Hashimoto Symptome: Diese solltest du kennen

Typische Hashimoto Symptome sind zum Beispiel Müdigkeit und Gedächtnisprobleme. Welche Anzeichen für die Autoimmunerkrankung sprechen, erfährst du hier.

Hashimoto Thyreoiditis: Was ist das?

Hashimoto Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung und die häufigste Form der Schilddrüsen-Entzündung. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Es gibt zwei Formen von Hashimoto: Die klassische Form, bei der sich die Schilddrüse vergrößert, aber nicht mehr richtig funktioniert sowie die atrophische Form, bei der das Schilddrüsengewebe zerstört wird. Die genauen Ursachen von Hashimoto sind unbekannt.

Welche Hashimoto Symptome gibt es?

In der Regel verursacht Hashimoto Thyreoiditis keine Schmerzen. Erst wenn die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten ist, treten typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion auf. Dazu zählen:

  • Starke Müdigkeit
  • Körperliche Schwäche
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Ständiges Frösteln
  • Verstopfung
  • Unkontrollierbare Gewichtszunahme
  • Trockene Haut
  • Trockenes Haar sowie Haarausfall
  • Brüchige Nägel
  • Depressive Verstimmungen

Mehr zu Thema Depression durch Schilddrüsenunterfunktion erfährst du im Artikel Wie mich meine Schilddrüse fast in die Depression trieb.

Therapie: So wird Hashimoto behandelt

Hashimoto Thyreoiditis lässt sich nicht ursächlich behandeln. Um die Hashimoto Symptome einzudämmen, wird das Schilddrüsenhormon Levothyroxin in Form einer täglichen Tablette eingenommen. Ist die Schilddrüse vergrößert, kann es nötig werden, sie operativ zu entfernen. Patienten wird außerdem geraten, ihren Jod-Konsum zu reduzieren. Zu viel Jod kann sich negativ auf Hashimoto Thyreoiditis auswirken.

Betroffenengeschichte: Ingas Leidensweg

Inga, 42, lebt in Berlin und war lange Zeit für einen japanischen Reiseveranstalter tätig. Vor vier Jahren erfüllte sie sich den Traum, zeitweise auf einer deutschen Insel zu arbeiten. Die Liebe kam dazwischen und sie blieb länger als geplant. Doch ihr Herz schlägt für die Großstadt und sie verbringt so oft es geht Zeit in Berlin.

Weiblich, 42 Jahre alt, Schilddrüsenunterfunktion, mein TSH-Wert war zu hoch. Nichts Ungewöhnliches in meiner Familie. Deshalb nehme ich ein Schilddrüsenhormon ein, das meine Schilddrüse zu wenig produziert. Bis dato merkte ich von der Unterfunktion daher nichts, ich hatte keine Beschwerden. Dachte ich.

Plötzlich entwickelte sie stärkere Hashimoto Symptome

Bis ich von Tag zu Tag müder und erschöpfter wurde. Manchmal kam ich vor lauter Erschöpfung kaum die Treppen hoch. Für meine Hausärztin war die Ursache offensichtlich: Ein bestimmter Schilddrüsenwert war zu hoch, also veränderte sie die Dosierung des Schilddrüsenhormons.

Ganz nebenbei merkte meine Ärztin an, ich hätte ja auch "Hashimoto". Mehr wurde mir dazu nicht gesagt. Da mich inzwischen auch gravierende Gedächtnisprobleme plagten, fragte ich nicht nach. Denn ich konnte weder Gesprächen vernünftig folgen, noch Zusammenhänge verstehen. Es war, als würde mein Gehirn nicht mehr richtig funktionieren. Ein Zustand, der beängstigend war.

Es kam immer noch schlimmer

Ich bekam noch mehr Symptome: Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, tägliche Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen. Nach dem Essen bekam ich ein rotes und heißes Gesicht, gepaart mit Hitzewallungen. Bei der kleinsten Anstrengung bekam ich Herzrasen und an manchen Tagen verspürte ich einen leichten Druck auf der Schilddrüse.

Darmkrämpfe und Verstopfung, die sowieso seit langem zu meinem Leben gehörten, wurden langsam unerträglich. Die Augenlider waren geschwollen, auch das Gesicht oft aufgedunsen und die Haut wurde schuppig. Geschwollene Beine hatte ich schon den gesamten Sommer gehabt. Ständig musste ich mich beim Sprechen räuspern. Plus Zittern und wacklige Beine, als wäre ich unterzuckert.

Hashimoto-Symptome beeinträchtigen Inga stark

Nachts im Bett fingen meine Füße an wie Feuer zu brennen und ich musste sie immer wieder kalt abduschen. Dafür fror ich tagsüber ständig. Mit meinen Händen verhielt es sich anders. Sobald sie mit etwas Kaltem in Berührung kamen, fühlte es sich an, als lägen sie in Eiswasser. Dass ich ständig durstig war und auch ohne viel zu trinken Harndrang hatte, kannte ich seit Jahren. Aber jetzt war der Harndrang so ausgeprägt, dass ich mich manchmal nicht aus dem Haus traute.

Ich wurde durch meine Symptome zum ständigen Besucher meiner Hausarztpraxis. Die Ärzte waren mit der Symptomatik genauso überfordert. Obwohl sie ihr Bestes taten und nach ihrem Wissen handelten. Ausgeschlossen wurden Borreliose, Rheuma, Vitamin B12-Mangel. Der Langzeitzucker, der auf Diabetes hinweisen könnte, war ebenfalls im Normbereich, so wie alle anderen Werte auch. Als ich nach der dritten Blutuntersuchung den Satz "Vielleicht sollten wir doch mal über psychosomatische Ursachen nachdenken" hörte, wusste ich, meine Ärzte stießen an ihre Grenzen, denn meiner Psyche ging es gut.

Dann kam mir der Begriff "Hashimoto" wieder in den Sinn. Ab da las ich im Internet, was das Zeug hielt. Meine Wut und mein Unverständnis über die fehlende Aufklärung meiner Ärzte wurden immer größer. Ich war körperlich an meine Grenzen gestoßen. Arbeiten war in diesem Zustand nicht möglich. Doch endlich hatte ich einen Namen für all das: Hashimoto Thyreoiditis mit Unterfunktion.

Schilddrüsen-Erkrankungen werden viel im Internet beschrieben

Ich las Berichte von anderen Patienten und alle hatten identische Hashimoto Symptome. Endlich wusste ich, warum ich seit Jahren schubweise Muskel- und Gelenkschmerzen, eine geschwollene Zunge oder geschwollene Schleimhäute hatte. Warum ich mich oft erkältet fühlte, obwohl ich es nicht war, wunderte mich nun gar nicht mehr.

Ich fragte mich, warum meine Hausärzte so hilflos waren, denn selbige hatten die Erkrankung der Schilddrüse diagnostiziert. Aber auch der Besuch bei einem Spezialisten, dem Endokrinologen, war ernüchternd. Der Arzt sagte mir, ich könne die Einnahme des Schilddrüsenhormons auch sein lassen, und von Gelenk- und Kopfschmerzen aufgrund der Schilddrüse hätte er noch nie gehört. Es ist erschreckend, wie schlecht informiert viele Ärzte heute über Schilddrüsenerkrankungen sind und wie oft man als Betroffene von Ärzten belächelt wird.

Tägliches Arbeiten ist eine Herausforderung für mich

Gott sei Dank ging es mir nach drei Monaten und zweimaliger Erhöhung des Schilddrüsenhormons besser, nur die Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und Erschöpfung sind geblieben. Das Schlimmste aber ist die geringe Belastbarkeit. Tägliches Arbeiten ist für mich inzwischen zur Herausforderung geworden.

Eins ist sicher: Die Hashimoto Symptome werden immer wieder auftreten, mal mehr mal weniger. Diese Erkrankung der Schilddrüse ist nicht heilbar und ich werde ein Leben lang Schilddrüsenhormone einnehmen müssen. Aufgrund meiner Erfahrungen beschäftige ich mich verstärkt mit dem Thema versuche, die Aufnahme von Giftstoffen zu vermeiden, was nicht einfach ist. Aber jeder zusätzliche Giftstoff kann die Entzündung des Organs verstärken.

Teaserbild: Andrzej Wilusz / shutterstock /sp
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