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Quentin Tarantino Auch er kritisiert die Auswirkungen der Marvel-Filme

Auch Quentin Tarantino hat seine lieben Probleme mit dem Marvel-Franchise.
Auch Quentin Tarantino hat seine lieben Probleme mit dem Marvel-Franchise.
© Denis Makarenko/Shutterstock
Auch Quentin Tarantino hat sich kritisch gegenüber den Marvel-Blockbustern geäußert. Nehmen sie anderen Filmen den Raum zur Entfaltung?

Die lange Liste an erfolgreichen Regisseuren, die mit der Entwicklung der Filmbranche aufgrund des Marvel-Franchises zunehmend unzufrieden sind, ist um einen großen Namen reicher. Denn nun hat sich auch "Pulp Fiction"-Größe Quentin Tarantino (59) gegen die Auswirkungen ausgesprochen, die seiner Meinung nach mit der erfolgreichen Reihe einhergehen. In einer neuen Ausgabe des "2 Bears, 1 Cave"-Podcasts bemängelte Tarantino, dass Marvel-Streifen Hollywood der Filmstars berauben würde - er benutzt dafür das Wort "Marvel-isierung."

"Ein Teil der Marvel-isierung Hollywoods ist, dass nun all diese Schauspieler berühmt dafür wurden, diese Figuren zu spielen. Aber sie sind keine Filmstars, richtig?" Seinen Gedankengang erklärt er näher am Beispiel von Chris Evans (41), der unlängst zum neuen "Sexiest Man Alive" ernannt wurde, sowie Chris Hemsworth (39): "Captain America ist der Star. Oder Thor ist der Star. Ich bin nicht der erste Mensch, der das sagt, es wurde wahrscheinlich schon eine Trillion Mal gesagt. Aber es sind diese Franchise-Charaktere, die zu Stars werden."

Kein Platz für etwas anderes?

Tarantino betont, dass er die Marvel-Filme nicht "hasst". Er selbst sei als Kind großer Fan der Comics gewesen und wären diese Verfilmungen in seinen "20ern erschienen, wäre er verdammt froh darüber gewesen und hätte sie geliebt". Was ihn hingegen frustriere: "Sie scheinen das Einzige zu sein, was gerade gemacht wird. Und sie sind das Einzige, das anscheinend für Begeisterung bei der Fanbase und bei dem Studio, das sie macht, sorgt." Marvel-Filme und deren DC-Pendants ließen derzeit zu wenig Raum für andere Filme, bemängelt Tarantino.

Er ist mit seiner Kritik in illustrer Gesellschaft. Zu den zahlreichen Filmschaffenden, die sich öffentlich gegen die Überhandnahme von Marvel-Filmen geäußert haben, zählen unter anderem Ridley Scott (84), Francis Ford Coppola (83), Martin Scorsese (80), James Cameron (68), Jodie Foster (60) und Tim Burton (64). Der Kritik-Konsens der Filmgrößen: Statt innovativer Filmkunst wird uninspirierte, immer gleiche Massenware geliefert. Zumindest die unzähligen Menschen, die noch immer reihenweise bei jedem neuen Marvel-Film ins Kino strömen, sehen das tunlichst anders...

SpotOnNews

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