Palmen, Löwen, Tempel: Was eine Familie auf Weltreise in Deutschland erlebt

Welt in Deutschland

BRIGITTE.de-Leserin Anna hat oft Fernweh, aber nicht so viel Zeit. Nun reist sie mit ihrer Familie durch Deutschland  - und erlebt Exotik pur.

Muss man weit reisen, wenn man Fernweh hat?

Was machst du, wenn dich mitten im Alltag wilde Entdeckerlust packt? Kannst du Abenteuer auch direkt vor deiner Haustür erleben? Um das herauszufinden, gehe ich mit Mann und Kindern seit einiger Zeit auf . Dabei überschreiten wir keine Landesgrenzen - und wachsen doch über uns hinaus.

Gemeinsam haben wir Geysirwasser getrunken, bei Vulkanen geschwitzt, das Leben der Römer erforscht, Löwen, Giraffen und Wölfe beobachtet. Wir haben einer riesigen chinesische Armee gegenübergestanden und vor einer mongolische Jurte getanzt, den Duft von exotischen Blüten geschnuppert und einen Sonnenaufgang am Meer bestaunt. Wir sind vielen Menschen begegnet und haben uns dabei selbst gefunden.

Aber lasst mich von vorn erzählen ...

Anna Adler-Baum macht eine Weltreise in Deutschland

Schon als Kind war Anna eine Entdeckerin. Sie kletterte auf hohe Bäume, bat Nachbarn um Hausbesichtigungen und versuchte, ihre Eltern für Gewaltmärsche und Weltumsegelungen zu begeistern. Heute wohnt Anna mit ihrer Familie nahe Frankfurt und unternimmt immer wieder kleine und große Weltreisen. Darüber berichtet sie auf ihrem Blog

www.fernes-deutschland.de.

Schon als kleines Mädchen wollte ich Entdeckerin werden. Wir Kinder aus der Nachbarschaft nannten uns die Antilopen-Bande. Täglich bestanden wir neue Abenteuer. Heute würde man sagen: „Micro Adventures“.

Für uns war jedes Spiel wie eine kleine Reise. Wir traten dem gepflegten Vorstadtgarten mit Rottweiler und schimpfendem Besitzer Auge in Auge entgegen. Auf der anderen Straßenseite bezwangen wir das Garagendach der netten älteren Dame. Einmal mit Räuberleiter oben angekommen, war die Aussicht atemberaubend. Der faltige Hühner-Opa servierte uns Geschichten aus der Ferne und Eier mit zwei Dottern. Wir naschten von Erdbeeren, Kirschen, Äpfeln, probierten Gänseblümchen und Sauerampfern. Im Winter bezwangen wir mit Skiern Mittelgebirgshügel und verschneite Misthaufen. Im Sommer bauten wir Baumhäuser im Wald und lauschten Spaziergängern und Spechten.

Irgendwann wurden wir älter, die Abenteuer weniger. Die Antilopen-Bande traf sich nicht mehr. Wann immer Zeit und Geld es zuließen, ging ich auf Reisen. Ich sang mit Schulkindern in Kenia und bestaunte Nashörner am Wasserloch, spürte die Gischt der Niagarafälle, streunte über Palmenstrände in der Karibik, machte Hausaufgaben mit Kindern in Thailand. Im südafrikanischen Township drückten mich füllige Mamas an ihr Herz. In Namibia faszinierte mich und meinen heutigen Mann die Outdoor-Dusche mit Blick auf die Wanderdünen.

Wir wollten wieder die Welt sehen - diesmal als Familie

Neun Monate später kam unser Sohn auf die Welt, später unsere Tochter. Um mal wieder auszubrechen, nahm mein Mann zwei Monate Elternzeit. Wir wollten wieder die Welt sehen. Diesmal als Familie.

Doch was sollten wir mit nur zwei Monaten? Wir setzten uns hin und schrieben Traumziele auf: Alaska, Island, Costa Rica, Peru, Indonesien, Indien, Tansania... Für jedes einzelne Ziel hätten wir mehrere Monate gebrauchen können. Wir hatten weit weniger Zeit.

Da kam uns – über die Weltkarten gebeugt – die Idee: Wir machen eine Familien-Entdecker-Weltreise durch . Das hatte vor uns noch niemand gemacht!

Gibt es Geysire, Vulkane und Wüsten? Klar doch!

Doch vorher mussten wir die richten Fragen stellen: Gibt es Vulkane in Deutschland? Geysire? Wüste? Wo einen hinduistischen Tempel, Moscheen, buddhistische Kloster? Wölfe? Löwen? Eisbären? Exotische Schmetterlinge? Regenwald? Cowboys und Indianer? Können wir in einer Jurte oder gar in einem Iglu übernachten? Nächtelang recherchierte ich im Internet und in Reiseführern.

Die Antwort: Ja, all das ist möglich und noch viel mehr. In Deutschland! Eine Weltreise, fremde Natur oder Kulturen entdecken – ohne eine einzige Grenze zu überschreiten. Wir kauften einen kleinen Campingbus mit Hochstelldach und vier Schlafplätzen, gingen auf Deutschland-Safari und sind es in jeder freien Minute immer noch.

Weltreisende können in Deutschland viel entdecken: unter Palmen spazieren, Giraffen beobachten, afrikanisch essen, in einem Hindu-Tempel meditieren, japanische, chinesische und orientalische Gärten bewundern, Wein unter Zypressen trinken, irische Live-Musik im Pub hören, Schlittenhunderennen besuchen. Letztes Jahr haben wir im Nationalpark an der Ostsee auf den Spuren der Kraniche sogar die Kanzlerin getroffen.

Wer reist, hat was zu erzählen. Und so haben wir ein Buch mit Reisetipps geschrieben, Videos zur Inspiration erstellt und eine Entdecker-Karte ins Internet gestellt. Ab und zu teilen wir Ideen für Abenteuer auf unserem Blog www.fernes-deutschland.de.

Kennt ihr auch exotische Orte in Deutschland? Dann schreibt uns an info@adlerbaum.de!

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