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Krieg in der Ukraine Was macht eigentlich Putin-Freund Gérard Depardieu?

Depardieu 2013 mit Wladimir Putin in Sotschi – der Kremlchef überreichte dem Schauspieler bei dieser Begegnung den russischen Pass 
Depardieu 2013 mit Wladimir Putin in Sotschi – der Kremlchef überreichte dem Schauspieler bei dieser Begegnung den russischen Pass 
© ITAR-TASS / imago images
Schauspielikone, Putin-Freund, ein Mann wie ein Unwetter: Gérard Depardieu, 73, polarisiert. Wie steht der Wahlrusse zum Angriffskrieg in der Ukraine?

Auf der Leinwand kennen wir ihn als empfindsamen Poeten Cyrano von Bergerac, als mittelwitzigen Obelix, gern auch mal als ganzen Kerl mit weichem Kern in harter Schale.

Im echten Leben gibt Gérard Depardieu allerdings den Berserker. Als Zehnjähriger habe er sich prostituiert, schrieb er in seiner ersten Autobiografie "Es hat sich so ergeben", als junger Mann habe er den Schmuck ausgegrabener Leichen verkauft. Später machte er Schlagzeilen mit Alkoholexzessen, Motorradunfällen, dem Urinieren in ein vollbesetztes Flugzeug und seiner Freundschaft mit Wladimir Putin. Zurzeit wird in Paris wegen Vergewaltigung gegen ihn ermittelt. Plakativ betitelte er seine zweite Autobiografie schlicht mit "Monster".

Demonstrative Freundschaft mit Putin, Einreiseverbot für die Ukraine

Depardieus Verhältnis zu Wladimir Putin war lange von demonstrativer Freundschaft geprägt: Als Steuerflüchtiger ließ der Besitzer zahlreicher Weingüter und Luxusrestaurants sich 2013 vom Kremlherrscher den russischen Pass überreichen. Von dessen "Bluthund" Ramsan Kadyrow, Oberhaupt der Teilrepublik Tschetschenien, ließ er sich eine Wohnung in Grosny schenken. Russland bezeichnete der Schauspieler vor wenigen Jahren noch als "große Demokratie" und brüstete sich damit, bei Russlandwahlen für seinen Freund gestimmt zu haben. Angeblich teilen beide das gleiche Schicksal: "Ich habe Putin aufmerksam zugehört und verstanden, dass auch er von ganz unten gekommen ist und niemand einen Cent auf ihn gesetzt hätte, als er 15 war“, schrieb Depardieu in "Es hat sich so ergeben". 

2015 verhängte die Ukraine schließlich ein Einreiseverbot gegen den Schauspieler, nachdem er gesagt haben soll: "Ich liebe Russland und die Ukraine, die Teil von Russland ist." Noch im Februar, als Putin an der ukrainischen Grenze seine Soldaten zusammenzog, soll der Schauspieler bei Instagram ein Foto mit dem Kremlchef veröffentlicht und es mit "Freundschaft" betitelt haben. Dieser Post ist heute nicht mehr online.

Depardieu distanziert sich von Putin

Am 1. März 2022, eine Woche nach Kriegsbeginn, begann Depardieu jedoch, zurückzurudern und verurteilte Russlands Angriffskrieg. Auf Instagram postete er ein Selfie mit dem Statement: "Russland und die Ukraine waren immer Bruderstaaten. Ich bin gegen diesen Krieg des Brudermords". 

Ende März attestierte er dem russischen Staatschef dann "verrückte und inakzeptable Exzesse" in der Ukraine und griff ihn persönlich an: Für den Krieg sei nicht die russische Bevölkerung verantwortlich, sondern ganz allein er. Depardieu gab an, die Erlöse seiner Auftritte im Pariser Théâtre des Champs-Élysées ukrainischen Opfern zugutekommen zu lassen.

Verwendete Quellen: FAZ, Handelsblatt, Spiegel, Wikipedia

Brigitte

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