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Malik Harris über den ESC Der Sänger ist stolz, dass die Ukraine gewonnen hat

Malik Harris hat Deutschland beim ESC 2022 in Turin vertreten.
Malik Harris hat Deutschland beim ESC 2022 in Turin vertreten.
© imago images/NurPhoto
Malik Harris spricht im Interview mit spot on news über seine ESC-Platzierung und den Sieg der ukrainischen Band Kalush Orchestra.

Am Samstagabend fand das Finale des 66. Eurovision Song Contests in Turin statt. Während die ukrainische Band Kalush Orchestra den Wettbewerb gewinnen konnte, landete der für Deutschland mit "Rockstars" angetretene Malik Harris (24) auf dem letzten Platz.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht der Sänger über sein "unglaubliches Erlebnis", gibt aber auch zu, dass er enttäuscht sei. Zudem schwärmt er über die "großartigen Menschen" von Kalush Orchestra und blickt mit großer Vorfreude auf seine Tour, die ihn am heutigen 16. Mai nach Hamburg führt. Es folgen Berlin (17. Mai), Dresden (18. Mai), Köln (19. Mai), Nürnberg (20. Mai), Stuttgart (30. Mai) und München (31. Mai).

Wie haben Sie den Eurovision Song Contest erlebt? Wie war es für Sie als Künstler, Teil davon zu sein?

Malik Harris: Es war mir eine Riesenehre und eine große Freude. Ich bin tatsächlich direkt nach dem Sieg im Vorentscheid in eine ganz andere, verrückte Welt eingetaucht, habe tolle neue Künstlerinnen und Künstler kennengelernt und in ihnen viele neue Freunde aus der ganzen Welt gefunden. Ich bin auf unfassbar leidenschaftliche Fans an Orten getroffen, an denen ich selbst noch nie zuvor war. Ich durfte meine Musik auf Shows in ganz Europa spielen und auf der größten Bühne der Welt mein Land mit meinem Song repräsentieren. All das war ein unglaubliches Erlebnis, auf das ich sehr sehr stolz bin und das ich in vollsten Zügen genossen habe. Ich bin wahnsinnig froh, dabei gewesen zu sein und diese tolle Erfahrung gemacht zu haben.

Wie groß ist die Enttäuschung wegen Ihrer Platzierung und wie zufrieden sind Sie persönlich mit Ihrem Auftritt?

Harris: Ich bin total glücklich mit meinem Auftritt. Ich habe alles gegeben und jede Sekunde auf dieser Bühne in diesem wunderschönen Setting genossen. Natürlich bin ich enttäuscht mit dem Ergebnis, das will ich nicht leugnen. Aber ich habe auch schon zuvor gesagt, dass die Platzierung für mich total zweitrangig ist, weil es beim ESC meiner Meinung nach um ganz andere Sachen geht. Und dass die Ukraine gewonnen hat, macht mich unfassbar stolz und glücklich - ich glaube, damit haben wir als vereintes Europa ein tolles und extrem wichtiges Zeichen gesetzt. Davon ein kleiner Teil gewesen zu sein und auch bei meinem Auftritt meine Solidarität gezeigt zu haben, macht mich umso stolzer.

Würden Sie noch einmal beim ESC antreten?

Harris: Ich kann es nicht ausschließen. Diese ganze Reise war eine der tollsten Erfahrungen meines Lebens, das kann mir das Ergebnis auch überhaupt nicht nehmen. Dementsprechend könnte ich es mir irgendwann schon vorstellen, will jetzt aber erstmal anderen tollen Künstlerinnen und Künstlern den Vorrang lassen und mich auf meinen musikalischen Weg konzentrieren.

Die Ukraine hat den ESC gewonnen. Haben Sie zusammen mit Kalush Orchestra gefeiert?

Harris: Und wie! Als ihr Sieg verkündet wurde, haben wir alle gemeinsam fast schon so gefeiert als hätten wir gewonnen - und irgendwie haben wir das als Europa auch. Ich durfte ein paar Tage vor dem Finale zusammen mit Kalush Orchestra ihren Song spielen und habe dabei die Jungs noch besser kennen und lieben gelernt - großartige Künstler, großartige Menschen und ein meiner Meinung nach unglaublich geiler Song! Ich finde auch, dass sie unabhängig von der politischen Situation kein unwürdiger Sieger wären und freue mich wahnsinnig für sie.

Was haben Sie nach der Veranstaltung gemacht?

Harris: Gefeiert natürlich. Es gab erstmal ein paar Interviews und eine Schalte zu Barbara Schöneberger, danach haben wir alle zusammen mit meinem Team, meiner Familie, meiner Freundin und Freunden diese riesige Reise gefeiert, denn wie gesagt war es trotz des Ergebnisses eine wirklich großartige.

Was bleibt Ihnen besonders in Erinnerung? Was nehmen Sie vom Eurovision Song Contest mit?

Harris: Einiges. Ich habe viele tiefe Freundschaften zu den anderen Künstlerinnen und Künstlern aufgebaut, bin durch ganz Europa mit meiner Musik gereist und habe wahnsinnig viele neue Fans im Ausland gefunden. Ich habe mich einfach wieder mal total in Musik verliebt und erneut erkannt, wie sehr ich es liebe, Musiker zu sein, auf Bühnen zu stehen und meine Gefühle und Gedanken mit anderen durch meine Musik zu teilen. Und ich habe mal wieder erkannt, wie viel Macht Musik hat und wie sehr sie es auf schönste Weise schafft, uns alle zu verbinden.

Wie sehen Ihre musikalischen Zukunftspläne aus?

Harris: Da gibt es einige. Auf kurze Sicht ist meine absolute Priorität jetzt das Live-Spielen, das mir in der Pandemie so unglaublich gefehlt hat. Tatsächlich beginnt meine Tour am 16. Mai in Hamburg - daran sieht man denke ich, dass ich's überhaupt nicht abwarten konnte. Danach stehen schon ganz viele Festivals, Konzerte, Support-Shows und so weiter an und ich kann nicht beschreiben, wie sehr ich mich auf alle freue! Ansonsten werde ich natürlich weiter Songs schreiben und releasen (bald kommt der nächste), weiterhin meinen Weg gehen und das tun, was ich liebe - und dafür bin ich wahnsinnig dankbar.

SpotOnNews

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