Pink überlässt Zwölfjähriger die Bühne – und lebt uns damit etwas Wichtiges vor

Bei einem Konzert in Kanada überließ Sängerin Pink einem zwölfjährigen Mädchen das Rampenlicht. Die begeisterte das Publikum – und wir können daraus alle etwas lernen.

Schöner, reicher, mächtiger, mehr Follower! In unserer Gesellschaft geht es gefühlt ständig darum, andere zu übertrumpfen und auszustechen. Bei RTL liefern sich Frauen Bitch Fights, um den Bachelor zu erobern. Im Job steigt derjenige auf, der sich am besten darstellt. Und wer bei Instagram die meisten Follower hat, kassiert auch die dickste Kohle. 

Gerade Aufmerksamkeit scheint in unserer Welt ein Wert geworden zu sein, für den wir alle irgendwie (gegeneinander) kämpfen sollen – jedenfalls gelten oft diejenigen als erfolgreich, die besonders viel davon kriegen.

Pink schwimmt gegen den Strom

Dass man sich aber auch für ganz andere Werte einsetzen kann, hat uns jetzt Sängerin Pink mal wieder gezeigt: Bei ihrem Konzert in Vancouver überließ sie einer Zwölfjährigen die Bühne und ließ sie vor einem Riesenpublikum singen. Einige Tage vor dem Konzert hatte die zwölfjährige Victoria die Sängerin in einem Tweet darum gebeten, auf dem Konzert singen zu dürfen, und sogar eine Kostprobe von ihrem Gesang gepostet, um zu beweisen, dass sie es drauf hat.

Hi Pink, bitte lass mich am 12. Mai in Vancouver mit dir auf der Bühne singen, ich bin bereit! Victoria (12) 

Die Sängerin ging dann sogar noch weiter: Statt mit ihr zusammen zu singen, überließ sie ihrem Fan das Rampenlicht komplett. Und als das Mädchen mit ihrem Auftritt fertig war, sagte die zu Tränen gerührte Pink: "Ich werde dieses Lied jetzt nicht singen" – nach dem Motto: Mit der Performance kann ich nicht mithalten. 

Was uns Pink mit diesem Auftritt zeigt

Klar kann man jetzt sagen, Pink ist ja schon ein Star und vergibt sich nichts, wenn sie auch mal anderen eine Chance gibt. Aber darum geht es eben nicht. Es geht nämlich überhaupt nicht um Pink, sondern um das, was sie uns hier vorgelebt hat: Man kann sich auch mal zurücknehmen und anderen den Vortritt lassen. Und: Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, kommt etwas Gutes dabei heraus!     

Denn bei allem Konkurrenzkampf und Buhlen um Follower sollten wir eines nie vergessen: Das ultimative Erfolgsrezept der Menschen heißt Zusammenhalt! Wir könnten ja zum Beispiel gar nicht so detailliert und abstrakt kommunizieren, wenn wir uns nie auf Regeln geeinigt hätten, die unsere Sprache organisieren. Und wenn wir das nicht könnten, würden wir heute sicher nicht in beheizten Häusern leben, uns mit der Freundin beim Lieblingsitaliener treffen oder sonntags mal spontan Stand-up-Paddeln gehen. 

Außerdem erfinden Wissenschaftler ja nicht grundlos immer nur in Teams irgendwelche bahnbrechenden Dinge und für das Problem der sexuellen Unterdrückung wäre ohne die Gemeinschaftsbewegung #Metoo heute auch niemand sensibilisiert. 

Und mal ehrlich: Genießen wir es nicht alle mehr, nebeneinander abzutanzen, als gegeneinander zu boxen? Dann könnten wir ja eigentlich auch so leben... 

"Mama, ich bin hässlich" - Wie Pink auf diese Worte ihrer Tochter reagiert, rührt zutiefst!

 


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