Florence Kasumba über ihr Debüt als Tatort-Kommissarin

Die deutsche Schauspielerin Florence Kasumba ermittelt jetzt als Kommissarin im "Tatort". Als Kind spielte sie nur in US-Serien, um nicht aufzufallen.

Der Tatort bewegt sich in klitzekleinen Schritten in Richtung Vielfalt

Das Letzte, was man möchte, ist, die Hautfarbe der Schauspielerin Florence Kasumba besonders hervorzuheben. Und doch kommt diese in diesen Tagen meistens schon im ersten Satz vor, wenn man über das neue Fernseh-Engagement der 42-Jährigen spricht: Die in Uganda geborene und in Essen aufgewachsene Kasumba ermittelt als Anaïs Schmitz an der Seite von Maria Furtwängler im beliebten Niedersachsen-„Tatort“, als erste schwarze Kommissarin.

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Das ist toll, weil es natürlich naheliegen sollte, dass Massenfernsehen auch die Massen abbildet, und die sind in Deutschland halt nicht nur weiß und blond, und auch nicht alle heterosexuell.

Mit klitzekleinen Schritten bewegt sich der beliebteste Fernsehkrimi in Richtung Vielfalt, mit Ermittlern, die von türkischstämmigen Darstellern wie Sibel Kekilli, Fahri Yardim und Aylin Tezel gespielt werden oder wurden. Kommissarin Rubin (Meret Becker) in Berlin ist Jüdin, ihr Kollege Karow (Mark Waschke) bisexuell, Kommissarin Ritschard (Delia Mayer) in Luzern lesbisch. Und das Kölner Team hatte bis Anfang letzten Jahres mit Patrick Abozen schon mal einen dunkelhäutigen Assistenten. Kleine Schritte wie gesagt, aber immerhin.

Die charismatische Florence, die schon öfter in einzelnen "Tatort"-Folgen zu sehen war, zum Beispiel als Geflüchtete, wird dem Format jedenfalls guttun. Findet sie selbst auch: "Deutschland ist bunt, das möchte ich auch im TV sehen", sagt sie. Und dass sie als Kind auf US-Serien angewiesen war, um im Fernsehen Leute zu finden, die so aussahen wie sie. 

Florence Kasumba war schon im Blockbuster "Black Panther" zu sehen

Zum Schauspiel kam Florence Kasumba über eine Musical-Ausbildung nach dem Abi, sie kann Ballett, Stepptanz und singt Mezzosopran. Ein Jahr spielte sie in Essen die Hauptrolle in Elton Johns "Aida"-Musical.

Inzwischen ist sie auch international gefragt, sie war im Riesen-Kinoerfolg "Black Panther" zu sehen und spielt demnächst in der Disney-Verfilmung von "König der Löwen" eine Hyäne.

Von ihrem Einsatz im Tatort wünscht sich die Wahlberlinerin, dass der ein Türöffner sein möge: "Dann denken andere Filmschaffende vielleicht: Hey, so könnte man ja auch besetzen."

BRIGITTE 04/2019

Wer hier schreibt:

Stefanie Hentschel
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