Judi Dench: Werk von Spacey und Weinstein sollte nicht vergessen werden

Judi Dench verurteilt das angebliche Fehlverhalten von Spacey und Weinstein, sagt aber auch, dass man ihre Arbeit nicht vergessen sollte.

Judi Dench (84, "Tagebuch eines Skandals") ist offenbar traurig darüber, dass die Werke von Harvey Weinstein (67) und Kevin Spacey (59) nicht mehr zu sehen sind. Obwohl die Schauspielerin das Verhalten von Weinstein und Spacey öffentlich verurteilte, sagte Dench gegenüber "Radio Times", sie sei besorgt darüber, dass die Arbeit der beiden in Vergessenheit gerate.

Dench verteidigt Spacey und Weinstein nicht gegen die Vorwürfe, die es gegen die beiden Filmschaffenden gibt. Ihnen werden sexuelle Vergehen vorgeworfen. Die Schauspielerin kritisierte aber insbesondere den Umgang mit Spaceys Arbeit. Seine Szenen aus Ridley Scotts "Alles Geld der Welt" (2017) waren unter anderem nach dem Ende der Dreharbeiten aus dem quasi fertigen Film entfernt worden.

Dench sagte laut britischen Medienberichten in dem Interview: "Werden wir zehn Jahre im Old Vic vergessen und alles, was er getan hat - wie wunderbar er in all diesen Filmen war? Werden wir einfach all die Filme nicht mehr ansehen, die Harvey produziert hat?" Spacey war von 2003 bis 2015 künstlerischer Leiter des Londoner Old Vic Theatre. Man könne nicht jemandem die Begabung absprechen, meint Dench weiter. Dann dürfte man auch niemals ein Caravaggio-Gemälde ansehen. Der Maler (1571-1610) soll einen Mann tödlich verletzt haben.

Schwere Vorwürfe

Dench verdankt nach eigener Aussage unter anderem Weinstein ihren Durchbruch in Hollywood. Der ehemalige "House of Cards"-Star Kevin Spacey stand ihr nach dem Tod ihres Mannes Michael Williams im Jahr 2001 zur Seite, wie sie verraten hatte. 2017 waren Missbrauchsvorwürfe gegen Spacey aufgekommen. Anthony Rapp (47) hatte damals behauptet, dass sein Schauspielkollege ihn belästigt habe, als er selbst gerade einmal 14 Jahre alt war. Es folgten zusätzliche Anschuldigungen durch weitere Personen. Spacey muss sich zudem in einem Verfahren in Nantucket wegen "unsittlichem Angriff und Körperverletzung" verantworten. Er bestreitet die Vorwürfe.

Dem ehemaligen Filmmogul Weinstein werden seit Herbst 2017 zahlreiche sexuelle Vergehen vorgeworfen. Unter anderem viele Schauspielerinnen wie Ashley Judd, Rose McGowan, Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow beschuldigten Weinstein, sexuelle Übergriffe begangen zu haben. Berichte, die in der "New York Times" und dem "New Yorker" veröffentlicht wurden und Weinsteins angebliches Verhalten detailliert beschrieben, trugen dazu bei, die #MeToo-Bewegung auszulösen. Weinstein bestreitet alle Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Geschlechtsverkehr.

Dench war nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine der ersten, die Weinstein öffentlich verurteilte. Sie sei "entsetzt", sagte sie damals.

SpotOnNews

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