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So denkt Judith Williams über das heutige Frauenbild

Judith Williams ist wohl eine der bekanntesten Unternehmerinnen Deutschlands - und in diesem Jahr Schirmherrin bei "Unternehmerinnen der Zukunft". Uns hat sie verraten, was weibliche Vorbilder bewegen können.

Judith Williams ist Schirmherrin von UdZ 2019

Judith Williams ist Schirmherrin von UdZ 2019

 Wenn es um erfolgreiche Unternehmerinnen geht, fällt ihr Name unweigerlich: Judith Williams. Die starke Businessfrau hat nicht nur ihr eigenes Kosmetik-Imperium aufgebaut, sondern feiert auch als Investorin Erfolge. Was sich anhört wie eine Bilderbuch-Karriere, war jedoch ein steiniger Weg voller Herausforderungen, gescheiterter Versuche – aber eben auch mit jeder Menge Kampfgeist und Optimismus. Als Schirmherrin bei dem diesjährigen Förderprogramm "Unternehmerinnen der Zukunft" will die Zweifachmama Frauen ermutigen, ihre Träume zu verfolgen und sich von niemandem unterkriegen zu lassen – weder von der Gesellschaft noch von männlichen Kollegen und am wenigsten von sich selbst.

Deutschland bildet das Schlusslicht, was Frauen und Führungspositionen angeht. Liegt das an den Frauen selbst?

Das Grundproblem ist, dass viele Menschen in Deutschland immer noch ein veraltetes Bild von einer Frau und Mutter haben. Eine Frau muss sich heute nicht mehr zwischen Familie und Karriere entscheiden. Es geht beides. Ich halte es deshalb für falsch, einer Mutter Vorwürfe zu machen, wenn sie nicht daheim bei ihrem Kind bleibt, sondern zurück in ihren Beruf will. Umgekehrt gilt das natürlich genauso. Wir haben so viele bestens ausgebildete und hoch motivierte, wunderbare Frauen, die unsere Wirtschaft voranbringen können, aber man muss sie auch lassen. Nur ein Punkt: Es gibt nach wie vor kaum eine adäquate Kinderbetreuung. Gerade Frauen in Führungspositionen müssen flexibel sein und ihr Kind auch mal nach 18 Uhr abholen können. Unsere Kinderbetreuung stammt noch aus der Zeit, als Mütter höchstens halbtags gearbeitet haben und dann pünktlich ihr Kind abholen konnten. Dieses Modell hindert viele Frauen daran, im Job Verantwortung zu übernehmen und auf der Karriereleiter voranzukommen.

Wie schafft man es, Frauen trotz aller Schwierigkeiten dennoch für den Schritt ins Unternehmertum zu ermutigen?

Wir müssen mehr Vorbilder schaffen! Wir müssen mehr Frauen finden, die nach vorn gehen und offen darüber reden, vielleicht nicht immer alles richtig gemacht zu haben, aber sich wenigstens trauen, sich zu bewegen. Viele denken auch, dass gleich die erste Businessidee fruchten muss – eben nicht! Manchmal ist es die achtzigste Idee, die funktioniert, dann ist das eben so. Deshalb müssen wir Frauen ermutigen, sich zu entfalten und sich in keine Schublade stecken zu lassen. Das ist die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, die wir alle gemeinsam tragen.

Was könnte eine verstärkte Frauenpower für die wirtschaftliche Entwicklung in der Digitalbranche bedeuten?

Wenn wir aufhören, das Wort Karriere für Frauen negativ zu besetzen, wird auch Männern der Druck genommen. Und gemeinsam können wir in der Digitalbranche viel mehr erreichen. Frauen, die Ideen und Potenzial haben, müssen gehört werden. Sonst wird Deutschland nicht nur bei Frauen in Führungspositionen das Schlusslicht bilden, sondern auch, was den gesamten digitalen Wandel angeht.

Karriere und Kind: Judith Williams gelingt der Spagat

Karriere und Kind: Judith Williams gelingt der Spagat

Auch Sie mussten irgendwann andere Kanäle für Ihr Unternehmen finden. Was war Ihr wichtigstes Learning bei der Digitalisierung?

Think outside the box! Man muss sich aus seiner Komfortzone rausbewegen und auch als Unternehmerin völlig neue Wege zulassen. Man muss vom Kopf her unglaublich flexibel bleiben – und genau das können Frauen gut. Am wichtigsten ist aber, die Bedürfnisse der Kunden zu erkennen und sich zu fragen, wie diese gut und schnell gestillt werden können. Bei uns im Unternehmen probieren wir ganz wilde Konzepte aus – da kann natürlich auch mal was danebengehen. aber wenn nur eine Sache funktioniert, dann bist du den Wandel schon mitgegangen.

Welche Tipps, die Sie im Rahmen von "Unternehmerinnen der Zukunft" weitergeben möchten, liegen Ihnen besonders am Herzen?

Wir brauchen in dieser Zeit ein weites, vorausschauendes und kreatives Denken. Freiheit – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer – empfinde ich dabei persönlich immer als größte Motivation. Außerdem möchte ich gemeinsam mit Amazon und den anderen Initiatoren von "Unternehmerinnen der Zukunft" Mut machen, nach vorn zu gehen. Wir sitzen doch alle im selben Boot der Digitalisierung – da gibt es keine doofen Fragen, die gestellt werden können. Nur: Man muss sich auch trauen und darf keine Angst davor haben, die eigene Komfortzone zu verlassen.

Mit der gemeinsamen Initiative "Unternehmerinnen der Zukunft" fördern der Verband deutscher Unternehmerinnen, Global Digital Women, BRIGITTE Academy und Amazon bereits zum zweiten Mal Inhaberinnen und Geschäftsführerinnen von Unternehmen, die ihr stationäres Geschäft mit dem Start in den Online-Handel erweitern oder ihre bestehende Online-Präsenz ausbauen wollen. Im Kern des Programms steht die individuelle Begleitung aller Teilnehmerinnen durch Experten-Coaches – allesamt erfahrene Unternehmensgründerinnen, E-Commerce-Experten, Amazon-Händlerinnen bzw. -Händler oder Bloggerinnen und Blogger. Weitere Informationen zum Programm gibt es unter: www.unternehmerinnenderzukunft.de