Diagnose Brustkrebs: "Ich lenkte mich mit Arbeit ab"

Carolin ist 29, als sie die Diagnose Brustkrebs erhält. Jetzt, nach dem Ende ihrer Therapie, erzählt sie ihre Geschichte in einer Miniserie – um anderen jungen Frauen Mut zu machen. Hier ist der zweite Teil!

Mein Name ist Carolin Kotke, ich bin 30 Jahre jung, wohne in dem wunderschönen Hamburg, bin glücklich liiert und bisher lief eigentlich immer alles nach Plan in meinem Leben. Bis zum 08.11.2017, denn an diesem Tag bekam ich die Diagnose, die alles ändern sollte: Ich hatte Brustkrebs!

Teil 1 von Caros Geschichte findest du hier: Diagnose Brustkrebs: Und plötzlich ist alles anders

Zum Zeitpunkt der Diagnose war mir noch gar nicht so genau klar, was das alles bedeuten würde und wie die ganzen nächsten Monate bei mir aussehen würden. Es folgten ein paar weitere Untersuchungen und die Therapie wurde näher definiert. Man hat ja keine Ahnung, wie alles so abläuft und bis zur letzten Minute noch die Hoffnung, dass man an einer Chemo vorbeikommt und man relativ schnell wieder zurück in seinen normalen Alltag kann. 

Ich lenkte mich mit Arbeit ab

Dass ich wirklich für ein komplettes Jahr ausfallen würde, hätte ich wohl zu dem Zeitpunkt noch nicht für möglich gehalten. Ich ging die Wochen nach der Diagnose immer noch weiter zur Arbeit, lenkte mich ab und absolvierte nebenbei die ganzen Arzttermine. Ich war wie in einer Trance, brauchte die Arbeit aber, um nicht nur an die Krankheit zu denken. Jeden Abend, wenn ich nach Hause kam, wurde es aber wieder real. Ich hatte Krebs und ich hatte furchtbare Angst vor dem, was mir bevorstand. Irgendwann war außerdem klar: Ich musste eine Chemo machen.

Noch Ende des Jahres 2017 wurde der Tumor herausoperiert und anschließend wollten wir mit der Chemotherapie starten. Das war eine harte und nervenaufreibende Zeit, vor allem da ich nicht wirklich wusste, was auf mich zukommen würde. Gleichzeitig wollte ich das Ganze nur möglichst schnell hinter mich bringen und endlich wieder normal weiterleben. 

Es nützte nichts: Ich brauchte Perücken

Ich versuchte mich mit der Krankheit zu arrangieren, erzählte meinen engsten Freundinnen und meinen Kollegen davon. Und ich setzte mich so langsam mit dem Thema Haarersatz auseinander, denn eins war sicher: Durch die Chemo würde ich meine Haare verlieren. Ich recherchierte also nach Perücken und wollte das Beste daraus machen. Ich entschied mich für zwei Perücken mit langen Haaren: Eine blonde und eine braune. So konnte ich mich jeden Tag neu definieren.

Plötzlich ein Leben mit Glatze

Auch das Rasieren der Glatze zelebrierten wir ausführlich und filmten es. Das Ergebnis: Glatze stand mir. Immerhin etwas! Ansonsten nutzte ich die Zeit vor der Chemotherapie ausführlich, um über die Therapie zu recherchieren und mich vorzubereiten. Ein großer Fehler! Was erwartet man auch, wenn man nach einer Krankheit googlet? Positive Erfahrungsberichte findet man hier eher wenig. In den ganzen Foren bemitleideten sich die meisten gegenseitig und stritten miteinander, wem es schlimmer ging. Das war ja so gar nicht meins. 

Heute bloggt Caro nicht mehr nur über Mode, sondern auch über Brustkrebs

Dann entdeckte ich ein paar Bloggerinnen, die über das Thema Brustkrebs berichteten und vor allem die Bloggerin “kimspiriert” motivierte mich dazu, auch meine Geschichte öffentlich zu machen. Damals drehte sich auf meinem Blog noch alles um Fashion, Beauty und Lifestyle. Das würde künftig wohl etwas schwieriger werden. Also passte ich meinen Blog an und integrierte ein Brustkrebs-Tagebuch. Hier wollte ich all meine Gedanken, Ängste und Hoffnungen niederschreiben und vielleicht auch anderen Frauen Mut machen. Und vielleicht auch ein bisschen mir selbst, denn die Chemo stand nun unmittelbar bevor...

Teil drei der Miniserie folgt in Kalenderwoche 3.

Tipp: Über ihre Erfahrungen bloggt Caro auch auf carolionk.com.

Du interessierst dich für das Thema Brustkrebs? In unserem Brustkrebs-Forum findest du Tipps für den Alltag und kannst dich mit anderen Betroffenen austauschen.

Text: Carolin Kotke
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