Lady Gaga verblüffend uninszeniert in 'A Star Is Born'

Das kann sie also auch noch! Sie ist ein Gesamtkunstwerk, klar. Dass Lady Gaga aber jetzt auch als Schauspielerin überzeugt: Respekt!

Wie sie uns immer wieder überrascht 

Da gibt es dieses Foto von Lady Gaga aus dem vergangenen Herbst. Sie steht im weißen Hosenanzug hinter einer Reihe von fünf Stühlen, darauf sitzen die Herren Carter, Obama, Clinton und zweimal Bush - alle lebenden Ex-Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Es ging um einen guten Zweck, es wurde Geld gesammelt für die Hurricane-Opfer von Houston. Dass Donald Trump fehlte, ist bezeichnend. Aber auch, dass Stefani Joanne Angelina Germanotta die Hauptdarstellerin auf diesem Bild ist. Denn die New Yorkerin hat sich innerhalb eines knappen Jahrzehnts von einer exzentrischen, leicht trashigen Chart-Avantgardistin zur First Lady des progressiven, liberalen Amerika gemausert. First Lady Gaga eben.

Wir erinnern uns: 2008 erschien "The Fame", ihr Debütalbum, voll mit gut gemachtem, allerdings auch beliebigem Pop. Aber diese Klamotten, in denen sie auftrat: irgendwo zwischen Glamour und nackt. Die Inszenierung der Kunst Figur Lady Gaga: schrill, provokant, frei, offen. "Und immer", sagt sie, "war all das der Ausdruck dessen, was ich tief in mir habe." 15 Millionen Mal verkaufte sich die Platte, was, bei aller Liebe, an den Songs nicht gelegen haben kann - Germanotta war schlicht das größte Gesamtkunstwerk der Branche seit Madonna. Und weil Kunst mitunter doch von Können kommt, entüllte sie nach und nach auch, was für eine fantastische Musikerin und Sängerin sie in Wahrheit ist.

Sie war noch nie schöner

Aber eine Ikone zu sein, das hat seinen Preis. Lady Gaga war und ist eine Projektionsfläche, Stefani Germanotta mit ihren 32 Jahren ein nicht selten einsamer Mensch mit kaputter Hüfte. Vielleicht hat es etwas Befreiendes, dass sie jetzt in der Neuverfilmung von "A Star Is Born" (Start: 4. Oktober) verblüffend uninszeniert in die Kinos kommt. Sie spielt, und das irre gut, eine Songwriterin, die sich in einen im Abstieg begriffenen Country-Star (Bradley Cooper) verliebt, selbst berühmt wird - und panische Angst davor hat. Sie ist so ungeschminkt, so pur, so kaum zu erkennen, dass man das Gefühl hat, hier einen Blick auf den Gaga-Kern werfen zu können.

"Ihnen gefällt, wie ich singe", sagt sie an einer Stelle, "aber sie mögen nicht, wie ich aussehe." Die Wahrheit ist: Sie war noch nie so schön wie in diesem Film.


Brigitte 21/2018

Wer hier schreibt:

Stephan Bartels
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