Selma Blairs traurige Beichte: "Man macht Pläne für seinen Tod"

Selma Blair leidet seit etwa einem Jahr an Multipler Sklerose. Jetzt spricht sie darüber, wie sie sich während ihrer Chemotherapie gefühlt hat und dass sie sich bereits mit ihrem eigenen Tod auseinandersetzen musste. 

Die amerikanische Schauspielerin Selma Blair, 47, ist bekannt dafür, offen über ihre Krankheit zu sprechen. Sie leidet an Multipler Sklerose, einer chronisch entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems. Gehirn und Rückenmark können betroffen sein. Wie schlimm es tatsächlich um den "Eiskalte Engel"-Star stand und wie intensiv sie sich bereits mit ihrem eigenen Tod auseinandersetzen musste, hat sie jetzt in einem Interview preisgegeben. 

Selma Blair ging es immer schlechter

Ihre Diagnose macht die damals 46-Jährige im Oktober 2018 öffentlich. Seitdem lässt sie ihre Fans vor allem auf Instagram an dieser schwierigen Zeit teilhaben. Beim "Time 100 Health Summit" in New York, einem Gesundheitsgipfel mit verschiedenen prominenten Gästen, spricht sie jetzt vor allem über ihre Chemotherapie. Sie erinnert sich an den Punkt, an dem sie ihren Schmerz und die körperlichen Einschränkungen nicht mehr ertragen konnte. Alle Therapien hätten bei ihr nicht angeschlagen: "Mir ging es immer schneller schlechter, das konnte ich so nicht einfach akzeptieren", erzählt sie in einer Talk-Runde während des Gipfels. 

"Ich wusste, dass ich keine andere Option mehr hatte"

Also habe sie sich auf die Suche nach anderen Optionen gemacht und sei auf die Stammzellentransplantation gestoßen. Diese sollte ihr helfen, ihr Immunsystem zu erneuern und wieder anzutreiben - doch Selma Blair hatte Zweifel. "Ich hatte keinerlei Absichten das zu tun, ich wollte meinen Körper oder besser gesagt das, was davon übrig war, nicht ruinieren. Warum sollte ich meinem Körper diese schreckliche Droge, die Chemotherapie, zumuten? Ich habe doch keinen Krebs. Aber ich wusste, dass ich keine anderen Optionen mehr hatte." Vor der eigentlichen Transplantation habe sie eine sehr kleine Dosis der Chemotherapie erhalten und sich direkt besser gefühlt. Das habe sie angetrieben, weiter zu machen.

Der eigene Tod plötzlich ganz nah

Mit der Entscheidung, die Chemotherapie fortzuführen, musste Selma Blair sich aber auch mit den Risiken der Therapie auseinandersetzen. "Man fängt an, Pläne für seinen Tod zu machen", erzählt die Schauspielerin. "Ich habe meinem Sohn erzählt, dass ich mir Gedanken in diese Richtung mache und er sagte, dass er will, dass ich eingeäschert werde." Nicht nur für sie, auch für ihre Familie eine schlimme und sehr emotionale Zeit. Die 47-Jährige schildert weiter, ihre Chemo sei stärker als jene für Krebspatienten gewesen. "Erst die Stammzellenspende macht es möglich, diese Menge an Chemo zu überleben. Die Chemotherapie kann MS heilen, wenn sie erfolgreich ist."

Mittlerweile sei sie zwar noch nicht über den Berg, alles in allem sei die Therapie aber gut verlaufen. Auch die noch nicht komplett nachgewachsenen Haare, würden sie nicht stören, so Selma Blair: "Das ist das kleinste Problem. Mich haben der Haarausfall oder irgendwelche anderen äußerlichen Veränderungen nie gestört. Mein großer Traum war es einfach, nachts neben meinem Sohn liegen zu können - und solange es geht für ihn da zu sein." 

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Dieser Artikel ist ursprünglich auf Gala.de erschienen. 

Nina Blumenrath

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