Karl Lagerfeld: "Willst nicht, dass an deiner Hose rumgezogen wird? Geh ins Kloster!"

Star-Designer Karl Lagerfeld hat erklärt, was er von der #MeToo-Bewegung hält. Für angehende Models hat er zudem einen Rat – der provoziert.

Modeschöpfer Karl Lagerfeld hat über die #MeToo-Bewegung gesprochen – und provoziert. In einem Interview mit dem "Numero"-Magazin antwortete der Star-Designer auf die Frage, was er über #MeToo denke: "Ich habe es satt." Was ihn am meisten schockiere, seien die Starlets, "die 20 Jahre gebraucht haben, um sich zu erinnern, was passiert ist", wird Lagerfeld zitiert. "Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass es keine Zeugen der Anklage gibt."

Fragen, ob ein Model sich wohl fühlt? Das ist "einfach zu viel"

Auch einige neue Vorschriften stören des Designer offenbar: "Ich habe irgendwo gelesen, dass man jetzt ein Model fragen muss, ob es sich wohl fühlt beim Posieren. Es ist einfach zu viel, von nun an kann man als Designer nichts mehr machen", sagte er dem Interview zufolge. Lagerfeld verteidigte zudem Stylist Karl Templer, der beschuldigt wurde, einem Model bei einem Shooting die Unterwäsche runtergezogen zu haben, ohne zu fragen. Von den Anschuldigen glaube er kein Wort, so Lagerfeld:

Es ist unglaublich. Wenn du nicht willst, dass an deiner Hose rumgezogen wird, werde kein Model! Tritt einem Kloster bei, es wird immer einen Platz für dich im Kloster geben. Sie rekrutieren sogar!

fügte in dem Interview hinzu, dass er "Herrn Weinstein nicht ausstehen" könne, mit dem er offenbar berufliche Differenzen hatte. Die #MeToo-Bewegung folgte auf den Skandal um Harvey Weinstein, der zahlreicher sexueller Vergehen beschuldigt wird. Viele Frauen, darunter zahlreiche Prominente, haben daraufhin über sexuelle Belästigung gesprochen. In der Modewelt gab es unter anderem Vorwürfe gegen die Fotografen Terry Richardson, Mario Testino und Bruce Weber. Diese haben die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Über die Aussagen von Lagerfeld dürfte es mindestens zwei Meinungen geben. Während Befürworter vor allem die Frage loben, warum vermeintlich betroffene Frauen sich erst nach so langer Zeit zu Wort melden, gibt es auch kritische Stimmen. So empören sich einige, der Modeschöpfer sei zu weit gegangen – immerhin müsse es niemand akzeptieren, dass ihm fremde Leute an der Unterwäsche rumzuppelten. Denn: Auch Models blieben Menschen mit Recht auf Selbstbestimmung. 

kia / SpotOnNews
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    Karl Lagerfeld bei einem Auftritt in New York City
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