"Einfach mal auf die innere Katze hören..."

In der Kolumnen-Reihe "60 Stimmen" schreiben unsere Leserinnen. In diesem Artikel: Sonja Kresman hat drei Katzen und herausgefunden, was man von ihnen lernen kann, um den Alltag etwas stressfreier zu überstehen.

Sonja Kresmann wurde 1969 geboren und ist seit 20 Jahren glücklich verheiratet. Zusammen mit ihrem Mann teilt sie die Liebe zu Tieren, sie wohnen zusammen mit drei Katzen und zwei Hunden am Rand von Hannover. Schreiben ist ihre Leidenschaft, Sonja verfasst Kritiken zu Filmen, Spielen und Büchern, die dann online zu lesen sind.

Katzen sind sehr selbstständige und meist auch freiheitsliebende Tiere. Dennoch sind sie immer noch - zumindest den Umfragen nach - des Deutschen liebstes Haustier. Obwohl sie nicht so einfach zu erziehen sind wie Hunde und obwohl sie anscheinend nicht auf den Menschen angewiesen sind, schnurren sie sich tief in unsere Herzen. Und ich weiß, wovon ich rede, denn neben meinem Mann und mir wohnen hier noch drei Katzen im Alter von acht, neun und zwanzig Jahren, sowie zwei sechsjährige Hunde. Und die Katzen haben unser Leben ganz schön verändert. ??

Viele werden nun vielleicht denken, dass ein Tier einem Menschen nichts beibringen kann. Aber weit gefehlt, denn wer es zulässt, kann durchaus von den Stubentigern etwas lernen. Was das ist, werde ich versuchen, in diesem Artikel zu erklären. ??

Wenn wir eine Katze beobachten, was sehen wir dann? Ein Tier, das sich sehr sicher und graziös bewegt. Sie macht eigentlich keine unnötigen Wege, eine Katze berechnet so gesehen genau, warum sie wohin geht und ob es sich lohnt. Frauchen geht in die Küche? Da werden schon mal die Ohren gespitzt. Während ein Hund in diesem Moment schon neben seinem Dosenöffner steht, scheint es die Katze nicht zu interessieren, was der Mensch da macht. Wenn nun die Schranktür aufgemacht wird, wo sich das Futter befindet, da bequemt sich das Tier schon mal dazu, die Augen zu öffnen. Wenn nun auch noch das Geräusch einer Dose zu hören ist, die gerade geöffnet wird, kommt ein wenig Bewegung in die Katze. Sie steht langsam auf, putzt sich ein wenig und streckt sich. Dann kommt sie vielleicht in die Küche und schaut nach, ob Frauchen das Futter schon fertig hat. ??

Was lernen wir daraus? Wie viele Menschen hetzen tagtäglich durch die Gegend. Teils ohne Plan versuchen sie alles zu schaffen, was sie sich vorgenommen haben. Wer sich hier ein Beispiel an der Katze nimmt, kann Zeit und vor allem Nerven sparen. Wer sich überlegt, was wirklich wichtig ist und welcher Weg sich lohnt, wird am Abend entspannter sein. ??

Haben Sie schon einmal eine Katze bei der Jagd beobachtet? Wenn sie ein Opfer gefunden hat, schleicht sie sich an, manchmal liegt sie sehr lange auf der Lauer - um dann im richtigen Moment zuschnappen zu können. Ich habe das bei meinen Katzen schon öfter beobachtet und bin immer wieder fasziniert davon, wie geduldig sie auf die Beute warten können. ??

Und wie ist das mit den Menschen? Nein, ich rede nicht von der Jagd, ich meine die Geduld. Heutzutage kann doch nichts schnell genug gehen. Man geht schnell Einkaufen, bereitet schnell das Essen zu und wärmt es schnell wieder in der Mikrowelle auf. Wie wäre es, wenn wir alles mal ein wenig langsamer angehen lassen würden? Einfach mal auf die "innere Katze" hören und uns auf das Wesentliche konzentrieren. ??

Dann fällt mir noch die Empfindlichkeit ein, die Sensibilität. Wenn ich schlechte Laune habe, gehen mir meine Katzen aus dem Weg. Wenn ich traurig oder krank bin, kommen die Stubentiger an und legen sich schnurrend an meine Seite. Sie sind für mich da und beruhigen mich, lassen mich aber in Ruhe, wenn ich Stress habe. Schlaue Tiere, oder? ?? Wenn man da den Menschen anschaut ... Wenn jemand mies drauf ist, dann wird gefragt, gelöchert und auf die Pelle gerückt. Manchmal so weit, bis ein handfester Streit entsteht. Wenn jemand traurig ist, wird ebenfalls gefragt, was los ist - anstelle den Menschen einfach nur in den Arm zu nehmen und Ruhe zu vermitteln. Auch hier können wir von der Katze lernen. Einfach mehr auf dem Gegenüber eingehen. Erst versuchen herauszufinden, was das Beste in der jeweiligen Situation ist - und dann handeln. ??

In diesem Sinne: Wer viel Stress im Leben hat, sollte sich einmal mit Katzen beschäftigen. Das Schnurren, wenn die Katze neben (oder meist auf) einem liegt, ist ungeheuer beruhigend. Die Katze kann den Menschen auch aufmuntern, wenn man ihnen beim Spielen zuschaut. Man sollte sich einmal die Zeit nehmen zuzusehen, wenn die Katze Purzelbäume schlägt beim Versuch, eine Fellmaus zu fangen. Versuchen Sie es - Sie werden überrascht sein.

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