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Manuel Cortez + Co. Promis verraten, warum es so wichtig ist, über psychische Probleme zu sprechen

Manuel Cortez
Manuel Cortez
© VISTAPRESS / imago images
In der GALA-Interviewreihe "Mental Health Matters" sprechen prominente Personen über ihre psychischen Erkrankungen. Was sie durch ihren Schritt in die Öffentlichkeit gelernt und mitgenommen haben, verraten ein paar von ihnen hier.

Manuel Cortez und Annett Möller über ihre Angststörungen

Manuel Cortez: "Über meine echten Ängste zu sprechen war das Wichtigste überhaupt. Wer sich öffnet und kommuniziert, bereitet den ersten Schritt zur Heilung. Denn das offene Aussprechen von Problemen, Emotionen, und Ängsten, ist der erste Schritt zur Akzeptanz. Wer nach Hilfe fragen kann kann diese auch annehmen."

Annett Möller: "Über meine damaligen Panikattacken in einem Buch zu schreiben, war wie ein zusätzlicher Befreiungsschlag.

Ich muss mich nicht mehr erklären, warum, wieso, weshalb ich welche Entscheidungen in meinem Leben getroffen habe und konnte viele Menschen schon mit meiner Geschichte und dem Selbsthilfeteil unterstützen.

Ich gehe dadurch heute mit einer großen Leichtigkeit wieder vor die Kamera und liebe es."

Annett Möller
Annett Möller
© instagram.com/annett.moeller

Peer Kusmagk über seine Alkoholsucht

"Der ehrliche und transparente Umgang mit meiner Erkrankung, zunächst im privaten Umfeld und später in der Öffentlichkeit hat es mir erst ermöglicht, meinem Leben eine neue Richtung zu geben.

Ich glaube, dass man bei Abhängigkeiten – egal in welcher Form – die Tür dahin zurück festzumachen muss. Die Psyche muss neues Verhalten und Gewohnheiten lernen und die alten, toxischen Muster zurücklassen. Das Teilen der Problematik und die daraus resultierenden Reaktionen haben es mir leicht gemacht zu erkennen, wer mich auf diesem Weg in ein unabhängiges Leben begleitet und wer hinter dieser Tür zurückbleibt.

Auch diese oft sehr schmerzhafte Erfahrung gehört zu dem Weg aus einer Sucht.
Peer Kusmagk mit seiner Ehefrau Janni Kusmagk
Peer Kusmagk mit seiner Ehefrau Janni Kusmagk
© instagram.com/peerkusmagk

Aber um selbst zu heilen, muss man sich manchmal von Menschen aus seinem Umfeld trennen oder zumindest für eine Zeit lang Abstand gewinnen, bis die neuen Gewohnheiten genug Stabilität geben."

Joelina Drews über ihre Magersucht

"Für mich war es der Ausweg aus meiner Essstörung offen darüber zu reden, weil mir dadurch selbst nach und nach klarer wurde, was ich mir da antue und wie sinnlos das Ganze eigentlich ist.
Auch habe ich diese Phase in meinen Songtexten verarbeitet, was für mich sowieso immer ein Verarbeiten meiner Emotionen und Erlebnisse bedeutet. Ich wusste vieles in dieser Zeit nicht mehr zu schätzen und habe alles auf mein Äußeres reduziert und ich denke, der Austausch mit anderen hat mich erkennen lassen, wie groß eigentlich die kleinen Dinge im Leben sind und dass eine gesunde Psyche essenziell ist, um glücklich zu sein."

Joelina Drews
Joelina Drews
© VISTAPRESS / imago images

Nova Meierhenrich über Co-Depression und Suizid ihres Vaters

Um seelische Erkrankungen zu enttabuisieren ist es wichtig, über sie zu reden. Denn nur wenn es nicht mehr mit Angst verbunden ist, sich zu öffnen und offen zugeben zu können 'Ich brauche Hilfe', werden Betroffene sich mitteilen und Hilfe holen.
Nova Meierhenrich
Nova Meierhenrich
© Future Image / imago images

Ich wollte mit meinem Buch 'Wenn Liebe nicht reicht' helfen, die Krankheit greifbarer zu machen und vielleicht auch etwas verständlicher, gerade für Angehörige und Außenstehende. Und hoffentlich damit helfen, das Tabu von diesem Thema zu nehmen."

Brigitte

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