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Tom Wlaschiha: Als Niemand ganz groß rausgekommen

Tom Wlaschiha: Tom Wlaschiha

© Tristan Fewings / Getty Images
Schauspieler Tom Wlaschiha hat gerade eine Glückssträhne – und weiß sie zu nutzen.

Es gibt Figuren im Kanon der "Game of Thrones"-Welt, die für immer Maßstäbe setzen. Jaqen H’ghar, der "Faceless Man", ist so eine – jener mysteriöse Anhänger eines bizarren Totenkults, der die Menschen lehrt, ihre Identität aufzugeben und "niemand" zu werden, um so dem "vielgesichtigen Gott" zu huldigen.

Die meiste Zeit verwartet

Bei Jaqen-H’ghar-Darsteller Tom Wlaschiha hatte das den umgekehrten Effekt. Zwar war er nicht niemand, bevor er der berühmteste Niemand der Seriengeschichte wurde, sondern ein im deutschen Unterhaltungsfernsehen gut beschäftigter Darsteller ("Wilsberg", "Tatort", "Die Rettungsflieger"), mit Auftritten in ein paar Großproduktionen wie Spielbergs "München". Aber der Boost kam erst, nachdem er sein Thrönchen in der Fan-Welt der "GoT"-Anhänger*innen erobert hatte.

Nun ist diese Rolle in jedem Interview Thema, immer muss er erzählen, wie es so war am Set. Wlaschiha muss dann schmunzeln – was ihm gut steht, weil es ihm etwas Süffisantes gibt und seine bemerkenswerten Augen zum Strahlen bringt –, und sagt, eigentlich habe er die meiste Zeit verwartet, wie bei so aufwendigen Drehs nun mal üblich.

Dick im Geschäft

Wlaschiha (der Name ist tschechisch und gar nicht so schwer auszusprechen wie er aussieht) ist nahe Dresden groß geworden. 16 war er, als die Mauer fiel, er zog erst mal in die USA, lernte Englisch und begeisterte sich für die Broadway-Szene. In Leipzig studierte er später Schauspiel, war am Theater, wollte dann Filme drehen, tingelte durchs Fernsehgeschehen, aber so richtig zufrieden war er nicht. Erst als er sich eine Agentur in London suchte und für jedes Casting hinflog – 20, 30 Mal vergeblich –, begann seine Glückssträhne.

Jetzt ist er dick im Geschäft, in der Amazon-Serie "Jack Ryan", wo er einen mordenden Ex-BND-Mann spielt, in der nächsten Staffel der Netflix-Produktion "Stranger Things" und ab dem 24. April in der zweiten Staffel der Sky-Serie "Das Boot". Wlaschiha spielt den Chef der Gestapo in La Rochelle; definitiv kein Sympathieträger, aber so was mag er besonders. "Strahlende Helden sind immer langweilig", sagte er der unlängst der "Berliner Zeitung", "auch im richtigen Leben." Dann doch lieber einen richtigen Schurken. Oder zu Not – niemanden. 

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