Prinz Charles: Will er das britische Königshaus verkleinern?

Schwedens König Carl Gustaf überrascht mit der Entscheidung, sein Königshaus zu verkleinern. Fünf seiner sieben Enkel erkennt er damit den Prädikatstitel Königliche Hoheit ab. Auch Prinz Charles soll mit dem Gedanken spielen, die Anzahl der Repräsentanten der britischen Krone zu begrenzen.

Prinz Charles, 70, könnte das britische Königshaus nach dem Tod von Queen Elizabeth, 93, neu aufstellen, behaupten Royal-Kenner im britischen Fernsehen.

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Prinz Charles' Pläne für die Zukunft der Royals

In der Channel-5-Dokumentation "Royal Family at War", die im April 2019 ausgestrahlt wurde, behauptet Ingrid Seward, Chefredakteurin des Magazins "Majesty" und Biographin der Queen, Charles wolle "die Öffentlichkeit auf den Kern der königlichen Familie lenken". Dies bedeutet ihrer Meinung nach, dass unter anderem für Prinz Andrew und seine Töchter Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie keinen Platz mehr ist. "Ich denke, Prinz Charles hat das Gefühl, dass es zu viele von ihnen [Royals] gibt “, ergänzt Seward. "Es gibt zu viele Nutznießer, wenn Sie möchten."

Royal-Kommentatorin Victoria Arbiter, deren Vater Dickie Arbiter von 1998 bis 2000 als Pressesprecher der Royals fungierte, sieht es ähnlich wie Seward. "Ich denke, Charles braucht eine abgespeckte Monarchie, um für künftige Generationen relevant zu bleiben. Weil die Menschen frustriert sind von den sogenannten "Strap-Hangers" - denjenigen Leuten, die von der Monarchie finanziert werden, aber nicht genug für sie tun."

Wer gehört eigentlich zum britischen Königshaus?

Im Vereinigten Königreich gibt es keine strikte Regel, die besagt, wer zum Königshaus gehört und wer nicht. Nimmt man in einem engeren Sinne an, dass seine Mitglieder diejenigen Personen sind, die das Prädikat Königliche Hoheit tragen, so legte König George V., der Großvater von Queen Elizabeth, 1917 mit der Gründung des Hauses Windsor die Ordnung für das heutige Königshaus fest. 

Er verfügte, dass "die Kinder eines Souveräns des Vereinigten Königreichs und die Kinder der Söhne eines solchen Souveräns und der älteste lebende Sohn des ältesten Sohns des Prinzen von Wales zu jeder Zeit den Titel halten und sich daran erfreuen". 2012 verfügte die Queen außerdem, dass alle Kinder des ältesten Sohnes des Prinzen von Wales, also alle Kinder von Prinz William, Königliche Hoheiten ("Royal Highness") sind. Insgesamt gibt es derzeit im britischen Königshaus 23 Träger des Titels.

Für die Generation des aktuell amtierenden Souveräns, Queen Elizabeth, bedeutet das: Königliche Hoheiten sind alle vier Kinder der Queen (Charles, Anne, Andrew, Edward) sowie die Kinder von Charles und Andrew (Prinz Harry, Prinz William, Prinzessin Eugenie und Prinzessin Beatrice) sowie alle Enkel von Charles (George, Charlotte, Louis). Außerdem tragen die Cousins und die Cousine der Queen mitsamt Ehepartnern das Prädikat Königliche Hoheit.

Die Kinder von Prinz Edward sind keine Königlichen Hoheiten, weil Edward darauf verzichtete. Gleiches gilt für Archie Mountbatten-Windsor, den Sohn von Prinz Harry und Herzogin Meghan.

Diese Royals repräsentieren aktiv

Nicht jeder der Königlichen Hoheiten ist gleichzeitig aktiv für das Königshaus tätig. Aktuell weißt der "Court Circular", der auf der Website des britischen Königshauses öffentlich einsehbare Terminkalender der Royals, 18 Aufgabenträger aus. Dabei handelt es sich um:

  • Die Queen
  • Prinz Charles und Herzogin Camilla (Sohn und Schwiegertochter der Queen)
  • Prinz William und Herzogin Catherine (Enkel der Queen und seine Frau)
  • Prinz Harry und Herzogin Meghan (Enkel der Queen und seine Frau)
  • Prinz Andrew (Sohn der Queen)
  • Prinz Edward und Gräfin Sophie von Wessex (Sohn und Schwiegertochter der Queen)
  • Prinzessin Anne (Tochter der Queen)
  • Der Herzog und die Herzogin von Gloucester (Cousin der Queen und seine Frau)
  • Der Herzog und die Herzogin von Kent (Cousin der Queen und seine Frau)
  • Prinzessin Alexandra (Cousine der Queen)
  • Prinz und Prinzessin Michael von Kent (Cousin der Queen und seine Frau)

Zum Träger des Titels Königliche Hoheit zählen außerdem noch Prinz George, Prinzessin Charlotte, Prinz Louis, Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie. Die Kinder von William und Kate sind noch zu jung, um zu repräsentieren. Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie gehen zivilen Berufen nach und müssen keine Aufgaben im Namen ihrer Großmutter wahrnehmen.Auf Twitter merkt Royal-Reporter Richard Palmer (schreibt für "Daily Express") an, dass keine andere Monarchie in Europa so viele offizielle Repräsentanten hat wie das Vereinigte Königreich. Seine Kommentatoren-Kollegin Marlene Koenig gibt daraufhin einen interessanten Hinweis: "Die anderen Länder sind nicht so groß wie Großbritannien (...). Kein Commonwealth, keine wirkliche internationale Berichterstattung (leider). Eine kleinere königliche Familie würde funktionieren, wenn das Vereinigte Königreich sich trennen würde und nur England und Wales übrig blieben."

Eine Frage des Geldes

Immer wieder ist die Finanzierung der Royals aus Steuergeldern ein Thema in den britischen Medien. Mit dem sogenannten Sovereign Grant werden die offiziellen Pflichten der Königin und anderer Mitglieder der Royals finanziert. Dazu gehört zum Beispiel der Erhalt der königlichen Paläste, das Gehalt von Mitarbeitern, Kosten für Reisen und Termine. 92 Millionen sind für das Haushaltsjahr 2019/2020 vorgesehen. Je weniger Mitglieder das Königshaus hat, umso kleiner würde auch der Sovereign Grant ausfallen. Möglicherweise auch ein Kriterium für die Überlegung von Prinz Charles.  

Am 7. Oktober 2019 hatte König Carl Gustaf bekannt gegeben, fünf seiner sieben Enkel aus dem Königshaus auszuschließen und damit die Anzahl der Repräsentanten der Krone zu vergleichen.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Gala.de erschienen. 

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