Kino-Tipps: Die Highlights im Oktober

Außerirdisches Gift, weltlicher Schrecken, ein neuer Stern am Himmel und deutsche Oscar-Hoffnungen - all das und mehr bringt der Oktober.

Stark anfangen, stark nachlassen und dann zum fulminanten Schlussspurt ansetzen: Im Oktober durchlebt jeder Cineast die Höhen und Tiefen eines Marathonläufers - und sogar zwei Frühstarter. Denn sowohl die Comic-Verfilmung "Venom", als auch der deutsche Oscar-Kandidat "Werk ohne Autor" starten bereits am für das Kino untypischen Mittwoch (3. Oktober). Nur einen Tag später wird ein Stern geboren, ehe nach einer längeren Durststrecke ein weltberühmter Killer und ein ebenso berühmter Schnurrbartträger auf der Leinwand meucheln und musizieren.

"Venom", 3. Oktober

In der Symbiose mit seinem Wirt, dem Journalisten Eddie Brock (Tom Hardy), lässt das außerirdische Wesen Venom mit enormer Beweglichkeit, Stärke und Schnelligkeit alle Widersacher seine gnadenlose Macht spüren. Doch für Eddie hat die neue Existenz einen hohen Preis: Je mehr er mit Venom verschmilzt, umso gewissenloser wird er. Ab jetzt muss auch er sich seinen inneren und äußeren Dämonen stellen...

Einschätzung:

Unkenrufe wurden angesichts "Venom" bereits laut, dass Tom Hardy nach Bane in "The Dark Knight Rises", Max in "Mad Max: Fury Road" und Pilot Farrier in "Dunkirk" nur noch Rollen annimmt, bei denen ihm etwas vor den Mund geschnallt wird und er unverständliche Dinge sagt. Dass der Brite ein herausragender Schauspieler ist, ist unbestritten. Und so birgt "Venom" nicht wegen, sondern trotz ihm in der Hauptrolle großes Flop-Potenzial. So richtig vom Hocker wollten einen die Trailer zur Comic-Adaption des Spider-Man-Widersachers jedenfalls nicht reißen - wir lassen uns aber gerne positiv überraschen!

"Werk ohne Autor", 3. Oktober

Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt das Drama "Werk ohne Autor" über drei Epochen deutscher Geschichte von dem dramatischen Leben des Künstlers Kurt (Tom Schilling), seiner leidenschaftlichen Liebe zu Elisabeth (Paula Beer) und dem folgenschweren Verhältnis zu seinem undurchsichtigen Schwiegervater Professor Seeband (Sebastian Koch), dessen wahre Schuld an den verhängnisvollen Ereignissen in Kurts Leben letztlich in seiner Kunst und seinen Bildern ans Licht kommt.

Einschätzung:

Florian Henckel von Donnersmarcks neuer Film "Werk ohne Autor" wird den deutschen Beitrag stellen, der ins Rennen um eine Oscar-Nominierung für den besten ausländischen Film geht. Das zeigt bereits, wie groß der Glaube der Träger dieser Entscheidung an die Qualität des Dramas ist. Aber man kann Qualität nicht ohne Qual buchstabieren - und die könnte der Film mit Tom Schilling in der Hauptrolle angesichts der über drei Stunden Laufzeit und der handlungsarmen Geschichte für einige Zuschauer drohen.

"A Star Is Born", 4. Oktober

Country-Star Jackson Maine (Bradley Cooper) entdeckt die begabte aber erfolglose Musikerin Ally (Lady Gaga) - und verliebt sich umgehend in das hübsche Supertalent. Sie hat ihren Traum von der großen Gesangskarriere eigentlich schon fast aufgegeben, bis sie Jack begegnet, der unmittelbar ihr Talent erkennt und gemeinsam mit ihr durchstarten will.

Einschätzung:

Wirklich neu ist die Handlung von "A Star Is Born" natürlich nicht. Der Aufstieg vom talentierten Nobody zum Star, also die Erfüllung des amerikanischen Traums, fasziniert aber immer wieder aufs Neue. Vorschusslorbeeren gab es für Coopers Regie-Debüt sowie seiner und Lada Gagas eindringlicher Performance zur Genüge. Auch für die Oscars ist der Streifen wie gemacht - glaubt man den US-Stimmen, ist der Hype sogar gerechtfertigt!

"Halloween", 25. Oktober

Seit er vor 40 Jahren mit einer Mordserie die amerikanische Kleinstadt Haddonfield terrorisierte, sitzt Michael Myers (Nick Castle) in einer psychiatrischen Anstalt in Haft. Als er zusammen mit anderen hochgefährlichen Insassen verlegt werden soll, passiert die Katastrophe: Der Gefangenentransport verunglückt nachts auf offener Straße und ermöglicht ihm die Flucht. Angetrieben von seinem bestialischen Drang zu morden, macht sich Myers auf nach Haddonfield und der entsetzliche Alptraum beginnt für die Bewohner aufs Neue. Nur Laurie (Jamie Lee Curtis), die dem maskierten Killer seinerzeit nur knapp entkommen konnte, ist vorbereitet, sich dem personifizierten Bösen entgegenzustellen.

Einschätzung:

Wie im Film sind auch in der Realität 40 Jahre vergangen, seit John Carpenter mit seinem Streifen "Halloween - Die Nacht des Grauens" Filmgeschichte schrieb. In dieser langen Zeit hat sich natürlich einiges getan im Horror-Genre, das Mordmesser neu erfinden wird das nun erscheinende Sequel sicher nicht. Aber es kann einer Filmreihe, die über die Jahre im Grunde ihr gesamtes Ansehen verloren hat, vielleicht wieder zu altem Glanz verhelfen. Denn wie im Vorfeld eingehend beteuert, wird der neue "Halloween" sämtliche verkorksten Nachfolger des Originals ignorieren. Und das alleine - im Verbund mit einer gealterten Jamie Lee Curtis alias Laurie in Bestform - könnte schon Grund genug sein.

"Bohemian Rhapsody", 31. Oktober

Freddie Mercury widersetzte sich Klischees, trotzte Konventionen und wurde so zu einem der beliebtesten Entertainer der Welt. Der Film erzählt vom kometenhaften Aufstieg der Band Queen durch ihre einzigartigen Songs und ihren revolutionären Sound. Sie haben beispiellosen Erfolg, bis Mercury, dessen Lebensstil außer Kontrolle gerät, sich unerwartet von Queen abwendet, um seine Solokarriere zu starten. Freddie, der sehr unter der Trennung litt, gelingt es gerade noch rechtzeitig, die Band für das "Live Aid,-Konzert wieder zu vereinigen. Trotz seiner AIDS-Diagnose beflügelt er die Band zu einem der herausragendsten Konzerte in der Geschichte der Rockmusik.

Einschätzung:

Gäbe es den Oscar für den besten Doppelgänger, Rami Malek würde ihn bei der anstehenden Verleihung mit Leichtigkeit einstreichen. Ob im Trailer oder den veröffentlichten Bildern, seine Darbietung als Freddy Mercury ist Spot-on. Filme wie "Ray" über Ray Charles oder "Walk the Line" über Johnny Cash haben bewiesen, dass Musiker-Biografien nicht dröges Nacherzählen sein müssen und auch andere Seiten der berühmten Stars beleuchtet gehören. Wenn "Bohemian Rhapsody" dies auch schafft, ist für Freunde dieses Genres der 31. Oktober trotz Halloween kein Tag zum Gruseln.

SpotOnNews
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