Xavier Naidoo: Neues Album kommt ohne politische Statements aus

Xavier Naidoo präsentiert seine neue Platte: Am Freitag veröffentlicht er mit "Hin Und Weg" ein sehr persönliches Album.

Krasse Beats, Hip-Hop und urbane Sounds - das ist man von Pop- und Soul-Sänger Xavier Naidoo (47) eher weniger gewohnt. Davon abgesehen lässt sich der Künstler jedoch auf keine neuen Experimente ein - und präsentiert mit "Hin Und Weg" sein achtes Studio-Album, das vor Liebe und Pathos nur so strotzt. Auf politische Statements verzichtet Naidoo dieses Mal.

Naidoo geht auf Nummer sicher

Auf "Hin Und Weg" präsentiert Xavier Naidoo einen zeitgemäßen, modernen Sound. Dafür arbeitete er mit einigen Hip-Hop- und Rap-Künstlern zusammen: MoTrip (31), Chefket (37), Kontra K (32) und Newcomer Klotz (23). Das gelingt mal besser, mal schlechter: In "Königin" singt er etwa gemeinsam mit Chefket ein Lob-Lied auf ihre Mütter. Hier zeigt Naidoo nachdrücklich: Er kann einfach singen. Schließlich gilt er nicht umsonst als einer der besten Soul-Stimmen Deutschlands. Allerdings sind dieser Moment und der Track "Mein Glück ist besiegelt" zwei der wenigen stimmlichen Highlights auf dem Album. Denn die 14 Songs sind zwar alle sauber gesungen und satt produziert, doch plätschern sie größtenteils vor sich hin - große Überraschungen sucht man ohnehin vergebens.

Und auch thematisch geht Naidoo dieses Mal eher auf Nummer sicher. Statt in seinen Texten politisch zu werden, bedankt er sich viel mehr bei "allen Menschen, die mich zu dem machten, der ich bin, den guten wie den schlechten. Vielleicht hatten sie nie Böses im Sinn."

Der letzte Aufschrei um seine Person ist auch nicht so lange her: Der mit den Söhnen Mannheims 2017 veröffentlichte Song "Marionetten" löste teils heftige Kritiken aus. Unter anderem die Textzeile "und wenn ich nur einen in die Finger bekomme; Dann zerreiß ich ihn in Fetzen; Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen". Der Text sei voller Anspielungen auf rechtspopulistische Themen wie Volksverrat und Ideologien der Reichsbürger, lautete die Kritik in den Medien damals. Naidoo selbst hatte sich daraufhin auf Facebook verteidigt: Es handle sich "um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen".

Streitbare Persönlichkeit

Doch auch schon früher gab es Kontroversen um Xavier Naidoos Person. 2016 sollte er für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm antreten. Der NDR machte jedoch einen Rückzieher, da Kritik über seine Teilnahme laut geworden war. Naidoos Kommentar zum ESC-Ausstieg? "Wenn es eine Demokratie nicht aushält, dass ein kleiner Sänger aus Mannheim sein Maul aufmacht, dann ist die Demokratie auch nichts wert", so der Sänger in "Die Xavier Naidoo-Story" auf VOX im Mai 2016.

2014 hatte Naidoo am Tag der Deutschen Einheit unter anderem bei einer Veranstaltung der rechtsgerichteten "Reichsbürger-Bewegung" gesprochen. Der Mannheimer verglich sich daraufhin mit Jesus, wie der "Spiegel" berichtete: Der sei auch auf "alle Menschen" zugegangen. "Ich möchte ebenfalls auf Menschen zugehen, egal wo sie sind, egal wo sie herkommen", erklärte Naidoo in einem Statement.

"Bleib stark und respektvoll"

Ein "Hidden Track" auf dem Album "Gespaltene Persönlichkeit" von Xavier Naidoo und Kool Savas (44) alias Xavas führte im Jahr 2012 zu einer weiteren Kontroverse. Die Linksjugend erstattete laut der "Süddeutschen Zeitung" Anzeige wegen des Verdachts des Aufrufs zur schweren Körperverletzung, zum Totschlag und zur Volksverhetzung. In dem Song gehe es um Ritualmorde an Kindern, warf die Linksjugend dem Duo vor. "Es werden satanistische Rituale mit Kindesmissbrauch mit Pädophilie mit Homosexualität gleichgesetzt."

"Jeder Tiefschlag, jedes Hochloben führt zu Tiefgang, denn man ist nicht nur oben; Es gibt Menschen, die dir helfen und solche, die dich bekämpfen; Also bleib stark und respektvoll und es wird kommen, wie es kommen soll", singt Naidoo jetzt auf seinem neuen Album. Auch wenn er eine durchaus streitbare Persönlichkeit ist, in die Charts hat er es noch mit fast jedem seiner Alben geschafft.

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