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"Die Höhle der Löwen" Hitzige Diskussion um "Pinky Gloves"! Jetzt äußert sich Ralf Dümmel

"Die Höhle der Löwen": Unternehmer Ralf Dümmel
Ralf Dümmel investierte in die "Pinky Gloves" - und steht nun mit in der Kritik an dem Produkt.
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Am Montag wurde in "Die Höhle der Löwen" der Menstruationshandschuh "Pinky Gloves" vorgestellt. Die zwei Gründer können einen Deal mit Ralf Dümmel aushandeln. Doch nach der Sendung kommt es auf Social Media zu heftiger Kritik. Wir haben den DHDL-Investor um ein Statement gebeten.

Ein Produkt für die Menstruation, entwickelt von zwei Männern. "Pinky Gloves" soll die "diskrete Lösung für unterwegs" sein. Mit dem Einweghandschuh sollen Tampons und Binden hygienisch entsorgt werden können, falls auf der Toilette kein Mülleimer bereitsteht. Was für die Gründer Eugen und André sowie auch den "Die Höhle der Löwen"-Investor Ralf Dümmel, 54, nach einem ausgereiften Konzept klingt, stößt online auf immer größer werdende Kritik. 

"Die Höhle der Löwen": Das ist die Idee hinter "Pinky Gloves"

"Mit 'Pinky' wollen wir das Leben der Frauen einfacher machen", kündigten die Gründer André Ritterswürden und Eugen Raimkulow an. Auf die Idee, ein Periodenprodukt zu entwickeln, sind die beiden Gründer in ihrer WG gekommen. Dort haben sie mit mehreren Frauen zusammengelebt. Bei dem Blick in den Badezimmer-Mülleimer haben sich die beiden Männer gewundert: Die Menstruationsblutung würde das Toilettenpapier durchnässen – auch der Geruch von benutzten Tampons und Binden würde sich nach einer gewissen Zeit verbreiten. Durch das Einwickeln in die pinkfarbenen Einweg-Handschuhe sollen die benutzen Periodenprodukte "diskret" und geruchsfrei entsorgt werden können. 

"Pinky Gloves" verlässt die "Die Höhle der Löwen" mit einem Deal mit Investor Ralf Dümmel
"Pinky Gloves" verlässt die "Die Höhle der Löwen" mit einem Deal mit Investor Ralf Dümmel
© TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Doch auf Instagram und Co. muss sich das Unternehmen nun vielen kritischen Punkten stellen. Nicht nur die Hintergrundgeschichte stört viele – überwiegend Frauen – sondern auch der nachhaltige Aspekt und das Tabuisieren von Menstruation stößt auf.

Kritik an den Einweg-Handschuhen

In den sozialen Netzwerken finden sich viele Videos, Storys und Beiträge, die "Pinky Gloves" kritisieren.

  • Dass Männer sich über einen blutdurchtränkten Tampon im Mülleimer echauffieren, sei unverschämt. "Wir Frauen bluten, get over it", ist die vorherrschende Meinung
  • Die Einweg-Handschuhe stünden im Widerspruch zu allen Nachhaltigkeitsentwicklungen
  • Frauen müssen nicht nur für Tampons und Binden, sondern nun erneut selbst für ein weiteres Periodenprodukt zahlen, nur damit "Männer den Anblick im Mülleimer nicht ertragen müssen"
  • Die Handschuhe würden Frauen suggerieren, dass die Periode etwas ist, das man "verstecken muss" und wofür sich frau "schämen sollte"
  • Der Preis sei im Vergleich zu herkömmlichen Plastikhandschuhen extrem hoch

Ralf Dümmel äußert sich zur Kritik

Ralf Dümmel hat in "Die Höhle der Löwen" ein Investment in das Unternehmen getätigt. Wir haben ihn um ein Statement gebeten und er bezieht nun Stellung zu der Diskussion. "Eugen und André haben mit 'Pinky' für Aufmerksamkeit gesorgt, weil sie sich dem wichtigen Thema Menstruation widmen. Dennoch ist den Gründern durch die vielen berechtigten Hinweise zum Produkt und zum Auftritt klar geworden, dass es ernstzunehmende Kritikpunkte gibt, die den beiden als Männer-Team schlichtweg nicht bewusst waren", so der Unternehmer. Auch er gesteht ein, dass er dem Thema Menstruation "nicht die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet" habe. Das möchte er nun ändern und entschuldigt sich. Die drei Männer hielten es für einen "Problemlöser".

Der DHDL-Investor betont, dass das Unternehmen die Kritik wahrnimmt und umfassend überdenken wird. Doch er sieht auch das Positive: "Das Positive ist, dass durch die hitzige Diskussion die öffentliche Darstellung der Periode viel Aufmerksamkeit bekommt. So werden diverse Positionen sichtbar und wir können alle dazu lernen, auch ich."

"Ein Punkt ist mir besonders wichtig: Die Frage, ob Gründer:innen, die Produkte, die vorrangig Frauen ansprechen sollen, entwickeln, auch weiblich sein müssen, führt meiner Meinung nach wiederum vollkommen in die falsche Richtung. Grundsätzlich sollten die Geschlechter der Gründer:innen kein Merkmal sein bei der Frage, ob ein Produkt Relevanz hat oder nicht. Es gibt tolle Gründerinnen, die starke Produkte für eine männliche Zielgruppe entwickeln. Und das ist auch gut so. Andersrum muss es genauso möglich sein."

Verwendete Quellen: "Die Höhle der Löwen" Folge vom 12. April 2021, pinkygloves.de, instagram.com

jna Brigitteonline

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