Herzogin Meghan: Sind diese Worte Kritik an Queen Elizabeth?

Herzogin Meghan spricht in einem TV-Interview offen über die Schattenseiten ihres Lebens an der Seite von Prinz Harry. Neben dem Druck durch die Medien und die ihr zu teil werdende Aufmerksamkeit als Mitglied der britischen Königsfamilie macht Meghan vor allem zu schaffen, ihre Emotionen nicht zeigen zu dürfen.

Herzogin Meghan, 38, wird seit Bekanntwerden ihrer Beziehung mit Prinz Harry, 35, im Herbst 2016 von der Presse gefeiert, aber auch hart kritisiert. "Duchess Difficult" ("Herzogin Schwierig) und "Hurricane Meghan" ("Wirbelsturm Meghan") sind nur zwei der unschmeichelhaften Spitznamen, mit denen man ihren Charakter zu beschreiben versuchte. Selbst ihre eigene Familie rückte die Herzogin in der Öffentlichkeit in ein schlechtes Licht. Meghan schwieg zu den Negativ-Schlagzeilen - so, wie es von ihr erwartet wurde. Doch damit ist nun Schluss. In der Dokumentation "Harry & Meghan: An African Journey", die am 27. Oktober von dem britischen TV-Sender ITV ausgestrahlt wurde, setzt sie sich erstmals zur Wehr.

Hollywood vs. britischer Hof

In dem Interview spricht die Herzogin für ein Mitglied der britischen Königsfamilie ungewohnt offen und emotional. Nicht nur die Art und Weise, wie sie von der Presse behandelt wird, bereitet Meghan eine "äußert schwierige Zeit". Sondern auch der Umstand, die Kritik an ihr abprallen lassen zu müssen und nicht öffentlich für sich eintreten zu können. "Never complain, never explain" heißt die oberste Kommunikationsregel im Palast. "Beschwere dich nie, erkläre dich nie".  Emotionen wie Trauer, Ärger oder Enttäuschung in der Öffentlichkeit zu zeigen, ist in der Königsfamilie um Queen Elizabeth, 93, nicht vorgesehen. 

Herzogin Meghan über versteckte Emotionen

"Ich habe wirklich versucht, diese britische Sensibilität einer 'stiff upper lip' anzunehmen", berichtet Meghan in der TV-Dokumentation. "Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht. Aber ich denke, was das innerlich macht, ist wahrscheinlich wirklich schädlich". 

Der Ausdruck  "kepp a stiff upper lip" (auf Deutsch: "eine Steife Oberlippe behalten") ist eine Art Redwendung und beschreibt das den Briten weitläufig nachgesagte Charaktermerkmal, entschlossen und emotionslos zu bleiben, wenn sie mit Widrigkeiten konfrontiert werden.

Was für Queen Elizabeth zur Tagesordnung gehört, ist für Meghan eine Herausforderung. Denn sie ist weder im Königshaus noch in den elitären Kreisen der britischen High Society aufgewachsen, sondern als Kind eines Lichtregisseurs und einer Angestellten in den USA. Nach ihrer Schullaufbahn hat sie sich bis nach Hollywood hochgearbeitet - wo es selbstverständlich ist, seine Meinung und seine Botschaft über Social Media, PR-Agenten oder Interviews zu verbreiten. Meghan gilt als eigenständige, moderne und selbstbewusst Frau, die genau weiß, was sie will. Eigenschaften, die sie im Laufe ihres Lebens entwickelt hat und in der bürgerlichen Welt wertgeschätzt werden - und die prädestiniert sind, mit dem Protokoll und den Gepflogenheiten des Palastes zu kollidieren.

Was also die Queen darüber denken wird, dass Herzogen Meghan ausgerechnet die Charaktereigenschaft in Frage stellt, die Ihre Majestät seit ihrer Geburt verinnerlich hat?

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Dieser Artikel ist ursprünglich auf Gala.de erschienen. 


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