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Peter Gaymann Cartoonist hört bei Brigitte auf

Peter Gaymann: Peter Gaymann
© Michael Schick / imago images
Peter Gaymann war 30 Jahre lang der Schöpfer der "Paar Probleme". Jetzt hört er auf.
von Meike Schnitzler

Ungefähr 780 Cartoons von Peter Gaymann sind seit 1990 in BRIGITTE erschienen. Aber was sind in diesem Fall schon Zahlen, es geht um einen ganzen Lebensabschnitt. Als Peter Gaymann anfing, für uns zu zeichnen, wohnte er mit Frau und kleinen Kindern noch in Rom. Damals gab es noch keine Mails, keine Datenübertragung – die Entwürfe kamen ganz einfach per Post. Und fast wäre nichts aus der Zusammenarbeit geworden. Wenn nicht ein extra beauftragter junger Mann mit einer Mappe voller Zeichnungen in Hamburg angerückt wäre, und die damalige Chefredakteurin Anne Volk entschieden hätte: Das machen wir!

Das Ende einer langen Beziehung

Im ersten Jahr ging es noch um kulinarische Themen, ab 1991 wurden es die "Paar Probleme". Ein unerschöpfliches Thema, spiegelte sich doch auch die Lebenswelt von Gaymann selbst in seinen liebevollen Cartoons wider: junge Familie, Scheidung, Patchwork-Familie, älteres Ehepaar. Wer sich in seinen Bildern wiedererkennt, reißt sie gern aus und pinnt sie an die Kühlschranktür. Als Peter Gaymann einmal in Köln eine Wohnung suchte, sah er in einigen Küchen seine Werke. Wobei seine Fans mehr auf der weiblichen Seite zu finden sind, einige Männer in seinem Umfeld klagten: "Ich bekomme hin und wieder Anrufe: Wir Männer kommen immer als Typen rüber, die nur die Zeitung lesen und nichts kapieren." Selbstironie sei das Schlüsselwort, erklärt Gaymann dann.

Jetzt trennen sich die Wege von BRIGITTE und Peter Gaymann, der in diesem Sommer 70 geworden ist. Neue Projekte und Ideen hat der Zeichner genug, im Juni erschien zum Beispiel sein jüngstes Buch "Typisch Corona", in dem er sich mit gewohnt leichter Feder mit dem derzeitigen täglichen Wahnsinn auseinandersetzt.

Es ist, wie er selbst in seinem letzten Cartoon auf Seite 171 sagt, das Ende einer langen Beziehung. Mit den üblichen Höhen und Tiefen. Denn auch BRIGITTE und ihr Cartoonist waren nicht immer eins. "Ich könnte ein Buch machen mit den ganzen Entwürfen, die abgelehnt wurden", scherzt Gaymann. Manchmal hätten er und sein Team in seinem Studio Wetten darüber abgeschlossen, welche Cartoons wie ankämen. Meistens lag er falsch. Wäre ja auch zu einfach gewesen. Auf Wiedersehen, lieber Peter!

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BRIGITTE 21/2020

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