Niederländer arbeiten in Teilzeit. Keine andere Industrienation hat eine derart hohe Teilzeitquote. Im Schnitt haben laut dem Economist in der EU nur ein Fünftel der Menschen im arbeitsfähigen Alter einen Teilzeitjob (8,7 Prozent der Männer und 32,2 Prozent der Frauen). Bei den Holländern sind es 26,8 Prozent der Männer und 76,6 Prozent der Frauen.

Wenn sich jetzt noch die Quote der Männer und die der Frauen annähern würde, dann könnten unsere Nachbarn wirklich ein Vorbild sein.

4. Es bleibt mehr Zeit für die Familie.

Und das ist gut für die Zukunft unseres Landes! Wenn es endlich gesellschaftlich anerkannt wäre, dass auch Männer beruflich zurückstecken, würde ein enormer Druck von den Schultern der Frauen genommen. Die Angst sinkt, dass sich Kind und Job nicht vereinbaren lassen, und die Kinder freuen sich über weniger gestresste Eltern und einen Vater, der nicht nur am Wochenende für sie da ist. Wer weiß, vielleicht würde dann endlich auch wieder die Geburtenrate steigen?

Eine Lösung des Problems sieht die führende Soziologin Jutta Allmendinger in der 32-Stunden-Woche für alle. Im BRIGITTE-Interview sagte sie: "Wir müssen uns weiterbilden, wollen Kinder erziehen, Eltern pflegen und brauchen auch mal eine Auszeit für uns selbst. 32 Stunden in der Woche, gedacht als Durchschnitt über das gesamte Erwerbsleben, erlauben diese Auszeiten."

5. Wir haben bessere Ideen.

Menschen in kreativen Berufen wissen: Der Kopf braucht auch mal Leerlauf, um auf neue Ideen zu kommen. Nicht umsonst haben wir die besten Einfälle oft unter der Dusche oder im Wald. Also: lieber spazieren gehen als noch eine Runde im Büro zu drehen!

miro
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