13 spannende Urlaubsorte, die man auch ohne Flugzeug erreichen kann

Flygskam. Bitte, was? Was sich erst wie ein skandinavisches Dorf mit 65 Einwohnern und 328 Hühnern anhört, ist allerdings der schwedische Begriff für das hierzulande bereits eingebürgerte Wort „Flugscham“. Und was das heißt, ist ziemlich selbsterklärend. Weil wir allerdings alle von kosmopolitischer Natur sind (und es sich auf Balkonien bei Schlechtwetter-Nieselregen nicht mal halb so gut entspannt wie am Strand), hat unsere Autorin 13 Urlaubsorte gesucht und gefunden, die man besonders im Winter auch ohne Flugzeug (und Flygskam) gut erreichen kann. 

von Charlotte Reppenhagen

1. Gardasee

Wer in Süddeutschland wohnt, hat in Sachen Urlaub ein Ass im Ärmel: Die zauberhafte Stadt Desenzano del Garda liegt ungefähr 5 Stunden mit dem Auto von München entfernt. Was an der 30.000 Einwohner-starken Stadt so toll ist (abgesehen von der Altstadt, der Flaniermeile oder dem Yachthafen)? Der Gardasee direkt vor der Tür! Und der ist nicht nur in den Sommermonaten schön. Auch im Winter raubt uns die Landschaft den Atem – wenn wir nach ausgedehnten Spaziergängen oder halsbrecherischen Ski-Versuchen noch welchen haben. Oder wir träumen einfach vorm Fenster des Wellnessbereichs vor uns hin. Auch schön. 

2. Schweden

Wer denkt, dass Schwedens Landschaft nur im Sommer toll wäre, der hat sich geschnitten. Denn das skandinavische Land hat auch im Winter mehr zu bieten als verschneite Straßen und die ewigen Langlauf-Wettbewerbe, schließlich können wir uns die auch zuhause von der Couch aus anschauen. Was man aber wirklich erlebt haben muss sind Schneeschuhwandern, Eisschwimmen, Hundeschlitten-Touren, Eishotels und, und, und. Damit uns bei all den kalten Outdoor-Aktivitäten nicht das Näschen abfriert, nehmen wir uns ab und zu eine Auszeit in der Sauna oder eine Tasse Glögg. Oder zwei. Prost. 

3. Rügen

Sind wir doch mal ehrlich: Frostbeulen wie wir gehen selbst bei 25°C Wassertemperatur nicht in die Ostsee, brr! Warum also noch auf den Sommer warten, um alibi-mäßig am Strand rumzuhängen? Erst, wenn es draußen bitterkalt und die Ostsee leicht zugefroren ist, machen Strandspaziergänge richtig Spaß. Endlich hat man keinen Sand mehr in den Schuhen, der ist bei den Temperaturen nämlich festgefroren. Man muss sich auch nicht mehr für die nicht vorhandene Bikinifigur schämen, denn eingepackt in Winterjacken, Mützen und Schals sehen wir sowieso alle gleich aus. Und: Der warme Kakao schmeckt immer noch am besten, wenn wir bibbernd von draußen wieder reinkommen und ihn so richtig genießen können. 

4. Urlaub auf dem Land

Wenn uns laute Autogeräusche, dreckige Luft und Baustellen, soweit das Auge reicht, auf den Keks gehen, dann muss es nicht immer ein Urlaub in der Karibik sein. Warum nicht mal ganz klassisch aufs Land fahren? Wann haben wir überhaupt aufgehört, beim Anblick von Kälbchen vor Freude zu quietschen oder mit dem Schlitten einen Deich runterzurodeln? Ganz egal, wie alt wir sind. Und was das für eine gute Idee ist, das merken wir spätestens, wenn wir nach einer Woche selig und entspannt wieder nach Hause fahren und der Alltag an die Tür klopft. Kann ich nicht noch eine Runde Schlittschuh fahren? Wenigstens eine. Bitte!

5. Frankreich

Baguettes und guter Wein ist näher, als man glauben mag! Dass Frankreich einiges zu bieten hat, wissen wir alle. Warum also immer fliegen? Auch hier kann man einen kleinen Roadtrip machen. Und nicht nur Paris lohnt sich auch im Winter, auch die Regionen Rhônes-Alpes, Elsass oder Champagne-Ardenne können sich sehen lassen. Dabei lohnt sich nicht nur ein Besuch in den größeren Städten des Landes, sondern auch ein Blick in die kleinen Dörfer und tollen Landschaften. Denn es gilt: Wo Weinberge sind, kann auch „le vin“ nicht weit sein!  Kleiner Tipp: Von Paris fährt fast jede Stunde der EUROSTAR nach London – mit einer Fahrzeit von weniger als zweieinhalb Stunden ist man schneller in Großbritannien als man gucken kann. Und umweltfreundlich. 

6. Sächsische Schweiz

Für einen tollen Winterurlaub muss man nicht zwingend in ein anderes Land reisen oder weite Strecken auf sich nehmen. Die Sächsische Schweiz an der tschechischen Grenze hat nicht nur malerische Landschaften in petto, sondern auch die ein oder andere unerwartete Überraschung. Neben Hotel-Specials zum Kennenlernen und Winterwanderungen kann man auch eigenen Glühwein kochen oder das Winterdorf Schmilka besuchen. Dort gibt es nicht nur die klassische Sauna mit Panorama-Ausblick als Goodie, sondern auch einen beheizten Badezuber zum Entspannen. Und falls das noch nicht genug ist, besuchen wir die Festung Königsstein und lassen unsere Kinder danach das nahegelegene Felsenlabyrinth erkunden. Aber Achtung: Die Sprösslinge gehen schneller verloren, als man denkt…

7. Masuren

Wer an Urlaub in Polen denkt, dem kommt wahrscheinlich zuerst die polnische Ostseeküste in den Sinn. Danach vielleicht Warschau, als Städtetrip. Dass man in unserem Nachbarland auch im Winter seinen Urlaub verbringen kann, ohne weite (Flug-) Strecken auf sich nehmen zu müssen, beweist die Region Masuren im Norden Polens. Dort kann man weitaus mehr erleben als Sauna, Skisport oder Schneeschuhwanderungen: Schlittenfahrten mit Pferden zum Beispiel, die dort eine lange Tradition haben. Oder man belegt einen Kurs im Eissegeln. Wem es zu riskant ist, einen Eissegler mit eleganten 170 km/h und ohne Bremsen (richtig gelesen!) selbst übers Eis zu steuern, der kann auch Touren buchen. Und ab geht die Post! 

8. Ostfriesland

Urlaub an der Nordsee ist mindestens genau so schön wie auf Rügen an der Ostsee. Nur, dass die Nordsee noch einen kleinen Bonus innehat: Wattwanderungen! Bei dem Gedanken an klirrende Kälte, Matsch unter den Füßen und Regen im Gesicht hüpft unser Herz vielleicht nicht unbedingt. Heißt aber nicht, dass es nicht einen Versuch wert ist! Und wer nicht unbedingt auch die letzte Detailinformation über diesen und jenen kleinen Wurm braucht, der kann auch stille Touren buchen. Da wird nämlich anderthalb Stunden lang gar nichts gesagt. Kein Plappern, kein Handyklingeln, keine nervigen Fragen. Nur Ruhe. Entschleunigung ist nirgends natürlicher. 

9. Bologna

Die italienische Studentenstadt besucht man am besten, wenn‘s warm ist? Pustekuchen! Wo im Sommer beinahe tote Hose ist, weil die Studenten nach Hause gefahren sind und sich bei der Hitze sonst niemand mehr raustraut, herrscht im Winter das gesellige Leben. Und sollte es uns beim Flanieren draußen doch zu kalt werden, huschen wir in ein nettes Café, eins der 50 (!) Museen der Stadt oder in eine kleine Boutique mit wunderschönen Sachen – wenn die nämlich zwischen November und März ihre Winterkollektionen stark reduziert verkaufen, hüpft unser kleines Shopping-Herz. Und sollten wir nach einem ausgedehnten Einkaufsbummel Hunger verspüren, besuchen wir eins der tollen Restaurants, die im Gegensatz zur Hauptsaison im Winter nicht überlaufen sind. Oder wir lernen in einem Kochkurs, wie man so richtige italienische Pasta zubereitet. Mhh! Mit dem Zug ist man innerhalb von einem halben Tag dort. Was wollen wir mehr?

10.  Dänemark

Dänemark hat weitaus mehr zu bieten als Kopenhagen, man mag es kaum glauben. Denn wo könnte man das hygge-Gefühl eingemuckelt vor einem Kamin besser oder draußen am Lagerfeuer genießen als in einem kleinen Ferienhaus am Meer, mitten im Nirgendwo? Uns fällt da auf die Schnelle auch nichts Schöneres ein. Und das Beste: Mit dem Zug kommt man zum Beispiel ab Hamburg bequem in ungefähr fünfeinhalb Stunden nach Kopenhagen, und von dort aus in einer halben Stunde weiter aufs Land. Eine tolle Idee, um der Januardepression für eine Woche zu entfliehen und mal wieder ganz zu sich zu kommen. 

11. Rheinfall bei Schaffhausen

Weil ein Besuch der Niagara-Fälle aus gegebenem Anlass hier leider nicht aufgezählt werden kann, haben wir das europäische Pendant zu diesem Naturspektakel gefunden: Der Rheinfall in der Nähe von Schaffhausen in der Schweiz. Beim Anblick dieses Spektakels bleibt uns vor lauter Staunen der Mund offenstehen! Und was selbst die Niagara-Fälle nicht bieten können, ist ein Schloss, das direkt über dem Wasserfall gebaut wurde und sogar eine Jugendherberge innehat. Wenn man schon mal da ist, kann man auch das Panoramarestaurant genießen oder die Miniaturwelt der Schweiz besuchen. 

12. Tirol

Die klassische Urlaubsdestination im Winter ist wohl Tirol, ohne Frage. Wer nicht unbedingt Experimente machen muss, wenn man schon mal Urlaub hat, oder vielleicht das erste Mal einen Winterurlaub antreten möchte, ist hier genau richtig. Ein Tipp von uns: Das Familien-Landhotel „Stern“. Dort gibt es nicht nur einen hauseigenen Streichelzoo, sondern für Kinder auch die Möglichkeit, im Heubett zu übernachten. Dann haben Mama und Papa endlich mal eine ruhige Nacht – und müssen sich erst wieder Gedanken um die Sprösslinge machen, wenn eben jene mit Heu im Haar am nächsten Morgen wieder vor der Tür stehen. Juhu.

13. Yoga in Chiemgau

Um beim Yoga-Urlaub so richtig entspannen zu können, muss man nicht unbedingt auf eine griechische Insel fliegen. Auch in Deutschland gibt es tolle Hotels, ob an der Nordsee oder in Bayern, für jeden in erreichbarer Nähe. In Chiemgau kann man den Kurzurlaub mit zweimal täglichen Sessions, vegetarischer Verpflegung, Wanderungen und Brotbackkursen buchen. Ommm! 

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