Roman Polanski: César-Vorstand beugt sich der Kritik und tritt zurück

Der neue Film von Regisseur Roman Polanski ist für zwölf Césars nominiert. Das sorgt für jede Menge Kritik und überraschende Konsequenzen.

Der französisch-polnische Regisseur Roman Polanski (86, "Rosemaries Baby") sorgt erneut für heftige Kontroversen. Der Vorstand der französischen César-Akademie ist nach Kritik an der Nominierung des umstrittenen Filmemachers am Donnerstag geschlossen zurückgetreten. Das meldet unter anderem die französische Tageszeitung "Le Monde" unter Berufung auf eine Pressemitteilung der Akademie an die AFP.

Schimmelalarm bei den Wollnys

"Um diejenigen zu ehren, die 2019 Filme gemacht haben, um wieder Ruhe einkehren zu lassen und das Kinofestival zu einem Fest zu machen, hat der Vorstand der [Filmakademie] einstimmig beschlossen, zurückzutreten", machte die französische Filmakademie ihre Entscheidung in der Erklärung deutlich.

Satte zwölf Mal waren der seit Jahrzehnten umstrittene Filmemacher Polanski und sein neues Historiendrama "Intrige" (seit 6. Februar in den deutschen Kinos) für den Filmpreis nominiert worden. Doch vor allem wegen neuer Vergewaltigungsvorwürfe gegen Polanski entbrannte eine Diskussion, in deren Folge sich die Filmfest-Leitung nun offenbar zu diesem Schritt gezwungen sah.

Neue Vorwürfe gegen den Regisseur

Im November vergangenen Jahres hatte die französische Schauspielerin Valentine Monnier (63) schwere Vorwürfe gegen Regisseur Polanski erhoben. Der französischen Zeitung "Le Parisien" erzählte sie damals, dass der Regisseur sie 1975 in seinem Chalet in Gstaad, Schweiz, vergewaltigt haben soll. Damals sei Monnier 18 Jahre alt gewesen. Die Zeitung berichtet auch von einigen Zeugen, die bestätigt haben sollen, dass Monnier ihnen damals von dem Vorfall erzählt habe. Der Filmemacher weist die Vorwürfe indes vehement zurück.

In den USA läuft nach wie vor seit mehr als vier Jahrzehnten ein Verfahren gegen Polanski. Er soll 1977 unerlaubten Sex mit einer 13-Jährigen gehabt haben. Polanski floh damals aus den Staaten und ist bis heute nicht zurückgekehrt. Die USA fordern weiterhin seine Auslieferung. Sein mutmaßliches Opfer von damals hat sich inzwischen öffentlich dafür ausgesprochen, dass die US-Behörden die Anklage fallen lassen sollen.

Die César-Preisverleihung findet am 28. Februar 2020 statt.

SpotOnNews

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