Kritik an Prinz Andrew: "Ihm mangelt es an Empathie"

Prinz Andrew steht unter Beschuss. Nach seinem aufsehenerregenden Interview mit der BBC hagelt es für den Royal Kritik von allen Seiten. 

Prinz Andrew, 59, erntet für sein Interview mit BBC-Moderatorin Emily Maitlis, 49, aktuell Kritik von allen Seiten. Der Royal wird beschuldigt, vor 18 Jahren mit einem Mädchen im Teenageralter Sex gehabt zu haben. Das damals minderjährige Mädchen sei dem Sohn von Queen Elizabeth, 93, von dem inzwischen verstorbenen US-Milliardär und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) zugeführt worden, wird behauptet. Der jüngere Bruder von Prinz Charles bestreitet die Vorfälle.

Prinz Andrew wird mangelnde Empathie vorgeworfen

Jetzt schießt unter anderem ein Insider aus dem Bekanntenkreis des mutmaßlichen Opfers Virginia Roberts-Giuffre, 35, gegen den 59-Jährigen. Mangelnde Empathie für die von Jeffrey Epstein geschädigten Frauen wird dem Vater von Prinzessin Beatrice, 31, und Prinzessin Eugenie, 29, vorgeworfen. Virginia soll besonders wütend über Andrews Aussagen in dem vielbeachteten Interview sein. Die inzwischen dreifache Mutter behauptet, sie sei zwischen 1999 und 2002 dreimal zum Sex mit dem Royal gezwungen worden.

Bewiesen ist das bisher nicht. Dennoch fühlt sich der Herzog von York offenbar dazu verpflichtet, sich vor der Kamera zu rechtfertigen. Die Art und Weise kommt nicht bei jedem der Zuschauer gut an. Ein Insider aus dem Umfeld der Frau sagt am Sonntag zur "Daily Mail": "Dem Interview fehlte es an Empathie, und er äußerte kein Wort der Reue für eines von Epsteins zahlreichen Opfern (...) Es zeigt, dass der Prinz so abgehoben ist, dass er im Interview nur über sich selbst sprechen konnte."

Körperexperte: Verhalten ist ausweichend und irreführend"

Körperexperte Darren Stanton bemerkt in seiner Analyse des Interviews gegenüber dem "Mirror Online", dass Prinz Andrew "ausweichend" wirkt. "Ich bin nicht überzeugt, dass sein Bericht mit der wahren Gefühlslage des Prinzen übereinstimmt", sagt Stanton.

Ton lässt Bedauern vermissen

Auf die Frage der BBC-Moderatorin Emily Maitlis, ob er sich schuldig oder beschämt fühle angesichts seiner Freundschaft mit Epstein, antwortet Prinz Andrew: "Bedaure ich es, dass er sich offensichtlich auf eine unanständige Weise verhalten hat? Ja." Daraufhin stellt die Gastgeberin die Angemessenheit des Wortes "unanständig" angesichts der Beschreibung der Handlungen eines verurteilten Sexualstraftäters infrage, worauf sich der 59-Jährige für die verharmlosende Wortwahl entschuldigt. Insgesamt werfen ihm Beobachter einen Ton vor, der nicht gerade von Bedauern geprägt ist.

Prinz Andrew weicht Frage nach rechtlicher Verantwortung aus

"Es ist enttäuschend, dass sich der zweite Sohn der Königin in die Lage versetzt hat, solche Fragen beantworten zu müssen. Er muss die Verantwortung für die Situation übernehmen, in die er sich gebracht hat", fordert der königliche Berichterstatter Richard Fitzwilliams. Prinz Andrew allerdings scheint eine Schuld weit von sich zu weisen.

Als Maitlis ihn fragt, ob er bereit sei, innerhalb einer FBI-Untersuchung zu Epsteins Fall eine Zeugenaussage zu machen oder gar eine eidesstattliche Erklärung abzugeben, antwortet der Prinz: "Ich werde alle rechtlichen Expertisen einholen müssen, die es gibt, bevor ich so etwas tun sollte. Aber wenn Druck auf mich ausgeübt würde und der rechtliche Rat dementsprechend lautete, wäre ich verpflichtet, dies zu tun.“

"Wo ist das Mitgefühl?"

Der Insider aus Virginia Roberts Guiffres Umfeld ist der Ansicht, dass Mailtlis' Interview mit Prinz Andrew in deutlichem Gegensatz zu einer Aussage stehe, die im August vom Buckingham Palace veröffentlicht wurde. Der Hof reagiert damals auf Bilder aus einem Video von 2010, die von der "Daily Mail" veröffentlicht wurden. Darauf zu sehen sei der Herzog von York in Epsteins New Yorker Villa. In einer Aufnahme winke Andrew einer jungen Frau vor der Haustür zu. In seiner Erklärung zu dem Bericht heißt es: "Seine Königliche Hoheit bedauert die Ausbeutung eines Menschen und der Vorschlag, an einem solchen Verhalten mitzuwirken oder es zu fördern, ist abscheulich."

Ein Bedauern, das der Insider heute vermisst: "Wo ist diesmal das Mitgefühl? In diesem Interview dreht sich alles um ihn. Er macht sich Sorgen um sich. Es ist beschämend". 

ama
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