Zehn Rhetorik-Tipps für dein Referat

Hektische Flecken und keine Ahnung, warum du eigentlich vor dieser Menschenmenge stehst? Ein Referat kann zum absoluten Horrortrip werden - muss es aber nicht! Wir zeigen dir, wie du dein Referat gut meisterst

Freies Sprechen vor einer großen Menge will gelernt sein

Ruhig bleiben!

Langsam füllt sich der Raum. Deine Mitschüler oder Kommilitonen sind noch am quatschen, während du mit klopfendem Herzen vorne stehst und noch einmal durchgehst, was du gleich referieren willst. Deine Karteikarten liegen vor dir auf dem Tisch, der Beamer surrt schon munter vor sich hin - nun muss nur noch der richtige Moment gefunden werden, um die Aufmerksamkeit der Menge auf dich zu ziehen. Und das, wo du doch am liebsten ganz weit weg wärst.

Jetzt gilt es, ruhiger zu werden und das Adrenalin positiv umzusetzen! Wie du das machen kannst und was du unbedingt vermeiden solltest, erklären wir dir in den folgenden zehn Rhetorik-Tipps für ein rundum gelungenes Referat.

Zehn Tipps für dein Referat

Bei Referaten immer die Uhr im Auge behalten!

1. DAS ZEITLIMIT EINHALTEN Wenn dir dein Lehrer oder dein Dozent einen zeitlichen Rahmen für den Vortrag steckt, dann solltest du den auch einhalten. Nichts ist schlimmer als endlose Referate - spätestens nach 60 Minuten hört keiner mehr zu. Um das zu vermeiden, solltest du mit einer Freundin zu Hause den Vortrag einmal durchspielen und dabei die Zeit stoppen. Denke daran, dass du auf diese Dauer noch ein paar Minuten drauf schlagen solltest, um eventuelle Nachfragen oder eine Diskussion zulassen zu können!

2. EIN PAAR EINLEITENDE WORTE Wenn man einen Fachtext liest, erwartet man am Anfang eine Einleitung. Hier sollten die wichtigsten Thesen und der Aufbaudes Textes deutlich werden. Und was für den Leser gilt, ist auch für Zuhörer wichtig. Deswegen: Sag deinen Zuhörern, was dein Thema ist, stelle deine wichtigsten Thesen und den roten Faden, sprich den Aufbau, kurz vor. So sparst du dir auch Antworten wie: "Dazu sage ich später noch was!"

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Wer weiß wie, kann Referate gut meistern

Sollte immer auf dem Tisch stehen: Ein Glas Wasser

3. AB UND ZU EINEN SCHLUCK AUS DER FLASCHE So eine kleine Flasche Wasser kann eine große Hilfe sein - dann nämlich, wenn du dich vor lauter Hektik verschluckst oder vom Dauerreden einen trockenen Hals bekommst. Gegen das psychisch bedingte Kratzen im Hals wirkt es auch Wunder. Besser nicht: Bonbons lutschen. Mit einem Bonbon im Mund fällt es nämlich schwer, deutlich zu sprechen.

4. SPRECHEN Hierbei sind zwei Dinge zu beachten: Zum einen solltest du vermeiden, zu schnell zu sprechen. Wer nach dem Motto: "Je schneller ich spreche, desto schneller bin ich fertig" den Vortrag hält, wird keinen begeistern können. Kleiner Trick: Erst wenn du das Gefühl hast, ein bisschen zu langsam zu sprechen, ist es für deine Zuhörer genau das richtige Tempo. Wichtig ist auch, dass du in deiner optimalen Stimmlage sprichst. Wie man die findet? Stell dir vor, du telefonierst mit jemandem und machst diese typischen "Hmm"-Bestätigungsgeräusche. Wenn du diese ein paar Minuten vor deinem Referat imitierst und dann ganz normal sprichst, bist du automatisch in deiner natürlichen Sprechlage.

Späßchen sind nicht immer angebracht

5. DAS HANDOUT Es ist schön und auch wichtig, ein Handout zu erstellen. Dieses sollte jedoch nicht mehr als zwei Seiten lang sein und vor allem: es sollte nicht alles vorwegnehmen, was du zu sagen hast, sonst hört keiner zu. Gut ist, wenn die Gliederung zu sehen ist, wichtige Thesen abgedruckt sind und neue Begriffe kurz erläutert werden. Schön ist es auch, wenn du die fünf wichtigsten Sekundärtexte angibst.

6. NICHT ZU ALBERN Du bist nervös, und das wissen auch alle, denn ihnen würde es nicht anders ergehen. Viele Menschen neigen dazu, ihre Unsicherheit mit Flapsigkeit zu überspielen. Das solltest du unbedingt vermeiden. Also: Drück dich nicht zu umgangssprachlich aus; denn wer versucht, möglichst cool rüberzukommen, erreicht oft das Gegenteil. Genauso solltest du versuchen, deine Arme und Beine unter Kontrolle zu bringen: Albernes rumhampeln oder übertriebene Gesten lenken von deinem Vortrag ab und wirken unbeholfen.

>> Auf der nächsten Seite: Wohin mit den Händen?

Keine Angst vor dem Rampenlicht

Unsere Gestik verrät (zu) viel über unseren Gemütszustand

7. ROTER KOPF, HEKTISCHE FLECKEN, SCHWEISSAUSBRÜCHE Dass das jeder kennt, bringt dir leider gar nichts. Und es gibt in dieser Situation wohl kaum Schlimmeres, als von anderen zu hören: "Du bist rot!" Manch einer gibt den gut gemeinten Tipp, die Situation offen anzusprechen. Ist aber nicht jedermanns Sache, und kann auch komisch rüberkommen. Was auf jeden Fall hilft: Ein paar Mal ganz tief einatmen und lang gezogen wieder ausatmen. Wenn du zu hektischen Flecken im Dekolleté oder am Hals neigst, zieh dir einfach einen dünnen Baumwoll-Rollkragenpulli an. Besser nicht: Schals sind schön, sollten aber nicht dazu genutzt werden, sich hinter ihnen zu verstecken. Also keine riesigen Wollschals um Hals und Gesicht wickeln!

8. WOHIN MIT DEN HÄNDEN? Auf keinen Fall in die Hosentaschen, das sieht manchmal lässig, aber häufig verkrampft aus. Auch vom Fingerhakeln mit den eigenen Händen ist abzuraten. Händereiben nervt, weil es so übereifrig wirkt. Besser: Nimm deine Karteikarten oder deine Notizzettel in die Hand oder, wenn du ganz frei sprichst, lass eine Hand locker am Körper runterhängen und unterstreiche mit der anderen deinen Vortrag. Zur Not kann man auch einen Stift in der Hand halten.

Sprechübungen mit Korken zwischen den Zähnen

9. DEUTLICH SPRECHEN Du solltest nie vergessen, dass dich auch die Zuhörer in den letzten Reihen verstehen wollen. Wer Probleme hat, deutlich zu sprechen, kann mit der folgenden Übung ein wenig trainieren: Wenn du das nächste Mal deine Mädels zum Weintrinken da hast, bewahre einfach den Korken auf. Den legst du dir zum Üben zwischen die Zähne und liest aus einem Buch ein paar Sätze so deutlich wie möglich vor. Wenn du den Text dann ohne Korken wiederholst, wirst du schon viel deutlicher sprechen.

10. FOLIEN UND POWERPOINT Ein wunderbares Mittel, um von sich selbst abzulenken. Dazu ist es aber nicht gedacht! Wenn du Folien machst, dann, um einen bestimmten Aspekt graphisch zu verdeutlichen. Folien sind nicht dazu da, um das, was du sagst, eins zu eins an die Wand zu projizieren. Das ist auch nicht der Sinn und Zweck einer Powerpoint-Präsentation. Ist sie sinnvoll eingesetzt, spricht nichts dagegen, dass du deinen Vortrag mit diesem Hilfsmittel unterstützt. Wenn es aber nur darum geht, Powerpoint oder Folien zu nutzen, weil das alle so machen, solltest du überlegen, ob du das für dein Referat wirklich brauchst.

Text Julia Windhövel
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