Morgan und Bode Miller: "Keine Eltern sollten fühlen, was wir fühlen"

Unter Tränen erzählen Bode Miller und Ehefrau Morgan Beck vom Schrecklichsten, was Eltern passieren kann. Ihr Kind war im Juni im Pool ertrunken.

Bewegende Worte von US-Skistar Bode Miller (40) und seiner Frau, US-Beachvolleyballspielerin Morgan Beck (31): In einem TV-Interview mit der US-Sendung "Today" erzählten beide, wie es ihnen wenige Wochen nach dem Tod ihrer kleinen Tochter Emeline geht. Das Mädchen war im Pool des Nachbarn ertrunken. Sie wurde nur 19 Monate alt. 

Das Interview wollten sie machen, "damit es anderen vielleicht nicht passiert", sagt Miller zu Beginn. "Keine Eltern sollten fühlen, was wir fühlen", ergänzt die derzeit hochschwangere Beck unter Tränen. Sie erwartet im Moment ihr drittes Kind.

Morgan Beck: "Irgendwann war es zu ruhig"

Wichtig ist den beiden dabei vor allem zu beschreiben, was für "ein normaler Tag" es gewesen sei, an dem der Unfall passierte. Bode Miller war mit seiner ältesten Tochter (10) aus einer früheren Beziehung zu deren Softballmatch gefahren und Morgan Beck besuchte mit Emeline wie so oft die Nachbarn, "sie sind wie eine Familie für uns", so Beck.

"Es war ganz normal. Wir saßen auf dem Sofa und sie spielte vor uns. Ich trank meinen Tee. Die Jungs haben nebenan im Zimmer auch zusammen gespielt. Und ich bin immer hin und her. Irgendwann war es mir plötzlich zu ruhig...", beschreibt Beck den Moment, bevor sie die Katastrophe entdeckte. Sie sei aufgestanden, obwohl sie mitten im Gespräch war, zu den Jungs gegangen und habe gefragt, wo "Emmy" sei. Da habe sie schon den Spalt in der Tür zum Garten gesehen. Als sie Tür öffnete, sah sie das Mädchen im Pool treiben.

 "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht bete"

"Ich sprang in den Pool, zog sie heraus und die Nachbarn alarmierten den Notarzt", erinnert sie sich. Bode Miller sei ebenfalls am Telefon gewesen und habe hilflos mit anhören müssen, "wie die Ärzte um das Leben der Kleinen kämpften". Nach einem kurzen Hoffnungsschimmer starb das Kind einen Tag später. "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht dafür bete, noch einmal zu diesem Tag zurückzugehen und es anders zu machen", so Beck.

Wie es in der Sendung weiter heißt, ist "Ertrinken die Todesursache Nummer eins bei den Ein- bis Vierjährigen". Doch das habe das Paar nicht gewusst. "Ich war bei allen Untersuchungen mit meinen Kindern, aber das Thema kam kein einziges Mal zur Sprache, nicht ein einziges Mal", betont Bode Miller in dem Interview. Wenn es aber die Todesursache Nummer eins ist, müsse man das aber wissen.

Die Hochschwangere fühlt sich schuldig

Das Schlimmste sei die Schuld, sagt er. "Schuld ist eine sehr schmerzhafte Sache. Ich hoffe und bete und bettele, dass es einfacher wird", sagt die trauernde Mutter. Neben der Tatsache, dass sie ihre "Tochter nie wieder sehen werde", zweifelt die Schwangere laut eigener Aussage auch daran, ein weiteres Kind in die Welt zu setzen - eines, "auf das sich die kleine Emeline schon so gefreut hatte". "Emmy hat so viel in unsere Leben gebracht und jetzt hilft sie uns, so viel in das Leben der anderen zu bringen."

Bode Miller und Morgan Beck sind seit 2012 verheiratet. Die beiden bekamen zwei Kinder - Sohn Nash ist drei Jahre alt - und das dritte ist unterwegs. Töchterchen Emeline starb am 10. Juni infolge des Pool-Unfalls in einem Krankenhaus.

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kia / SpotOnNews
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