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Prinz Harry: Er fürchtete, dass Williams Kinder ihn übertrumpfen

Prinz Harry: Er fürchtete, dass Williams Kinder ihn übertrumpfen
© WPA Pool / Getty Images
Prinz Harry weiß seit vielen Jahren, dass eines Tages nicht er, sondern Prinz William und seine Kinder die Geschicke der Monarchie in ihren Händen halten werden. Dazu äußerte sich Harry 2017 sogar in einem Interview. Nach dem Megxit gewinnen die Worte an Bedeutung.

Die britische Journalistin Angela Levin hat Prinz Harry, 35, für ihr Buch "Harry - Gespräche mit einem Prinzen" in den Jahren 2016 und 2017 auf Termine begleitet und einmal sogar persönlich im Kensington Palast gesprochen. Dabei scheute sie sich nicht, dem Royal tiefgründige Fragen nach seiner verstorbenen Mutter oder seiner mentalen Gesundheit zu stellen. Auf Levin machte Harry er dabei einen rastlosen Eindruck, wie sie später in ihrem Buch anmerkte.  

Prinz Harry sprach über Prinz George und Prinzessin Charlotte

"Er ist in Eile, sich einen Namen zu machen, und scheint auch das Leben als ein Rennen zu betrachten", notierte die Journalistin in ihrem Buch. Zum Zeitpunkt des Gespräches, im Frühling 2017, war Harry 32 Jahre alt, Platz fünf der Thronfolge und seit einigen Monaten mit US-Schauspielerin Meghan Markle, damals 35, liiert. Sein älterer Bruder Prinz William, 34, hatte bereits geheiratet und mit Herzogin Catherine, 35, eine Familie gegründet. Im Juli 2013 war Prinz George geboren worden, im Mai 2015 Prinzessin Charlotte. Das sich dadurch das Gefüge in der Monarchie ändern würde, wusste Harry.

Angela Levin schrieb in ihrem Buch über das Interview mit Harry: "Er erklärte: 'Ich möchte einfach etwas aus meinem Leben machen. Ich fühle jetzt, dass es nur ein kleines [Zeit]Fenster gibt, in dem Menschen an mir interessiert sind - bevor George und Charlotte das Ruder übernehmen - und ich muss das Beste daraus machen.'"

Noch ist das Fenster weit geöffnet und die Sorge Harrys, in den Schatten gestellt zu werden, unbegründet: George, Charlotte und ihr 2018 geborener Bruder Prinz Louis sind noch zu jung, um ihre royalen Pflichten zu erfüllen. Und: Seit Monaten sind es Harry und Herzogin Meghan, 38, die Schlagzeilen dominieren wie kein anderer Royal.

Und dennoch: Laut "Daily Mail" soll ein Foto, das der Palast im Dezember 2019 von Queen Elizabeth, 93, und ihren Erben Prinz Charles, 71, Prinz William, 37, und Prinz George, sechs, veröffentlichte, für Harry "einer der Auslöser" für den Megxit gewesen sein. 

Das Problem der Nummer zwei

Hof-Berichterstatter sind sich seit Generationen einig: Es ist für die jüngeren Geschwister der amtierenden oder künftigen Könige und Königinnen nicht leicht, ihre Rolle zu finden. Man nennt sie in Großbritannien nonchalant "Spare", zu Deutsch: "Ersatz". Während Thronfolger mit der Gewissheit aufwachsen, dass sie ihr gesamtes Leben in den Dienst der britischen Krone stellen, und sukzessive lernen, wie sie diese bedeutende Rolle auszufüllen haben, ist die Position des Zweitgeborenen weniger definiert. 

Der Spagat zwischen der Pflicht, als Mitglied der Königsfamilie seinen Beitrag zu leisten, und dem Wunsch, dennoch ein ungezwungeneres Leben führen zu können als die Nummer eins - er ist kein leichter. Vor allem in jungen Jahren, wenn das ältere Geschwisterteil noch keine Nachkommen hat. Was, wenn etwas Unvorhergesehenes geschieht und man plötzlich zum Thronerben aufsteigt?

Prinz Harry will kein König werden

Zur "K"-Frage gab Harry im Juni 2017 in einem Interview - das ebenfalls Angela Levin führte, diesmal für das Magazin "Newsweek" - eine klare Antwort: "Gibt es jemanden aus der königlichen Familie, der König oder Königin sein möchte? Ich glaube nicht, aber wir werden unsere Aufgaben zum richtigen Zeitpunkt erfüllen." 

Heute, fast drei Jahre später, weiß man: Harry wird seine Aufgabe - was auch immer er darunter versteht - außerhalb des Königshauses erfüllen. Seit 1. April 2020 ist er kein Senior-Mitglied der königlichen Familie mehr. 

Verwendete Quelle: "Harry - Gespräche mit einem Prinzen" von Angela Levin, newsweek.com

Dieser Artikel ist ursprünglich auf Gala.de erschienen.


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