Phoebe Waller-Bridge: Warum spätestens jetzt jeder ihren Namen kennen sollte

Phonetisch nicht ganz einfach, aber der Name Phoebe Waller-Bridge ist einer, den es sich nicht erst seit des Emmy-Triumphs zu merken gilt.

Es ist schon unfair. Manch ein Mensch scheint sich bei der Talentvergabe mehr als einmal angestellt zu haben. Sie können gut schauspielern und singen, beherrschen zur rechten Zeit auch noch diverse Instrumente und mehrere Sprachen. Auch Phoebe Waller-Bridge (34), die bei den diesjährigen Emmy Awards drei der Preise einheimsen konnte und so zum Gewinner des Abends avancierte, ist eines dieser verboten vielseitigen Multitalente. Eines, das zu allem Überfluss so charmant und witzig ist, dass es ihm noch nicht einmal jemand krummnehmen will.

Vielseitig und innovativ

Musikalisch ist sie bislang zwar (noch) nicht in Erscheinung getreten, dafür konnte sie quasi im Alleingang eine der innovativsten Serien der vergangenen Jahre aus dem Boden stampfen. Beweisstück A sind die drei Emmys, die sie am Sonntagabend in Los Angeles für ihre Serie "Fleabag" überreicht bekam. Zuerst ersann und schrieb sie die Geschichte der Comedy ("Bestes Drehbuch"), dann verwandelte sie sie in eine von Fans und Kritikern geliebte Serie ("Beste Comedy-Serie"), und zu guter Letzt verkörperte sie darin auch noch die schauspielerisch anspruchsvolle Rolle der psychisch labilen Titelfigur ("Beste Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie").

Dabei basiert "Fleabag" auch noch auf ihrem Ein-Personen-Theaterstück, das sie selbst auf der Bühne vortrug und dafür den Fringe First Award gewann. Doch auch für andere kann sie vielschichtige, interessante Rollen schreiben. Für BBC America adaptierte sie Luke Jennings' Villanelle-Bücher in eine Serie namens "Killing Eve", die mit Jodie Comer (26) und "Grey's Anatomy"-Star Sandra Oh (48) besetzt und bei Kritikern beliebt ist. Sowohl Oh als auch Comer waren dieses Jahr als "Beste Hauptdarstellerin einer Drama-Serie" bei den Emmys nominiert, Letztere triumphierte sogar.

Das Erstaunliche dabei ist, dass Waller-Bridge alles andere als eine Frühzünderin ist. Erst mit Mitte 20 feierte sie ihr Debüt beim Film, im Fernsehen und dem Theater. Inzwischen ist sie vor allem als Drehbuchautorin gar nicht mehr aus Hollywood wegzudenken.

Waller-Bridge, Phoebe Waller-Bridge

Während sie in den vergangenen zehn Jahren eher kleine Rollen im Kino spielte - etwa in "Die Eiserne Lady", "Goodbye Christopher Robin" oder als Androiden-Stimme in "Solo: A Star Wars Story" -, ist sie derzeit als Autorin hoch im Kurs. Beweisstsück B wie Bond: Für den 25. Auftritt von 007 namens "No Time to Die" (2. April 2020) wurde sie, angeblich auf Betreiben von Hauptdarsteller Daniel Craig (51) höchstpersönlich, ins Drehbuchteam berufen.

Sie soll dafür sorgen, "dass der Film die Frauen richtig behandelt. Er muss das nicht. Er muss diesem Charakter treu bleiben", so Waller-Bridge bezüglich des schwierigen Spagats, Bond einerseits als altbekannten Frauenhelden, aber andererseits die Bond-Girls nicht nur als bloßen Blick- und Kugelfang darzustellen. Und wenn das einer Person gelingen kann, dann wohl ihr.

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