Scarlett Johansson: Endlich ohne Superkräfte

Scarlett Johansson hat die Comic-Blockbuster hinter sich gelassen und dreht wieder ohne Lederanzug

Natürlich ist es ein wenig traurig, dass Scarlett Johansson erst sterben musste, bevor man merken konnte, wie sehr sie einem gefehlt hat. Aber erstens war es ein strahlender Heldinnen-Tod, und zweitens war sie selber wohl auch ganz froh darüber. Im letzten Jahrzehnt hat Johansson nämlich nicht nur zwei Ehen durchlaufen und eine Tochter zur Welt gebracht; vor allem hat sie vorwiegend im Leder-Catsuit ihres (nun mausetoten) Superheldinnen-Alter-Egos Black Widow gesteckt – die Frau in der "Avengers"-Truppe um Iron Man und Thor. In der US-Talkshow "Ellen" musste sie zugeben, selbst den Überblick verloren zu haben, in wie vielen Teilfilmen des Marvel-Universums sie nun mitgespielt hat – sechs? Sieben? (Es sind acht.)

Endlich gibt es neue Filme mit ihr

Für alle Kinogänger*innen, die mit Comic-Blockbustern nichts anfangen können, fühlt es sich also wie ein echtes Comeback an, dass die New Yorkerin nun zurück ist im superkräftefreien Filmgeschäft. Und auch gleich wieder in den Golden-Globe-Preisrängen: als um ihre eigenen Wünsche ringende Ehefrau in "Marriage Story" (auf Netflix) und als Mutter eines Hitlerjungen in der Nazi-Satire "Jojo Rabbit" (Filmstart 23. Januar). Letztendlich ist es nämlich eher grausam, die wandlungsfähige 35-Jährige, die nun schon seit 27 (!) Jahren Filme dreht, auf eine einzige Figur festzulegen. Denn Scarlett, von ihren Eltern nach der willensstarken Scarlett aus "Vom Winde verweht" benannt, wollte von klein an immer alles spielen: Menschen, Außerirdische, künstliche Intelligenzen, "selbst einen Baum".

Scarlett Johansson

Sie sagt, was sie denkt!

Auch wenn sie sich dafür Ärger einhandelt: Zum Beispiel als sie in die Rolle eines Transmannes schlüpfen wollte, in einer Zeit, in der Transgender-Schauspieler*innen um jeden Auftritt ringen (sie zog zurück). Oder als sie sich im Zuge der Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen weigerte, sich von ihrer gemeinsamen Arbeit zu distanzieren. Sie ist ausgesprochen politisch, kämpft für Feminismus und Diversität – aber Kunst und politische Korrektheit gehen bei ihr oft nicht zusammen. Sie ist aber auch keine, die sich aus Angst vor Imageschäden zurückhält. "Der Grund, warum ich meine Meinung sage, ist immer, um einen Dialog zu beginnen", sagt sie. Diese Kunst verlernt die Welt ja zunehmend. Auch deshalb: Herzlich willkommen zurück, Scarlett.

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BRIGITTE 03/2020

Wer hier schreibt:

Andrea Benda
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