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Träume leben In 1000 Tagen mit der Familie um die Welt

Weltreise mit Familie
Frau mit Flügeln: Jacqueline Zieba, verbeamtete Lehrerin, möchte nicht mehr sesshaft sein
© Thomas Zieba
Zusammen mit Mann und Kindern ist Jaqueline Zieba zu einer Weltreise aufgebrochen – zurück in ihr altes Leben möchte sie nicht mehr.

Im August 2019 bin ich mit meinem Mann und unseren beiden Kindern (damals 4 und 7) auf Weltreise gegangen. Dafür haben wir alles verkauft, was wir besaßen: unser Haus, unsere Autos, Möbel, Deko, Klamotten. Mit zwei großen Rucksäcken und drei kleinen Backpacks sind wir nach Thailand geflogen. Unsere erste Fernreise überhaupt. Wir waren so aufgeregt!

Wir wollten ein Jahr reisen, unseren Kindern die Welt zeigen und einfach mal raus aus unserem Alltag. Wollten schauen, was es noch gibt. Denn wir hatten mit Anfang 30 schon alles erreicht, was man klassischerweise so erreichen will: Wir waren verheiratet, hatten zwei Kinder, unser Haus, ein wirklich tolles Umfeld. Wir hatten beide feste Jobs. Ich war Lehrerin, sogar auf Lebenszeit verbeamtet!

Das sollte es jetzt sein? Für die nächsten 35 Jahre?

Doch wir haben immer deutlicher gespürt, dass wir noch mehr erleben möchten. Und irgendwann fiel die Entscheidung zur Weltreise. Unsere Vorfreude war riesig! Die Länderliste wuchs von Woche zu Woche, und auch die Kinder fanden immer mehr Gefallen an der Idee, so viele Länder bereisen zu können. Eine feste Route gab es nicht, da wir spontan reisen wollten. Wir haben als Start Thailand gewählt und wollten dann immer weiter Richtung Osten reisen.

Mit 4 One-Way-Tickets nach Thailand

Wir sind dann mit One-Way-Tickets nach Koh Samui geflogen und haben noch die Nachbarinsel Koh Phangan bereist. Dann ging es nach Borneo, zu den Orang-Utans und weiter nach Bali. Wir flogen an die Ostküste Australiens und fuhren mit Dachzelt durchs Outback. Wir verbrachten zwei Monate in Neuseeland. Allein dies aufzuzählen, bringt mich zum Lächeln.

Uns ist unterwegs ganz schnell klar geworden: Zurück in unser altes Leben nach Deutschland wollen wir nicht mehr. Das Reisen bringt uns eine Freiheit, die wir vorher gar nicht kannten!

Die Kinder lernen unterwegs so viel, und wir lernen so viele neue Menschen kennen. Wir genießen außerdem die Abwechslung sehr – erst Großstadt, dann Dschungel. Erst auf eine kleine Insel, dann in die Weite des Outbacks. Nach einer Woche in der Hauptstadt einen Monat auf eine Farm. Unbezahlbar!

Mit der Familie auf Weltreise: Neuseeland
Farbenmeer: Die ganze Familie am Lake Tekapo in Neuseeland
© Thomas Zieba

Von Neuseeland aus sind wir in die Südsee gereist – auf die Cookinseln. Es war DAS Highlight unserer Reise. Wir haben auf der kleinen Insel Aitutaki in einem Strandbungalow gewohnt, mit Kokospalmen vorm Haus und einer Hängematte am Meer. Danach ging es nach Buenos Aires, Uruguay und Peru. Wir wollten immer so weiterreisen und hatten schon angefangen, an einem eigenen Online-Business zu arbeiten. Doch in Peru holte uns der Corona-Ausnahmezustand ein.

Shutdown in Peru – das Ende der Freiheit

In Cusco gerieten wir in den landesweiten Shutdown und saßen fast drei Wochen auf 3400 Metern Höhe im Hostel fest. Eine total verrückte Zeit. Die Kinder durften das Hostel gar nicht verlassen. Wir Erwachsenen durften nur einzeln zum Lebensmittel kaufen raus, und die wurden immer weniger, da auch die Märkte schließen mussten. Unsere Freiheit endete von einem auf den anderen Tag, die Ausgangssperre begann um 17 Uhr. Wir fühlten uns wie Gefangene.

Nach fast drei Wochen wurden wir dann nach Deutschland ausgeflogen und unsere Weltreise war erst mal beendet.

Mit dem Online-Business geht es weiter

Doch unser Online-Business @meinmatheweg lief super an. Ich zeige Eltern, wie sie ihr Kind bei massiven Schwierigkeiten in Mathe selbst begleiten können. Als Alternative zur Lerntherapie und komplett online - auch wenn sie bereits die Diagnose Dyskalkulie oder Rechenschwäche bekommen haben. Die Kinder lernen so erfolgreich und schnell rechnen, dass wir sogar von den Lehrerinnen der Kinder weiterempfohlen werden.

Wir nutzten dann die Sommerferien, erkundeten im Bulli wochenlang Kroatien und fühlten uns immer noch wie Weltreisende - diesmal eben in Europa. Nach dem Sommer gingen die Kinder wieder zur Schule, und als dann die Präsenzpflicht ausgesetzt wurde, fuhren wir nach Portugal zum Überwintern.

Wir brachen ein zweites Mal zur Weltreise auf

Dieser Winter veränderte wieder alles. Wir trafen andere Reisefamilien und fanden Freunde, zu denen wir immer noch engen Kontakt haben. Unsere Weltreisesehnsucht wurde so groß, dass wir beschlossen, wieder richtig loszuziehen.

Wir haben ein zweites Mal alles in Deutschland aufgelöst, flogen für ein paar Monate nach La Palma und nach Holland. Dann ging es für ein halbes Jahr nach Mexiko – es war unbeschreiblich. Diese Reise war und ist so aufregend!

Weltreise mit Familie: Mexiko
Wer braucht schon Schnee? Weihnachten 2021 am weißen Strand von Puerto Morelos.
© Thomas Zieba

Jubiläum in der Karibik

Wir haben in der Dominikanischen Republik "1000 Tage auf Weltreise" gefeiert und wir lieben es! Wir begleiten inzwischen auch andere dabei, ihr eigenes Online-Business zu starten, zeigen ihnen unseren Weg und geben ihnen unser Know-how an die Hand. 

Eine eigene Schule für unsere Kinder haben wir auch gegründet. Damit ermöglichen wir den Kindern eine feste Lerngruppe, die mit ihnen mitreist. Die Kinder haben sich zum Teil auf Reisen kennengelernt und können so in Kontakt bleiben. Die Nomy-School war eine Idee meiner Tochter Nora, die jetzt wohl die jüngste Schulleiterin der Welt ist.

Verbeamtet bin ich inzwischen nicht mehr. Ich reise jetzt als Unternehmerin um die Welt. Selbstständig, frei und sehr glücklich! Am liebsten möchte ich jeder Frau zurufen: Trau dich! Lebe deinen Traum und träum ihn nicht nur! Du hast nur dieses eine Leben – und das darf dein größtes Abenteuer werden!

Ja, es braucht Mut, doch es lohnt sich so sehr! Was kann schon schief gehen? Außer, dass ausgerechnet in dieser Zeit eine weltweite Pandemie ausbricht ... Doch auch hier siehst du: Es geht immer weiter, es findet sich immer ein Weg. Und wir haben in dieser Zeit einen Weg gefunden, der uns ein völlig neues Leben ermöglicht.

Infos: Familie Zieba könnt ihr unter @rucksackfamilie folgen, ihr Online-Business findet ihr unter @meinmatheweg und @meinbusinessweg, ihre Schule unter @nomyschool


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