Liebe: Ist "LAT" der Schlüssel zu einer guten Beziehung?

Gillian Anderson ist Fan von "Living Apart Together". Was sind die Vor- und Nachteile dieses Beziehungsmodells? Hier gibt es die Antworten.

US-Schauspielerin Gillian Anderson (51, "Akte X") hat in einem "Times"-Interview erzählt, dass sie nicht mit ihrem Partner Peter Morgan (56) zusammenlebt: "Wenn wir es täten, wäre das unser Ende." Ist das Beziehungsmodell "Living Apart Together", kurz "LAT", wirklich der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung? Diplom-Psychologin Dr. Eva Wlodarek, bekannt durch den YouTube-Kanal "Dr. Wlodarek Lifecoaching", erklärt im Interview mit spot on news die Vor- und Nachteile einer Liebesbeziehung mit getrennten Wohnungen.

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Was ist das Gute an getrennten Wohnungen und wo liegen die Nachteile?

Eva Wlodarek: Das große Plus bei getrennten Wohnungen ist mehr Freiheit, man muss weniger Kompromisse machen. "Eulen" können bis Mitternacht Krimis lesen, "Lerchen" können frühmorgens beim Zähneputzen Radio hören. Außerdem gibt es weniger Konfliktpotenzial zwischen Lässigen und Ordnungsfanatikern, der Streit um herumliegende Socken und Haare im Waschbecken entfällt. "LAT" ist auch gut für die Stimmung: Wer schlechte Laune hat oder erschöpft ist, zieht sich einfach in die eigenen vier Wände zurück. Last but not least kann jeder in puncto Einrichtung seinen bevorzugten Stil pflegen, ob Minimalismus oder üppige Dekoration.

Ein großer Nachteil ist die fehlende Spontaneität. Mal eben ein zärtlicher Kuss oder eine Umarmung sind nicht möglich. Während man sich in einer gemeinsamen Wohnung erzählen kann, was einem gerade einfällt, wird man beim "LAT" deswegen kaum zum Handy greifen. Auch wohltuende Routine gibt es nicht, etwa abends gemeinsam die "Tagesschau" zu sehen. Jedes Treffen muss verabredet werden. Wenn beide beruflich viel zu tun haben, droht eventuell Entfremdung.

Wie wirkt sich eine "LAT"-Beziehung auf die Sexualität des Paares aus?

Wlodarek: Es ist ganz normal, dass bei einer längeren Beziehung die Liebe in ein ruhiges Fahrwasser gerät. Dafür sorgt die Gewohnheit, verbunden mit der Ausschüttung des "Kuschelhormons" Oxytozin. Bei getrennten Wohnungen verlangsamt sich dieser Prozess, die erotische Spannung bleibt länger erhalten. Schließlich verabredet man sich zum Sex wie in Zeiten der Verliebtheit.

Was müssen die Partner mitbringen, dass diese Form der Beziehung klappt?

Wlodarek: Beide müssen ein hohes Maß an Eigenständigkeit haben. Wem allein die Decke auf den Kopf fällt, wer sich gerne spontan austauscht und viel Aufmerksamkeit braucht, für den ist "LAT" ungeeignet. Auch Selbstbewusstsein ist gefragt, denn man darf nicht eifersüchtig oder kontrollierend sein. Sonst geht ständig das Kopfkino an: Was macht er/sie jetzt? Vor allem muss der Wille da sein, die Beziehung zu pflegen und sich bewusst Zeit dafür zu nehmen. Bei "LAT" gibt es schließlich keine automatische Begegnung.

Was können sich Paare, die nicht getrennt voneinander leben, von "LAT"-Beziehungen abschauen?

Wlodarek: Paaren, die zusammenleben, täte oft mehr Freiheit gut. Die lässt sich erreichen, indem jeder seine Interessen pflegt und gelegentlich allein etwas unternimmt. Ein "LAT" im Kleinen bieten eigene Bereiche innerhalb der Wohnung. Das erotische Prickeln lässt sich durch Verabredungen miteinander außerhalb der Wohnung dem "LAT"-Modell nachempfinden.

SpotOnNews
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