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Weinstein-Prozess: So beklemmend schildert die letzte Zeugin ihre Erfahrung

Harvey Weinstein 2017 in Los Angeles
Harvey Weinstein 2017 in Los Angeles
© carrie-nelson/ImageCollect
Im Prozess gegen Harvey Weinstein hat die letzte Zeugin der Anklage ihre Aussage gemacht. Beklemmend schilderte Lauren Young ihre Erfahrung.

Mit Lauren Young (26) hat am Mittwoch die sechste und letzte Zeugin der Anklage im Prozess gegen Harvey Weinstein (67) ausgesagt. Sie schilderte vor Gericht einen Übergriff, der sich im Februar 2013 im Bad eines Hotelzimmers in Beverly Hills ereignet haben soll.

Das Treffen mit Weinstein sei zustande gekommen, nachdem Young, die damals in ihren frühen Zwanzigern war, das mexikanische Model Claudia Salinas (36) kennengelernt hatte. Diese sei eine Bekannte von Weinstein und habe das Treffen mit dem gefallenen Filmmogul organisiert. Dabei sollte ein Drehbuch besprochen werden, das auf dem Leben Youngs basieren sollte. "Ich war aufgeregt zu networken und meine Idee vorzustellen", so Young laut "The Hollywood Reporter".

Das Treffen habe in der Hotelbar begonnen, doch Weinstein soll es auf sein Zimmer verlegt haben, angeblich, damit er sich für eine Award-Show umziehen könne. Sie seien jedoch direkt ins Badezimmer. Weinstein habe sich ausgezogen und die Dusche angestellt. Dann habe er den Ausgang blockiert, sodass Young nicht mehr hinausgehen konnte. In dem Moment sei ihr klar geworden, dass sie gefangen war.

"Wir reden nur"

Der nackte Weinstein habe sie in Richtung des Waschbeckens gedrängt und gesagt: "Wir reden nur". Dann soll er ihr Kleid herunterzogen, ihr an die Brust gefasst und angefangen haben, zu masturbieren. "Ich sagte nein, nein, nein, die ganze Zeit", so Young. Weinstein habe danach das Badezimmer vor ihr verlassen, während sie versteinert im Bad stehenblieb.

Einen Tag später habe Young ein Treffen mit einer Produktionsleiterin Weinsteins gehabt. Sie wollte das Meeting nutzen, um Weinstein mit dem angeblichen Übergriff zu konfrontieren, doch er sei nicht aufgetaucht. Danach habe sie nicht mehr auf Emails der Produktionsleiterin reagiert: "Ich wollte den Job nicht. Ich wollte nichts mehr mit denen zu tun haben."

Young hat bis heute kein Interesse daran, Weinstein zu verklagen. Sie ist eine von den Frauen, die als so genannte "Prior Bad Acts" aussagen. Das bedeutet, dass ihre Aussage nicht mit der Anklage gegen Weinstein in New York in Zusammenhang steht. Die Staatsanwaltschaft hofft jedoch, dass sie zeigt, dass Weinstein ein "Missbrauchsmuster" hatte.

SpotOnNews

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