Tagesschau-Panne: Jan Hofer protzt im TV mit Bitcoin-Vermögen

Au weia – diese Panne hätte ja nicht sein müssen. Nach einer Tagesschau-Sendung waren im TV-Studio die Mikrofone länger an als geplant. So konnten die Zuschauer live die Protzerei der Moderatoren verfolgen.

Was ist passiert?

Diese Szene kennen wir alle von Nachrichtensendungen: Am Ende schwenkt die Kamera um, das Licht im Studio geht aus und wir sehen, wie sich die Moderatoren noch ein bisschen unterhalten. Doch bei dieser Tagesschau-Ausgabe um 15 Uhr auf dem Kanal Tagesschau24 blieben die Mikrofone an – und die Zuschauer konnten einen absurden Smalltalk der Moderatoren Jan Hofer und Claus-Erich Boetzkes verfolgen.

Boetzkes: "Hast du eigentlich bei deinem Auto die Achsen verstärken lassen?"
Hofer: "Achsen? Warum?"
Boetzkes: "Damit du die Honorare fahren kannst, ohne dass das Ding wegknickt."
Hofer: "Das mache ich doch heute alles nur noch in Bitcoins!"

Im Verlauf des Gesprächs sagt Boetzkes schließlich, dass er "immer noch die Kisten ins Auto" schleppen müsste, woraufhin Hofer erzählt, er habe kürzlich eine Neubewertung seiner Immobilien bekommen und die seien mittlerweile teilweise das Dreifache wert. "Warum arbeitest du hier überhaupt noch, Alter?", fragt Boetzkes. Hofer: "Ja, weiß ich auch nicht …"

War das alles ernst gemeint?

Wir können davon ausgehen, dass das Gespräch ein Spaß unter Kollegen war. Mittlerweile hat sich Jan Hofer selber auf Twitter geäußert und gesagt, dass er gar keine Bitcoins besitze und es nur eine "Frotzelei" war. Allerdings steckt wohl in jedem Spaß auch ein ernster Kern – und allein das Thema, das die beiden Moderatoren für ihren Smalltalk gewählt haben, spricht Bände.

Dass sich der Wert seiner Immobilien vermehrt hat, hat Hofer in seinem Tweet nicht bestritten. Allerdings: Was ist daran verwerflich, wenn ein Tagesschau-Sprecher vorsorgt und privat Vermögen aufbaut?

Sind die Tagesschau-Sprecher wirklich so reich?

Im Netz hat die Mikro-Panne und die Prahlerei vor allem deswegen für eine Debatte gesorgt, weil manche User den angeblichen Reichtum von Hofer mit den Rundfunkgebühren in Verbindung bringen, die jeder Haushalt zahlen muss.

Doch bei näherer Betrachtung ist der vermeintliche Skandal gar nicht so groß. Schließlich geht die ARD offen damit um, wieviel Tagesschau-Sprecher für ihre Arbeit bekommen – und das sind bei Weitem keine unanständig hohen Beträge: Sprecher der 20-Uhr-Nachrichten bekommen als freie Mitarbeiter 250 Euro für ihren Einsatz, bei Nachmittags-Sendungen und kürzeren Ausgaben gibt's entsprechend weniger. In anderen Jobs Geld dazuzuverdienen, ist den Moderatoren freigestellt.

fm
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