Prinz Harry und Herzogin Meghan: 7 Aussagen, die die Monarchie erschüttern

"Beschwere dich nie, erkläre dich nie" lautet die wichtigste Kommunikationsregel im britischen Königshaus. Herzogin Meghan und Prinz Harry haben diese Regel während eines TV-Interview auf ihrer offiziellen Tour durch Afrika nun gebrochen - und Einblick in ihr verletztes Seelenleben gegeben.

Herzogin Meghan, 38, und Prinz Harry, 35, sprechen in der TV-Dokumentation "Harry and Meghan: An African Journey" ungewöhnlich offen und persönlich über die dunkle Seite des Lebens als Royal. Seit Prinzessin Diana, †36, hat sich kein britischer Royal derart verletzlich und kritisch in der Öffentlichkeit gezeigt. Die Königsfamilie, die ihr Privatleben streng vor der Öffentlichkeit schützt, seit "entsetzt" über das Paar, behauptet die Londoner Presse. GALA fasst die wichtigsten Aussagen des explosiven Interviews, über das dieser Tage die ganze Welt spricht, zusammen.

1. Prinz Harry spricht über sein "Diana"-Trauma

Den Tod seiner Mutter Prinzessin Diana hat Harry auch 22 Jahre nach dem tragischen Unfall in Paris nicht verwunden. Bereits im April 2017 hatte er in einem Interview mit "The Telegraph" zugegeben, in der Zeit danach in einem "totalen Chaos" versunken und "mehrfach kurz vor dem Zusammenbruch" gewesen zu sein. Im Afrika-Interview mit Journalist Tom Bradby, 52, bezeichnet Harry den Verlust Dianas nun als "eine Wunde, die eitert" und erklärt, dass er immer noch darunter leidet, wie seine Mutter von der Presse behandelt wurde.

"Jedes mal, wenn ich eine Kamera sehe, jedes mal wenn ich es Klicken höre, jedes mal wenn ich ein Blitzlicht sehe, bringt mich das direkt zurück. Das ist in dem Moment die schlimmste Erinnerung an ihr Leben (...) Mit der Rolle, dem Job und dem Druck, der damit einhergeht [Royal zu sein], werde ich an die schlechten Sachen erinnert, leider".

2. Prinz Harry spricht über psychische Probleme

In dem Interview mit "The Telegraph" gab Harry 2017 zu, auf Rat seines Bruders William professionelle Hilfe bei der Lösung seiner Probleme in Anspruch genommen haben. Tom Bradby fragt in der Dokumentation nach: Wie geht es Harry heute? Die ehrliche Antwort: 

"Ich dachte, ich wäre nicht mehr in Gefahr und dann kam plötzlich alles zurück, und das ist etwas, was ich managen muss. Ein Teil dieser Arbeit [als Royal] und ein Teil jeder Arbeit besteht (...) darin, ein tapferes Gesicht zu machen und es auszuhalten. Aber für mich und meine Frau gibt es natürlich immer wieder eine Menge Dinge, die weh tun, besonders wenn der Großteil davon falsch ist."

3. Prinz Harry über William: "Wir gehen auf unterschiedlichen Wegen"

Die einst innige Beziehung von Prinz Harry und Prinz William, 37, soll abgekühlt sein, behauptet die britische Presse seit Herbst 2018 hartnäckig. In dem TV-Interview in Afrika nimmt Harry erstmals zum Thema Brüderstreit Stellung und gibt zu, dass sich die Beziehung zu William tatsächlich verändert hat. 

"Wir gehen momentan definitiv auf unterschiedlichen Wegen, aber ich werde immer für ihn da sein, da ich weiß, dass er immer für mich da sein wird (...) Wir sehen uns nicht mehr so ​​oft wie früher, weil wir so beschäftigt sind, aber ich liebe ihn sehr."

Dass William und Harry, die durch den frühen Tod ihrer Mutter untrennbar miteinander verbunden schienen und als größte Sympathieträger der Königsfamilie deren Überleben sichern sollen, sich fremd geworden sind - ein empfindlicher Riss in der glänzenden Oberfläche der Monarchie.

4. Herzogin Meghan über ihr Leben im Rampenlicht

"Duchess Difficult" und "Hurrican Meghan" sind zwei der wenig schmeichelhaften Spitznamen, mit denen die britische Presse Herzogin Meghan bedacht hat. Sie habe ihren eigenen Kopf und bringe die perfekt eingespielte Maschinerie "Der Firma", wie sich die Königsfamilie selbst scherzhaft nennt, durcheinander, heißt es. Auch während ihrer Schwangerschaft und nach der Geburt von Archie Mountbatten-Windsor im Mai 2019 verstummte die Kritik nicht. Auf die Frage von Journalist Tom Bradby, welche Auswirkungen der mediale Druck auf ihre psychische Gesundheit habe, sagt Meghan in der Doku: 

"Jede Frau ... besonders wenn sie schwanger ist ... ist wirklich verletzlich. Das war eine große Herausforderung. Und wenn Sie ein Neugeborenes haben ... Besonders als Frau ist es [die Schlagzeilen, das Leben mit Baby] wirklich viel."

Bradbury hakt nach: Wäre es fair zu sagen, dass es Meghan nicht gut gehe und sie mit ihrer aktuellen Situation kämpfe? "Ja", gibt die die Herzogin den Tränen nahe zu und ergänzt: "Und danke, dass Sie gefragt haben, denn nicht viele Leute haben gefragt, ob ich in Ordnung bin. Aber es ist eine sehr reale Sache, durch die man hinter den Kulissen geht." Denn wie, so fragt Meghan, könne sie auch "okay sein", wenn die britische Presse fortwährend Unwahrheiten über sie verbreiten würde?

5. Herzogin Meghan hat Probleme mit der britischen Mentalität

Nicht nur die Art und Weise, wie sie von der Presse behandelt wird, bereitet Meghan eine "äußert schwierige Zeit". Sondern auch der Umstand, die Kritik an ihr abprallen lassen zu müssen und nicht öffentlich für sich eintreten zu können. Emotionen wie Trauer, Ärger oder Enttäuschung in der Öffentlichkeit zu zeigen, ist in der Königsfamilie um Queen Elizabeth, 93, nicht vorgesehen.

"Ich habe wirklich versucht, diese britische Sensibilität einer 'stiff upper lip' anzunehmen", berichtet Meghan in der TV-Dokumentation. "Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht. Aber ich denke, was das innerlich macht, ist wahrscheinlich wirklich schädlich". 

Der Ausdruck  "kepp a stiff upper lip" (auf Deutsch: "eine Steife Oberlippe behalten") ist eine Art Redewendung und beschreibt das den Briten weitläufig nachgesagte Charaktermerkmal, entschlossen und emotionslos zu bleiben, wenn sie mit Widrigkeiten konfrontiert werden. 

Was für Queen Elizabeth und ihre Familie zur Tagesordnung gehört, ist für Meghan eine Herausforderung. Als Kind eines Lichtregisseurs und einer Angestellten in den USA hat sie sich bis nach Hollywood hochgearbeitet - wo es selbstverständlich ist, seine Meinung und seine Botschaft über Social Media, PR-Agenten oder Interviews zu verbreiten. Meghan gilt als eigenständige und selbstbewusst Frau, die genau weiß, was sie will. Eigenschaften, die in der bürgerlichen Welt wertgeschätzt werden - und die prädestiniert sind, mit dem Protokoll und den Gepflogenheiten des Palastes zu kollidieren. 

6. Herzogin Meghan: Warnung vor der Hochzeit mit Harry

Harry und Meghan lernten sich im Sommer 2016 über eine gemeinsame Freundin (oder einen gemeinsamen Freund, darüber ist sich die britische Presse sich nicht einig) bei einem Blind Date in London kennen. Über die Begegnung sagt Meghan im Gespräch mit Tom Bradby: 

"Als ich meinen jetzigen Ehemann zum ersten Mal traf, waren meine Freunde wirklich glücklich, weil ich so glücklich war. Aber meine britischen Freunde sagten zu mir: 'Ich bin sicher, er ist großartig. Aber du solltest es nicht tun, weil die britischen Boulevardzeitungen dein Leben zerstören werden."

Weiter erzählt Meghan, sie habe ihren Freunden "sehr naiv" geantwortet: "Wovon redet ihr? Das ergibt keinen Sinn. Ich bin nicht in den Boulevardzeitungen." Sie gibt zu, die Situation unterschätzt zu haben: "Es ist schwer. Ich glaube nicht, dass irgendjemand das verstehen kann, aber fairerweise hatte ich keine Ahnung, was wahrscheinlich schwer zu verstehen ist ..."

7. Herzogin Meghan ist unglücklich

Mit Prinz Harry und Archie Mountbatten-Windsor hat Meghan Markle das Glück ihres Lebens gefunden. Doch die ständige Beobachtung der Medien und die ständige Kritik an ihrer Person gefährden dieses Glück, wie Meghan im Interview mit Tom Bradby gesteht.

"Ich sagte lange zu H - wie ich [Harry] nenne - es nicht genug, etwas einfach nur zu überleben, oder? Das ist nicht der Sinn des Lebens. Man muss gedeihen, man muss sich glücklich fühlen."

Was die Zukunft bringe, wisse sie nicht, sagt Meghan. Sie nehme jeden Tag so, wie er komme.

Laut britischen Medienberichten planen Harry und Meghan, ab November für sechs Wochen in die USA zu gehen und dem Druck zuhause zu entfliehen. Ein Glück auf Zeit. Auf Dauer könnte wohl nur eine moderatere Berichterstattung in Großbritannien dafür sorgen, dass sich das Paar wieder "glücklich fühlen" kann. Dass die Chancen dafür schlecht stehen, weiß man spätestens seit Prinzessin Diana: Selbst ihr Tod und die daraus resultierende Debatte um die Skrupellosigkeit der Medien kann ihre Söhne und deren Familien heute nicht vor dem Eindringen der Presse in ihre Privatsphäre schützen. 

Zum GALA-Artikel hier entlang.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Gala.de erschienen. 


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