Größter Sexist des Jahres: Kollegah bekommt Preis von EMMA

Nun ist der Deutschrapper Kollegah offiziell "Sexist Man Alive" – diese wortspielverzierte Auszeichnung hat ihm das Frauenmagazin EMMA verliehen.

Herzlichen Glückwunsch, Felix Blume!

Der Rapper, der lieber unter dem prolligen Namen "Kollegah" auftritt ist von der EMMA-Redaktion zum "Sexist Man Alive" ernannt worden. Nein, nicht "sexiest" – sondern zum größten Sexisten!

Berüchtigt seit dem ECHO-Skandal

Kollegah – den kennen Nicht-Deutschrap-Fans wahrscheinlich noch am ehesten vom so genannten ECHO-Skandal im vergangenen Jahr. Damals standen er und sein Kompagnon Farid Bang vor allem wegen antisemitischen Songzeilen in der Kritik. Diesmal bekommt er einen Preis, weil er nicht nur Juden, sondern offenbar auch Frauen verachtet.

In seinen Songs geht's natürlich zu großen Teilen um seine ach so große Männlichkeit, seine harte Art, seine Boss-Haftigkeit (wer dies mit einem ironischen Unterton liest, macht bestimmt nichts falsch). Felix Blume allerdings pumpt seine eigene Männlichkeit in seinen Songs gerne dadurch auf, dass er alles weibliche klein macht. "Frauen" scheint er nicht zu kennen, sondern nur "Bitches" und "Fotzen".

So abwertend rappt kein anderer

Wir merken also: Bei Felix ist der Preis als größter Sexist des Jahres offenbar gut aufgehoben. Und wer noch daran zweifelt, für den zitiert EMMA in einem offenen Brief aus einem seiner Lieder: "Dein Chick ist ne Broke-Ass-Bitch, denn ich fick sie, bis ihr Steißbein bricht" – alles klar, wer sowas rappt, hat sich die Auszeichnung als waschechter Sexist mehr als verdient. Und nein, da lassen wir auch keine Ironie und künstlerische Freiheit mehr gelten.

Felix selber zeigt sich natürlich gelassen: Bei Instagram (Username: "kollegahderboss" - nun gebt dem Jungen doch endlich etwas echtes Selbstbewusstsein!) posiert der Rapper aus Friedberg in edlem Zwirn mit ernstem Blick und schreibt unter das Bild "Sexist Man Alive". Ist das nun Selbsterkenntnis? Ironie? Plattenpromo? 

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Sexist Man alive.

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Auch Kollegahs Kollege Farid Bang hat schon reagiert und auf Instagram zum Negativ-Preis gratuliert. Und wenn sein Kumpel Felix ihn dieses Jahr bekommen hat, dann wäre er ja wohl im nächsten Jahr dran, oder? Da streiten sich also zwei Kerle, wer von beiden frauenfeindlicher ist – das nennen wir mal würdige Preisträger!

Deswegen: Glückwunsch, lieber Felix, zu dieser Auszeichnung. Du wirst es sicher niemandem sagen, aber vielleicht bringt dich dieser Preis ein bisschen zum Nachdenken. Denn echte "Bosse" haben es sicher nicht nötig, Frauen klein zu machen und abfällig zu beschimpfen. Das machen nur widerliche Typen, die etwas kompensieren müssen …

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