VG-Wort Pixel

Taylor Swift litt unter Essstörungen

Taylor Swift: Foto von ihr
© Rich Fury / Getty Images
In ihrem neuen Dokumentarfilm zeigt sich US-Sängerin Taylor Swift so offen wie nie. Die 30-Jährige spricht erstmals über ihre Essstörung. 

Taylor Swift, 30, thematisiert ein Problem, das für viele Menschen nicht sofort ersichtlich ist. Groß und schlank nehmen ihre Fans sie wahr. Ein süßer Teenie, eine bildhübsche junge Frau. Zunächst niedlich, später unglaublich sexy. Dass die Sängerin ("Lover") jahrelang mit ihrem Essverhalten kämpft, passt nicht in das Bild des erfolgreichen, strahlenden "All American Girl", das wir alle kennen. 

"Ich wusste nicht, ob ich mich wohl fühlen würde, wenn ich über meine Körperwahrnehmung und die Dinge, die ich durchgemacht habe, spreche und wie ungesund das für mich war - meine Beziehung zum Essen und das über Jahre hinweg", erklärt sie gegenüber "Variety", bevor ihre "Netflix"-Doku "Miss Americana" erscheint.

Essstörungen betreffen vor allem Mädchen und Frauen  

Ihr Zögern hat seine gesellschaftliche Begründung. Allein in Deutschland zeigen ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren Symptome von Essstörungen. Davon sind deutlich mehr Mädchen und Frauen betroffen als Jungen und Männer, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung festgestellt. Von einem geringen Selbstwertgefühl bis hin zum übersteigerten Perfektionismus oder Kontrollzwang - die Gründe für krankhaftes Essverhalten sind vielfältig.

Taylor Swift: Kritische Fremdwahrnehmung löst Essstörung aus

Bei Taylor liegen die Ursachen offenbar im weitesten Sinne in ihrer Popularität und der damit verbundenen Öffentlichkeit begründet. "Ich erinnere mich, dass ich mit 18 Jahren das erste Mal auf dem Cover einer Zeitschrift war. Und die Überschrift lautete 'Mit 18 schwanger?'. Und das lag daran, dass ich etwas getragen hatte, durch das mein Bauch nicht flach aussah", erinnert sich die mehrfache Grammy-Preisträgerin. Sie habe den Titel als Strafe registriert.

"Meine Beziehung zum Essen war genau die gleiche Psychologie, die ich auf alles andere in meinem Leben angewendet habe: Wenn man mir den Kopf tätschelte, registrierte ich das als gut. Wenn ich bestraft wurde, habe ich das als schlecht eingestuft."

Die Folge: Sie ändert ihr Essverhalten, um ihr Gewicht zu kontrollieren. Besonders deutlich wird das im Jahr 2014, als sie auf ihre "1989"-Tour geht. "Ich dachte, man muss am Ende einer Show das Gefühl haben, ohnmächtig zu werden. Jetzt weiß ich: 'Nein, wenn du Essen zu dir nimmst, Energie hast, stärker wirst, kannst du all diese Shows machen und fühlst dich nicht (geschwächt)", so Taylor laut "Variety" in der TV-Dokumentation.

Sie habe während dieser sehr schwierigen Phase niemals darüber nachgedacht, dass etwas mit ihrer Figur nicht stimme. Bedenkenträgern erklärt sie zu diesem Zeitpunkt mit einer Selbstverständlichkeit: "Wovon redest du? Natürlich esse ich… ich trainiere viel." Heute sagt sie rückblickend: "Ich trainierte viel. Aber ich habe nicht gegessen."

Taylor fühlt sich wohl mit ihrem Körper

Inzwischen ist die Künstlerin im Reinen mit sich und ihrem Körper. Sie sei damit einverstanden, dass sie Größe 34 habe statt Size Zero, sagt sie.

Es scheint, der US-Star habe den Teufelskreis seiner Essstörung durchbrochen. Taylor Swifts Offenheit mit dem Thema signalisiert zumindest den starken Willen, auch in Zukunft gut mit ihrem Körper umzugehen.

Verwendete Quelle: Variety, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Dieser Artikel erschien zunächst auf gala.de


Mehr zum Thema