Unvereinbar mit ihrem Selbstbild: Warum Karlie Kloss kein Victoria's Secret-Model mehr sein wollte

Karlie Kloss ist ein überaus erfolgreiches Model und schwebte bis 2015 als Victoria's Secret-Engel über den Laufsteg, beendete dann aber den Vertrag. In der britischen Ausgabe der Vogue erzählt sie, warum. 

Ob Heidi Klum, Alessandra Ambrosio, Gisele Bündchen oder Karolina Kurkova – viele große Models haben als sogenannte Victoria's Secret-Engel angefangen. Auch Karlie Kloss durfte als ein solcher über die Laufstege schreiten – ab 2015 war aber Schluss. Der Grund dafür war offenbar unter anderem, dass die 26-Jährige den Job nicht mit ihrem Selbstbild vereinbaren konnte. Das verrät sie jetzt in einem Interview. 

Sie begann, feministische Theorie zu studieren 

So erzählt das Model, dass es im Jahr 2015 an der Gallatin's School der New York University angefangen habe, feministische Theorie zu studieren und genau das der Schlüsselmoment seiner Karriere gewesen sei: Kloss habe als Feministin die Macht, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre Narrative zu bestimmen, "sei es durch die Unternehmen, mit denen ich arbeite, oder durch das Bild, das ich der Welt präsentiere."

Nicht die Botschaft, die sie an junge Frauen senden möchte 

Als sie das erkannt habe, konnte sie den Job nicht mehr weiter machen. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass es ein Bild war, das wirklich widerspiegelt, wer ich bin", sagt Kloss gegenüber Vogue. Die Auftritte für Victoria's Secret seien in Bezug darauf, was Schönheit bedeute, nicht ihre Botschaft, die sie an junge Frauen vermitteln möchte – vor allem nicht hinsichtlich dessen, was es heißt, eine starke Frau zu sein. 

Sie ist auch politisch aktiv 

Karlie ist nicht nur schön und hat was im Köpfchen, sie engagiert sich auch in ihrem Heimatland, den USA. Sie und ihr Ehemann Joshua Kushner sind bekennende Demokraten und haben auch schon bei der "March For Our Lives"-Demonstration gegen Waffengewalt demonstriert. Besonders pikant dabei: Ihr Schwager ist niemand geringeres als Jared Kushner – Donald Trumps rechte Hand und Schwiegersohn.

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Auch dazu äußert sich Karlie Kloss im Interview. "Es war in letzter Zeit sehr schwierig", gibt sie zu. "Aber ich versuche mich auf meine liberalen Werte zu konzentrieren, die mein Mann und ich von zu Hause mitgegeben bekommen haben", erzählt sie weiter. Was viele vergessen würden, sei die Tatsache, dass sie ihren Mann mit zarten 19 kennengelernt habe – da sei eine mögliche Präsidentschaft Trumps noch gar kein Thema gewesen. 

Karlie ist eines der erfolgreichsten Models der Welt 

Ihr Entscheidung hat ihrer Karriere mitnichten geschadet. "Wenn ich auf meine jüngeren Jahre zurückblicke, hatte ich immer Angst, ich würde Jobs verlieren oder nicht bekommen, nur wenn ich mal sage, dass ich etwas nicht mehr machen möchte", berichtet sie. "Doch im Gegenteil, je mehr ich meine Stimme erhoben habe, desto mehr Respekt habe ich auch geerntet."

Ob ihre Aussagen bezüglich feministischer Werte und Victoria's Secret so ernst gemeint sind, lässt viele Fans jedoch zweifeln: Schließlich lief sie im Jahr 2017 doch noch einmal kurz für die berühmte Unterwäschemarke, was aber in dem Interview nicht thematisiert wurde. Mitglieder der Facebookgruppe "Business of Fashion" werfen ihr laut Focus Online vor, diese Aussagen nur getroffen zu haben, weil Victoria's Secret ohnehin gerade ein schlechtes Image hat. 

Das Dasein als Engel war zwar nicht ihr Einstieg in die Modelwelt, zumindest aber ein großes Sprungbrett. Heute modelt Kloss für Swarovski, für Estée Lauder und hat inzwischen  Heidi Klums Nachfolge als Gastgeberin und ausführende Produzentin bei der US-Castingshow "Project Runway" angetreten.

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